Die 50 besten Filme aller Zeiten – Philippe von CinemaForever stellt seine Lieblinge vor

Über zwei Jahre gibt es jetzt schon unseren Blog. Daher dachten wir uns, es sei an der Zeit, unseren Lesern eine aktualisierte Liste unserer Top 50 Lieblingsfilme vorzustellen, damit ihr, unsere Fans, einen noch besseren Eindruck von uns bekommt. Und auf los geht’s los: Das sind meine ganz persönlichen 50 Lieblingsfilme.

Platz 50: “Die Zeit nach Mitternacht” (US 1985) von Martin Scorsese

after hours

Wie in einem Albtraum schickt Scorsese seinen Protagonisten auf eine Odysse durch die Schluchten New Yorks, in eine Welt, welche man nicht so ganz versteht, mit Menschen, die eigenartiger nicht sein könnten. Dabei gelingt es Scorsese perfekt, die Balance aus verschiedensten Genrebeiträgen zu schaffen, aus Chaoskomödien, Surrealem, nachdenklichen Episoden, Psychothriller-Anleihen und sehr vielen Rätseln. Was uns Scorsese damit mitteilen möchte, lässt er jedoch offen und damit hat er genau das Richtige getan. Er regt eine Diskussion an. Will er uns einen Blick auf eine unbekannte Seite der Stadt New York schenken, will er uns zeigen, was Überlebenswille bedeutet oder inwiefern das Schicksal unser ach so friedliches Leben von einem Moment zum nächsten in eine Katastrophe verwandeln kann? Es liegt an euch dies zu entscheiden, jedoch sei eines gewiss, Scorsese zeigt uns hier New York als Albtraum und Komödie zugleich, als eine Stadt, in der man alles erleben und jeden antreffen kann, möge es noch so unvorstellbar sein. „After Hours“ ist eine einzigartige, schwarzhumorige Grenzerfahrung und ein viel zu unbekanntes, unterschätztes Stück in Scorseses bedeutsamen Oeuvre.

Platz 49: “Rocco und seine Brüder” (IT 1960) von Luchino Visconti

rocco

Das größte Familien-Epos ist “Rocco und seine Brüder” nicht ganz, denn da hat „“Der Pate“” noch ein Wörtchen mitzusprechen, doch ist dem Italiener Luchino Visconti meiner Meinung nach der facettenreichste und wichtigste Film des Neorealismus gelungen. Ein durch und durch emotional packendes Epos über familiäre und soziale Strukturen, eine Geschichtslektion über die Arbeiterklasse im 50er Jahre Italien und eine zeitlose Auseinandersetzung mit der Koexistenz der Menschen. Und der größte Schauspielstar Frankreichs, Alain Delon, wurde nebenbei mit seiner Rolle als Rocco über Nacht zu einem der gefragtesten Charakterdarsteller der Filmgeschichte.

Platz 48: “Scarface” (USA 1983) von Brian De Palma

scarface

Tony, famos gespielt von Al Pacino, mag auf den ersten Blick ein cooler und abgebrühter Charakter sein, doch immer mehr wird er zum eigenen Abgrund, der alles unhaltbar in sich zieht und im eigenen Selbsthass und der endlosen Verlorenheit erdrückt. Brian De Palma knöpfte sich den amerikanischen Traum vor, stellte ihn ins hellste Licht, zerstückelte ihn und ließ ihn dann vollkommen zerlöchert und ausgeschlachtet in der kapitalistischen Bodenlosigkeit ertrinken. Hier gibt es keine Helden, keine Gutmenschen und Vorbilder. „“Scarface““ ist das Scheitern eines besessenen Menschens, der alles verliert.

