"12 Uhr Mittags" (1952) Kritik

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Inhalt:
„Am Tag seiner Hochzeit steht Sheriff Will Kane (Gary Cooper) vor einer schweren Gewissensentscheidung. Eigentlich wollte er mit seiner jungen Frau Amy die Stadt verlassen. Doch der gefürchtete Mörder Frank Miller hat sich angekündigt, um sich für die sieben Jahre Zuchthaus zu rächen. Soll sich Kane, von Freunden und Mitbürgern verlassen, in der ausgestorbenen Stadt Miller und seinen drei Komplizen stellen? Oder Amys Bitten nachgeben, die als Quäkerin jede Form der Gewalt verabscheut? Als um zwölf Uhr mittags der Zug in der glühenden Hitze im Bahnhof einrollt, schlägt die Stunde der Entscheidung.“

Kritik:
‚High Noon‘ ist ein einzigartiger Western, ein Klassiker, ein Meisterwerk. Leider war das nur ein Wunschdenken, denn der Western aus dem Jahre 1952 ist genau das Gegenteil. Mit einer Dauer von nur 85 Minuten sollte man meinen, der Film hätte etwas zu erzählen. Leider ist dem nicht so, oder ich habe etwas übersehen in der eh schon langweiligen und unspektakulären Umsetzung, der trägen Story und den eher mittelmäßigen Schauspielern? Es dann auch noch fertig zu bringen, in dieser kurzen Spielzeit Passagen unterzubringen, die der Geschichte so gar nicht weiterhelfen, ist wohl die größte Kunst dieses überbewerteten Werkes. Schön und gut, die Geschichte wird in Echtzeit erzählt, aber da hätte man sich schon Besseres einfallen lassen können, denn zu keinem Augenblick weiss der Film, was er überhaupt zu erzählen hat. Zudem weist der Film keine außerordentliche Charaktertiefe, keine für das Western-Genre typische Coolness, zwei nervtötende Liebesgeschichten und öde Bösewichte auf, was diesem „Klassiker“ dann endgültig den Garaus macht.

Bin ich also mit den falschen Erwartungen an den Film gegangen? Habe ich den Film nicht verstanden? Oder war der Film nicht das, was man ihm zuspricht? Das sind hier die Fragen. Fakt ist, dass das einer der miesesten Western ist, die ich jemals gesehen habe, denn niemals wurde ich in diesem Genre dermaßen in Langeweile versetzt. Die Punkte gehen an die Idee für die Echzeit, an die Momente, in denen ich glaubte, der Film würde sich doch noch steigern und an den Filmsong. Die Filmmusik selbst würde ich eher als „kratz, kratz, quietsch, quietsch“ bezeichnen. Ingesamt ist es mir wirklich unbegreiflich, wie dieser Film jemals seinen heutigen Klassiker-Status erreichen konnte.

Bewertung: 3/10 Sternen