"30 Minuten oder weniger" (USA 2011) Kritik – Jede Minute ist hier Verschwendung

„Wo kommen die ganzen scheiß Blätter her? Jetzte rate mal?! Von Bäumen!“

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Nick (Jesse Eisenberg) verdient sich sein Geld als Pizzabote bei einer kleinen Pizzeria die verspricht, alle Pizzen innerhalb von 30 Minuten oder weniger geliefert zu haben. Sollte das nicht passieren, brauchen die Kunden kein Geld bezahlen und dürfen ihre Lieferungen kostenlos genießen. An einem ganz normalen Arbeitstag wird Nick genau dieses Versprechen zum Problem, denn zwei abgedrehte Kleinkriminelle (Danny McBride & Nick Swardson) im Affenkostüm überallen Nick auf seiner Tour und nötigen ihn zu einem Banküberfall, während er eine Bombe, die per Fernzünder zum Explodieren gebracht werden kann, um den Körper geschnallt bekommt. Zusammen mit seinem ehemaligen besten Kumpel, dem indischen Lehrer Chet (Aziz Ansari, muss er das Verbrechen in Angriff nehmen…

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Zugegeben: Ruben Fleischer ist kein gänzlich untalentiertes Häufchen Elend, welches auf dem Regiestuhl so fehl am Platz ist, wie eine Edelprostituierte im abgelegenen Kloster. Ganz im Gegenteil, denn Fleischer hat mit seinem tollen „Zombieland“ nicht nur eine der besten Horror-Komödien überhaupt abgeliefert, sondern auch einen echten modernen Kultfilm inszeniert, der vor Originalität nur so strotzte. Dabei legte Ruben auch eine wunderbare Schauspielerführung an den Tag, die weder Jesse Eisenberg, noch Emma Stone in ein negatives Licht gerückt hat, sondern sie wirklich sympathisch machte. Doch Ruben kann auch ganz anders, wie sich 2011 mit „30 Minuten oder weniger“ verdeutlichte. Erneut übernimmt Jesse Eisenberg die Hauptrollen und liefert als Pizzabote Nick gleichzeitig ein Bewerbungsschreiben für die nervigste Darstellung der Filmgeschichte ab. Mit übergroßen Hummeln im Hintern stolpert sich der schusselige Eisenberg in lächerlichster Art und Weise von A nach B. Aber auch die weiteren Schauspieler sind austauschbar wie Küchenkrepp. Ob Aziz Ansari, Danny McBride, Michael Pena oder Nick Swardson. Alle wurden sie verschenkt und trotteln peinlich vor sich hin.

„30 Minuten oder weniger“ ist ein Paradebeispiel für die verkrampfte Humorlosigkeit. Ruben Fleischer hetzt mit seiner inkompetenten Inszenierung jedem Gag hinterher, doch alles was er einfangen kann, ist unlustiger Leerlauf der extremsten Sorte. Das liegt natürlich auch an der mangelhaften Charakterzeichnung, vor allem Jesse Eisenberg wünscht man doch ziemlich schnell, das die umgeschnallte Bombe ihren Zweck erfüllt, die keinerlei Lachpotenzial bietet, dafür aber die Nerven und die Geduld des Zuschauers ungemein auf die Probe stellt. Man wartet vergeblich auf den ersten zündenden Gag und die nicht vorhandene Lockerheit, die Fleischer vorgaukeln will, erweist sich nach wenigen Minuten bereits als austauschbare und schablonenhafte Luftnummer, die nur grenzenlose Langeweile beinhaltet, aber nicht den Hauch von Unterhaltung. „30 Minuten oder weniger“ besteht aus billigen und erzwungenen Actionsequenzen, keinerlei Humor und die Hoffnungen auf Spannung entpuppen sich in Windeseile als unbeholfenes Wunschdenken.

Bewertung: 2/10 Sternen