Platz 47: Laurence Anyways (CA/FR 2012) Xavier Dolan

laurence

Xavier Dolan zeigt in „“Laurence Anyways“ die Möglichkeit einer geschlechterlosen Liebe, ohne sie jedoch unreflektiert zu propagieren.– Spätestens jetzt hat Dolan die Phase der unbedarften Adoleszenz hinter sich gelassen, wodurch ihm ein erstaunlich reifes und unparteiisches Werk gelungen ist. Scheinbar spielend leicht meistert er die schwierige Gratwanderung zwischen Respekt und schmerzhafter Ehrlichkeit vor seinen Figuren, präsentiert sie als fehlerhafte, verletzliche Wesen. Unsere Mitmenschen bestimmen, ob wir akzeptiert werden oder als Aussätzige leben müssen, wenngleich wir in unserem Inneren doch alle gleich sind. Leider scheinen die Menschen auch dieser Tage noch nicht gänzlich bereit für sexuellen Nonkonformismus; womöglich werden sie es nie sein. Alles, was bleibt, ist die Akzeptanz gegenüber uns selbst. Und die Hoffnung, irgendwann das berauschende Wunder der bedingungslosen Liebe am eigenen Leib erfahren zu dürfen.

Platz 46: “Ekel” (GB 1965) von Roman Polanski

ekel

Roman Polanskis „Ekel“ ist einer der psychologisch dichtesten Thriller, die ich je gesehen habe. Wie es hier gemeistert wird, von einer psychotischen jungen Dame zu erzählen, ihre Einsamkeit in Bilder zu fassen und ihre Berührungsängste mit Männern zu verdeutlichen, ist bis heute einmalig. Das ist vor allem auch der brillanten Darbietung Catherine Deneuves zu verdanken, die ihre Rolle unfassbar glaubwürdig meistert. Zwischen mitleiderregend und abstoßend spielt sie die Jungfrau Carol mit einer Leidenschaft, die nicht selten schockiert. Zudem ist dieses angsteinflößende Schicksal heute noch ebenso aktuell und wichtig wie im Erscheinungsjahr 1965. Ein zeitloser Klassiker, den Polanski da gedreht hat. Durch und durch.

Platz 45: “Armee im Schatten” (FR 1969) von Jean-Pierre Melville

armee des ombres

In “Armee der Schatten” reflektiert Frankreichs Regie-As Jean-Pierre Melville seine eigene Vergangenheit. Auf ernüchternde Weise schildert er den Kampf einer Résistance-Gruppe gegen die deutsche Besatzung während des zweiten Weltkriegs. Unpathetisch und komplett ohne unnötige reißerische Szenen ist Melville damit sein persönlichster Film und eines der großartigsten Dramen der Filmgeschichte gelungen.

Platz 44: “Lawrence von Arabien” (GB 1962) von David Lean

lawrence

Über dieses Mammutprojekt muss ich eigentlich nicht mehr viel sagen. Jeder kennt es, das größte Epos der älteren Filmgeschichte, den verdienten Gewinner von 7 Oscars.

Platz 43: “Dancer in the Dark” (DK/FR 2000) von Lars von Trier

dancer

Lars von Trier zeigt mal wieder sein Gespür für starke Frauenrollen, bricht einem mit diesem Ausnahmedrama das Herz und verleiht uns eine vollkommen neue Perspektive auf Musicals. Das ist wahnsinnig gewöhnungsbedürftig, verdammt originell und emotional so sehr fordernd wie nur wenige andere Filme.

Platz 42: “The Man Who Wasn’t There” (US 2001) von Joel & Ethan Coen

the man who

Wir alle versuchen unserem Leben einen Sinn zu verleihen. Die Gebrüder gehen jedoch der Frage auf den Grund, ob wir wirklich zwanghaft unser Leben ändern sollten. Ist unser Leben nicht doch eher an Schicksal und Glück und das zufällige Kollidieren vieler Ereignisse gebunden? Unheimlich präzise, aber sehr minimalistisch, bis ins kleinste Detail inszeniert, schuf das Dream-Team um Joel & Ethan Coen, Roger Deakins und Carter Burwell einen Film-Noir, der neue Grenzen setzte. Der Protagonist ist hier kein Ganove oder Polizist, sondern ein einfacher Bürger, der „nur die Haare schneidet“. Ein Genie-Streich der Gebrüder Coen.

