Die 10 besten DoPs aller Zeiten – Conrad-Mildner stellt seine persönlichen Lieblinge vor

Der Regisseur nennt sich im anglo-amerikanischen Raum „Director“, dabei ist er nicht der einzige am Set, der diesen Titel tragen darf. Was in der deutschen Sprache spröde „Kameramann“ oder „Kamerafrau“ genannt wird, heißt auf englisch „Director of Photography“ oder auch „DoP“, quasi der Bildregisseur. Gerne wird dem bloßen Regisseur die volle kreative Verantwortung zugesprochen, das mag auch zu einem gewissen Grad stimmen, doch der Regisseur kann immer nur eine Vorstellung haben und seine Crew setzt sie in die Tat um. Der DoP fügt dieser Vorstellung noch viel mehr dazu, da er ein Spezialist auf seinem Gebiet ist und daher Ursache und Wirkung genau kennt. Schönes Licht wünschen sich alle Filmemacher, aber wie es letztendlich aussieht, entscheidet der Director of Photography. Es wird an der Zeit diese „stillen“ Helden zu ehren.

10. Jordan Cronenweth

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Er ist der Vater von Jeff Cronenweth, der u.a. „Fight Club“ und „The Social Network“ fotografierte. Sein Vater ist allerdings noch einen Zacken besser bzw. wer „Blade Runner“ in seiner Filmographie zu stehen hat, braucht sich keine Sorgen mehr zu machen. Cronenweths Arbeit wurde stilbildend. Selbst eher unscheinbare Filme, wie „Peggy Sue hat geheiratet“, tauchte er in wunderschöne Bilder.

Filme: „Blade Runner“, „Peggy Sue hat geheiratet“, „Der Höllentrip“

9. Claude Renoir

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Der Neffe der französischen Regie-Legende Jean Renoir fotografierte ein paar Filme seines Onkels. Unvergesslich und Grund genug ihn in diese Liste aufzunehmen, bleibt seine Leistung für Jean Renoirs „Der Strom“, den Martin Scorsese mal als den schönsten Farbfilm aller Zeiten bezeichnete.

Filme: „Der Strom“, „Die Dame im Auto mit Brille und Gewehr“, „French Connection II“

8. Jack Cardiff

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Der Technicolor-Pionier ist vorallem für seine Arbeit mit dem britischen Regie-Duo Powell & Pressburger bekannt. In „Die roten Schuhe“ oder „Die schwarze Narzisse“ beweist er wie man mit Licht malen kann. In Hitchcocks „Sklavin des Herzens“ perfektionierte er die „8-Minuten-Einstellung“.

Filme: „Die schwarze Narzisse“, „African Queen“, „Krieg und Frieden“

7. Karl Freund

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Es gibt wohl kaum einen anderen DoP, der das Stummfilmkino so geprägt hat, wie Karl Freund. Für Murnaus „Der letzte Mann“ erfand er die „entfesselte Kamera“, der es nun möglich war den Figuren dynamisch zu folgen und das ohne Grenzen.

Filme: „Der letzte Mann“, „Metropolis“, „Dracula“

6. Robert Elswitt

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Paul Thomas Andersons rechte Hand ist einer der führenden DoPs der Gegenwart. Für „There will be Blood“ bekam er 2008 einen Oscar. Er ist ein Meister der Panoramen und langen Einstellungen. Schade, dass er bei Andersons neuem Film „The Master“ nicht hinter der Kamera stand.

Filme: „Magnolia“, „Good Night and Good Luck“, „There will be Blood“

5. Raoul Coutard

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Kein anderer DoP hat die Nouvelle Vague dermaßen geprägt wie Coutard. Er drehte für Godard, Truffaut und Rivette und schuf nicht nur wunderschöne Schwarzweiß-, sondern auch umso schönere Farbfilme. Jede Einstellung in Godards „Die Verachtung“ ist ein Meisterwerk.

Filme: „Jules und Jim“, „Die Verachtung“, „Elf Uhr Nachts“

4. Gordon Willis

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Die New-Hollywood-Ära wäre nichts ohne ihn. Willis Arbeit ist ungemein vielseitig. Weltberühmt ist seine Arbeit an „Der Pate“-Trilogie, doch ich mag vorallem seine Arbeiten mit Woody Allen, für den er wunderschöne Schwarzweißfilme drehte.

Filme: „Der Pate“, „Die Unbestechlichen“, „Broadway Danny Rose“

3. Néstor Almendros

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Almendros war stets darauf bedacht mit soviel natürlichem Licht wie möglich auszukommen, was man seinen Filmen auch positiv ansieht, da es sehr authentisch wirkt. Bei Terrence Malicks „In der Glut des Südens“ drehte er z.B alle Außenaufnahmen während des Sonnenuntergangs, der sogenannten „Magic Hour“, wofür er 1978 einen Oscar bekam.

Filme: „Der Wolfsjunge“, „In der Glut des Südens“, „Sophies Entscheidung“

2. Harris Savides

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Für Gus van Sant fotografierte er seine „Trilogie über das Sterben“, für David Fincher drehte er „The Game“ und „Zodiac“, Savides hat bereits für viele Größen gearbeitet. Er ist vielseitig und ein makelloser Handwerker, jemand, der sich gänzlich dem Film unterordnen kann. Aus einem mittelmäßigen Film wie Jonathan Glazers „Birth“ machte er zumindest ein visuelles Meisterstück.

Filme: „The Game“, „Gerry“, „American Gangster“

1. Emmanuel Lubezki

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Der wichtigste DoP der Gegenwart, seine Arbeit ringt mir ein Staunen ab, so dass ich mich öfter frage: Wie hat er das nur gemacht? Seien es die unendlichen Einstellungen in „Children of Men“ oder die metaphysische Kamera in Malicks „The Tree of Life“, der Mann ist ein Genie. Schade, dass die Oscar-Academy das noch nicht begriffen hat.

Filme: „Sleepy Hollow“, „Children of Men“, „The Tree of Life“

Da ich zu vielen DoPs keine Bilder finden konnte, habe ich mich dafür entschieden Bilder aus einem ihrer Filme zu verwenden.