Platz 41: “Blade Runner” (USA 1982) von Ridley Scott

blade

„Like tears in rain…“

Platz 40: “Der Mieter” (FR/US 1976) von Roman Polanski

mieter

Es ist verblüffend, mit welch einer Leichtigkeit Polanski die Hilflosigkeit eines in die enge getriebenen jungen Mannes schildert und verkörpert. Und was machen wir Mitmenschen? Wir wollen/können diesen Mann nicht verstehen. Ein schockierender Film, der einem auch noch heute die Nackenhaare zu Berge stehen lässt und zutiefst berührt.

Platz 39: “Ein Prophet” (FR 2009) von Jacques Audiard

prophet

Fragt man nach den großen Mafia-Mimen der Filmgeschichte, so fallen zumeist drei Namen: Al Pacino, Marlon Brando und Robert DeNiro. Vergessen sollte man jedoch nicht Tahar Rahim und Niels Arestrup, die sich in Jacques Audiards „Ein Prophet“ im wahrsten Sinne des Wortes die Seele aus dem Leib spielen. Und Audiard revolutioniert dabei, als ob es seine Lebensbestimmung gewesen wäre, den Mafiafilm.

Platz 38: “Charade” (US 1963) von Stanley Donen

charade

“Charade” ist eine meiner absoluten Lieblingskomödien. Das liegt vor allem daran, dass der Film auf so unglaublich vielen Ebenen funktioniert und verschiedenste Genres gekonnt zu einem der unterhaltsamsten, cleversten, durchdachtesten und magischsten Thriller der Filmgeschichte vereint. Stanley Donen hat viele traumhafte Filme gedreht, unter anderem das revolutionäre Musical „Singin’ in the Rain“, doch mit „Charade“ hat er sich meiner Meinung nach selbst das größte Denkmal gesetzt.

Platz 37: “Die Fliege” (US 1986) von David Cronenberg

fly

„Die Fliege“ ist das Schaffen eines Meisters, der ein ehrliches Auge auf die Gesellschaft wirft und ihre größten Ängste offenlegt. Krankheiten und ihre Folgen. Technischer Fortschritt und seine nicht nur positiven Auswirkungen. Die Geilheit der Medien. Am Ende offenbart sich nicht nur Cronenbergs Genie im Geschichtenerzählen, sondern ebenso in der Inszenierung. Das Publikum bekommt nicht nur einen Spannungsaufbau geboten, wie man ihn heutzutage kaum mehr erlebt, sondern eines der ergreifendsten Finale der Filmgeschichte. Dieses ist unglaubliche Kunst im Zusammenspiel von Bildästhetik, musikalischer Begleitung, Effekten und Schauspiel, zermürbend und wunderschön, romantisch und doch so traurig, die Kollision von Optimismus und Pessimismus. Und doch steht nie die Gesellschaftskritik an erster Stelle, sondern das Erlebnis.

Platz 36: “Elf Uhr Nachts” (FR 1965) von Jean-Luc Godard

pierrot

Aus der Zusammenarbeit von Regisseur Jean-Luc Godard, Kameramann Raoul Coutard und den beiden Protagonisten Jean-Paul Belmondo und Anna Karina entstand eine farbenfrohe Mixtur aus Crime-Story, Musical, Melodrama und grotesker Komik, hinter deren Fassade sich die eigentliche Handlung abspielt. Narrheiten der Gesellschaft, das unabdingbare Scheitern der Liebe, die Suche nach dem Glück, Romantik und Existenzialismus sind die Hauptthemen, denen dieses Kunstwerk auf den Grund geht. Dabei schuf Godard ein Zitat, welches als eine der berühmtesten Hommagen an das Kino gilt: „Der Film ist wie ein Schlachtfeld. Liebe, Hass, Action, Gewalt, Tod. In einem Wort: Emotionen.“

Platz 35: “Belle de Jour – Schöne des Tages” (FR 1967) von Luis Bunuel

belle

In diesem erotisch-verstörenden Meisterwerk vom Meister des Surrealismus Luis Bunuel darf man Catherine Deneuve auf dem Höhepunkt ihrer Karriere begleiten, wie sie eine verführerische, junge Dame, die ihrem drögen Bourgeoisie-Leben entfliehen möchte, verkörpert. Dabei ist der Film noch heute genauso aktuell und mitreißend wie im Erscheinungsjahr 1967.

Platz 34: “Crash” (CA 1996) von David Cronenberg

crash

In „„Crash““ scheint es so, als würde die Welt selbst stillstehen, als wäre die moderne Zeitrechnung in der von Tristesse und Isolation gefangenen genommenen Ära angelangt, in der die charakteristische Metamorphose und die objektivierte Demontage keinen Unterschied mehr machen: Sex zwischen Mensch und Maschine. Sex zwischen zwei Menschen. Sex zwischen zwei Maschinen. Sex, Sex, Sex, Sex, Sex und noch mehr Sex, mit jedem und allem, selbst mit vaginaförmigen Narben – Der absolute Crash, ein analoger Schmerz, der gleichzeitig Befreiung und Destruktion bedeutet. Was für ein Ausnahmewerk, so abschreckend und faszinierend wie kaum ein anderes.

Platz 33: “Antichrist” (DK/FR 2009) von Lars von Trier

antichrist

““I don’t think a breathed for the last half – out of shock, out of stress, out of disbelief.“” Lars von Triers umstrittenes Meisterwerk, von vielen missverstanden, von anderen durchaus nachvollziehbar gehasst, doch ist „Antichrist“ für mich kein Film, den man so einfach irgendwo einordnen sollte. Dieses Psychodrama zu hassen, das ist äußerst einfach. Sich mit diesem aber tiefer auseinanderzusetzen, das ist, was von Trier eigentlich verdient hat. Bisher habe ich wohl keinen komplexeren und keinen aufwühlenderen Film gesehen, der mich jedes Mal aufs Neue dermaßen in den Bann zieht und bei jeder Sichtung neue Betrachtungsweisen eröffnet.

Platz 32: “Wie ein wilder Stier” (US 1980) von Martin Scorsese

raging

Martin Scorseses Liebeserklärung an den italienischen Neorealismus ist der großartigste Boxerfilm, der bis Dato gedreht wurde. Dabei beweist Robert De Niro ein weiteres Mal seine unfassbare Wandelbarkeit, welche ihn für mehrere Jahrzehnte zu einem der aufregendsten Schauspieler machte.

Platz 31: “Das Ding aus einer anderen Welt” (US 1982) von John Carpenter

the thing

„The Thing“ ist ein überragender Beitrag zum Horror-Genre, welcher sich mit der Reaktion von Menschen in Extremsituationen und der Naivität der Amerikaner auseinandersetzt, und dabei düster und absolut wiederlich in Szene gesetzt wurde und dabei der Frage auf den Grund geht, ob man den Menschen an seiner Seite auch wirklich vertrauen kann? Sicherlich kein optimistisches Gesellschaftsporträt, doch von so intelligenten Horrorfilmen wie „Das Ding aus einer anderen Welt“ kann man heutzutage leider nur noch träumen.

Platz 30: “Spiel mir das Lied vom Tod” (IT/US 1968) von Sergio Leone

once upon

Kurz gesagt: Die Mutter aller Western-Filme. Mein Lieblingswestern kommt allerdings erst noch.

Platz 29: “Casablanca” (USA 1942) von Michael Curtiz

casablanca

Wenn Humphrey Bogart die Erlaubnis dazu gibt, die Marseillaise anzustimmen oder er zu Ingrid Bergman „Here’s looking at you, Kid!“ sagt, dann sind das nur zwei von zahlreichen Momenten, die „Casablanca“ zu einem der größten Filme überhaupt machen. Hier sagt ein Blick oder eine Geste oft viel mehr als manch anderer Regisseur mit seinem ganzen Film. Die hohe Qualität des Films ist aber nicht nur den Darstellern, die mit einer ungebändigten Leidenschaft vor die Kamera treten, zu verdanken, sondern ebenso der uneingeschränkt grandiosen Regie-, Kamera- und Drehbucharbeit. Die Zeitlosigkeit spiegelt sich hier in jeder Einstellung wieder, denn universeller werden Filme nicht mehr. Jahrzehnte sind bereits vergangen, doch „Casablanca“ werden selbst Jahrtausende nichts anhaben können.

Platz 28: “Die große Illusion” (FR 1937) von Jean Renoir

illusion

Der Antikriegsfilm schlechthin. Ein Plädoyer für die Völkerverständigung, gedreht zwischen den zwei Weltkriegen, in einer krisengebeudelten Zeit. Der Gedanke eines geeinten Europas, und das in einem Film aus dem Jahr 1937. Kaum zu glauben, aber so unfassbar revolutionär, zeitlos und noch heute packend können Filme sein.

Platz 27: “Brügge sehen… und sterben?” (GB 2008) von Martin McDonagh

in bruges

Es ist wie bei einem Kuchen. Wenn die Zutaten richtig gewählt, portioniert und umgesetzt werden, dann wird man wohl nie wieder einen so guten Kuchen essen. Das filmische Pendant dazu ist Martin McDonaghs Langfilm-Debüt, ein Glücksfalls der Inszenierung, des Schauspiels und des Geschichtenerzählens. Wenn ich einen Film in den letzten zwei Stunden meines Lebens wählen müsste, dieser wäre es!

Platz 26: “Pulp Fiction” (USA 1994) von Quentin Tarantino

pulp

Spätestens, wenn Vincent Vega und Jules Winnfield anfangen über Fußmassage zu philosophieren, dürfte der letzte Tarantino-Hasser überzeugt sein, dass “Pulp Fiction“ ganz einfach der coolste Film ist, der jemals über die Leinwände flimmern durfte.

Platz 25: “Suspiria” (IT 1977) von Dario Argento

suspiria

Das Opus Magnum von Horrormeister Dario Argento. Eine Bildsprache, die bis heute ihresgleichen sucht. Eine Story, die in ihrer konsequenten Umsetzung noch bis heute schockiert. Revolutionär und unerträglich spannend zugleich ist „“Suspiria““. Von welchem Horrorfilm lässt sich das heute noch behaupten? Achja richtig… ihr dürft gespannt auf Platz 5 warten.

Platz 24: “Mulholland Drive” (FR/US 2001) von David Lynch

mulholland

Die Traumfabrik wird auseinandergenommen, die Odyssee aus Sex, Charme, Wahnsinn, Andeutungen und undurchsichtiger Dunkelheit endet in einem verstörenden Fassadensturz, der keine Antworten geben will und sich auch nicht wie ein Reißverschluss zusammenfindet, sondern im einsamsten, schmerzhaftesten und ausweglosesten Moment konsequent die Augen schließt und nicht mehr öffnen wird. Das Meisterwerk schlechthin von David Lynch, dem Meister des Surrealismus, mit einer wie immer verzaubernden, talentierten Naomi Watts, die das Maximum aus ihrer Rolle herauskitzelt.

Platz 23: “Die Reifeprüfung” (USA 1967) von Mike Nichols

graduate

Habt ihr schon mal die Erfahrung gemacht, dass Emotionen jegliche Logik sprengen können. Nein? Das nennt sich Optimismus und falls ihr diesen in Vollendung sehen möchtet, dann schaut euch Mike Nichols Lebenswerk. Kritisch und lebensbejahend ist dieses Ausnahmewerk und dabei mit einigen der schönsten Songs der Filmgeschichte untermalt.

Platz 22: “Manhattan” (US 1979) von Woody Allen

manhattan

Klischee Klischee, aber es ist eben doch Woody Allens von allen Seiten gefeierte Liebeserklärung an New York, welche mich zum Allen-Fan machte. Seitdem durfte ich Stunden über Stunden den kleinen Koleriker lieb gewinnen, auch wenn bis heute keiner seiner anderen Filme für mich an „Manhattan“ heranreicht, denn diese Liebesodyssee ist schlichtweg in allen Belangen überragend.

Platz 21: “Love Exposure” (JP 2008) von Sion Sono

love exposure

Eine 4-stündige Liebeserklärung an…. die Liebe. Klingt das kitschig? Dann solltet ihr euch vielleicht davon überzeugen, dass “Love Exposure“ der kurzweiligste Film ist, den ich jemals gesehen habe. Unter anderem als “Pulp-Shakespeare-Kampfsport-Sekten-Teeniekomödie.“ betitelt, dürfte der Film den letzten Asien-Muffel davon überzeugen, dass Japan schon immer eine der besten Filmnationen war.

Platz 20: “American Beauty” (US 1999) von Sam Mendes

american beauty

Das amerikanische Familienbild in der gemeißelten Vorstadtidylle, in der die belanglose Oberflächlichkeit den wahren Wert des Lebens zu zerdrücken droht, wird süffisant Stück für Stück zerlegt, die Charaktere lassen ihre Masken fallen, erzwungene wie verlogene Fassaden stürzen in sich zusammen und eröffnen ein neues Bild in Richtung Zukunft – ob Abschied oder Neubeginn, ob Scheitern oder Hoffnung. Dazu der zuweilen bitterböse Humor, die intelligenten Spitzen und die wunderschönen, unverfälschten Momente, fernab jeder Verlogenheit und prätentiösen Selbstbeweihräucherung. „American Beauty“ brennt sich ein und ist mit Sicherheit einer der Filme für die Ewigkeit.

Platz 19: “Moulin Rouge” (AU/US 2001) von Baz Luhrmann

moulin rouge

„Moulin Rouge“ ist die Renaissance des Musicals: Schauspieler singen um ihren Verstand, die Liebe des Lebens ist zum Greifen nah und optisch ist Baz Luhrmann sowieso ein perfektes, überwältigendes, epochenübergreifendes Stück gelungen, in dem die Bühne und das wahre Leben miteinander verschmelzen. „Moulin Rouge“ ist so schön wie seine Protagonistin, so versessen wie sein Antagonist und genauso in sich selbst verliebt wie McGregor in Kidman.

Platz 18: “Oldboy” (KR 2003) von Park Chan-wook

oldboy

„Es heißt die Menschen kriegen nur Angst, weil sie zu viel Fantasie haben.“ Wohl wahr, denn gezeigt wird in „“Oldboy““ nicht viel, und trotzdem ist der Film eine kleine Waffe, welche dem Zuschauer erhebliche Schmerzen und Kopfzerbrechen bereitet. Er ist ein atemstockender Krimi, ein todbringender Thriller und vor allem ist er ein zutiefst erschütterndes, menschliches Drama, in gewissem Maße sogar eine Studie des menschlichen Verhaltens. Wer diesen Film noch nicht gesehen hat, hat definitiv eine der extremsten Erfahrung verpasst.

Platz 17: “Butch Cassidy und Sundance Kid” (USA 1969) von George Roy Hill

butch cassidy

Eine Geschichte über zwei Banditen, die gegen den Zeitgeist und den technischen Fortschritt ankämpfen. Sie sind Träumer in einer sich wandelnden Gesellschaft. Regisseur George Roy Hill geht diese Thematik mit viel Ironie und Melancholie an, und nimmt sich ebenso viel Zeit für die leisen Töne und die Charakterisierung seiner Figuren. Durch die Chemie von Newman, Redford und Ross hat sich der Film ab dem ersten Augenblick in mein Herz gespielt.

Platz 16: “Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford” (USA 2007) von Andrew Dominik

jesse james

Ein Western, der vielmehr eine Gesellschaftsstudie denn ein Film ist. Unheimlich präzise in der Inszenierung und im Schauspiel, atmosphärisch einmalig und nachhaltig. Andrew Dominik erzählt hier eine unglaublich realistische Geschichte garniert mit wunderschönen Landschaftsaufnahmen, viel Gefühl und einem traumhaften aufspielendem Cast. Einer meiner Lieblingswestern!

Platz 15: “Der Herr der Ringe”-Trilogie (USA/NZ 2001-2003) von Peter Jackson

lord of the rings

„My dear Frodo. Hobbits really are amazing creatures. You can learn all there is to know about their ways in a month, and yet after a hundred years they can still surprise you.“
Es scheint, als hätte sich Peter Jackson dieses Zitat sehr sehr langsam auf der Zunge zergehen lassen, denn mit ‚der Herr der Ringe – die Gefährten‘ schuf er meiner Meinung nach nicht nur einen absolut herausragenden Film, sondern ein Monument, die beste Buchverfilmung aller Zeiten und bis heute einen meiner absoluten Lieblingsfilme. Was wohl Tolkien gedacht haben muss, als er von diesem Geniestreich Wind bekommen hat?

Platz 14: “Chanson der Liebe” (FR 2007) von Christophe Honoré

chansons

Liebe, Leben und Tod in Paris. Ein wahrhaft magisches Musical. Egal ob wir traurig sind oder fröhlich, die Musik ist unser ewiger Begleiter. „Chanson der Liebe“ zeigt das auf wunderbar einnehmende Art und Weise, denn schöner werden Filme einfach nicht mehr. Ein Meisterwerk der Emotionen, eine Hommage auf menschliche Beziehungen, das mit jeder Sichtung an Kraft gewinnt. Dazu wurde Paris nur selten besser photographiert. All das macht Honorés Liebeserklärung an die Nouvelle Vague schon jetzt zu einem modernen Klassiker.

Platz 13: “Psycho” (USA 1960) von Alfred Hitchcock

psycho

Es ist nach wie vor beeindruckend, wie „“Psycho““ es beherrscht, den Zuschauer durchgehend zu dirigieren und wie Marionetten durch den Film zu führen. Meisterregisseur Alfred Hitchcock, und das zählt zu den ganz großen inszenatorischen Leistungen der Filmgeschichte, vermischt und vertauscht dabei immer wieder Sympathie, Antipathie und Empathie und legt sie wie einen Schleier über die Figuren, nur um sie in der nächsten Szene wieder zu wechseln und den Zuschauer so nach Lust und Laune zu manipulieren. „Psycho“ wird zu einem Suspense-Thriller, der nicht nur durchgehend hochspannend ist und mit atmosphärischer Perfektion glänzen kann, sondern auch die seelischen Konflikte, gebaut auf Eifersucht und Veränderung, des unbekannten Psychopathen schlüssig bis zum großen Finale ausleuchtet.

Platz 12: “Titanic“ (USA 1997) von James Cameron

titanic

„“Titanic““ zähle ich zu den besten Liebesgeschichten, die jemals auf Zelluloid gebannt wurden. Es ist ein Epos voller magischer Momente, meisterlich umgesetzt, mit wunderschönen Kompositionen von James Horner unterlegt. James Cameron ist ein zeitloser Klassiker, randvoll mit lieblichen Details und spektakulären Aufnahmen gelungen. Die 3D-Konvertierung ist erneut revolutionär und vollendete „Titanic“ zu einem rundum perfekten Erlebnis.

Platz 11: “Endstation Schafott” (IT/FR 1973) von José Giovanni

deux hommes

„„Endstation Schafott““ ist ein unter die Haut gehendes Plädoyer gegen die Todesstrafe. Ein Aufruf an Anerkennung, Verzeihung und Einsicht. Mit seinen fantastischen Darstellern, der groben Optik und der tollen Inszenierung erleben wir einen Film, der nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern noch Stunden nach dem Ende unglaublich stark wirkt. Ein schmerzhafter und aufwühlender Film, der viele Fragen aufkommen lässt und den Zuschauer festhält. Ein düsterer Film, der selbst in Momenten der Freude und Wärme weiß, wie er sie vertreiben kann.

Platz 10: “No Country for Old Men” (USA 2007) von Joel & Ethan Coen

no country

Der beste Film meiner Lieblingsregisseure. Blutig, schwarzhumorig und mit reichlich Dialogen gespickt, schaffen die Coen Brothers ein Abbild der modernen Gesellschaft. Das ist schockierend, atmosphärisch überwältigend und brillant gespielt.

Platz 9: “Der unsichtbare Dritte” (USA 1959) von Alfred Hitchcock

north by

Hitchcock zum Zweiten. Cary Grant in der Rolle seines Lebens. Der beste Thriller der Filmgeschichte mit der simplen Ausgangssituation, dass ein Mann für jemanden gehalten wird, der er eigentlich nicht ist. Nach über 50 Jahren immer noch so frisch wie eh und je, welcher Film kann das schon von sich behaupten.

Platz 8: “Indiana Jones und der letzte Kreuzzug” (USA 1989) von Steven Spielberg

indiana jones

Spielberg, Connery und Ford auf der Suche nach dem heiligen Gral. Diese Konstellation garantiert einen Haufen magischer Momente und selten gesehenen Ideenreichtum. Lachorgien sind damit vorprogrammiert! Nie war Popcorn-Kino besser! Unbedingt anschauen – denn ansonsten verpasst ihr einen zeitlosen Feel-Good-Movie.

Platz 7: “Goodfellas” (USA 1990) von Martin Scorsese

goodfellas

„He shoots him in the foot, he tells him to go f**k himself.“
Witzig, dramatisch, lebensnah und grandios gespielt. Martin Scorsese schuf einen Mafiafilm, der es nahezu mit dem meisterlichen Paten aufnehmen kann. Mit DeNiro, Liotta und Pesci bekommt man einen exquisiten Cast geboten, der keine Wünsche offen lässt.

Platz 6: “Außer Atem” (FR 1960) von Jean-Luc Godard

a bout de souffle

Anti-Kino in seiner höchsten Vollkommenheit, zwischen Kunst, Spontanität und Perfektion. „À bout de souffle“ ist ein Meisterwerk sondergleichen, welches man ab dem ersten Augenblick hasst oder liebt. Ich persönlich habe darin meinen liebsten Godard entdeckt, der hier mit dem Thema Liebe ebenso destruktiv wie liebenswert hantiert, Erzählkonventionen über Bord wirft und sich vollkommen der narzisstischen Welt widmet, in der Träume und Liebe ebenso erreichbar wie zum Scheitern verurteilt sind. Vielen Dank Monsieur Godard für diesen Einblick, der mir in Erinnerung gerufen hat, warum ich das Kino so sehr liebe.

Platz 5: “Django” (IT 1966) von Sergio Corbucci

django

Bessere Worte wie der deutsche Filmkritiker Christian Kessler lassen sich für meinen Lieblingswestern nicht finden: „‚Django‘ ist einer der unglaublichsten Filme aller Zeiten. Corbucci malt ein Bild von der Welt, das an Pessimismus nicht zu überbieten ist. Django ist ein durch den Tod seiner Frau gebrochener Außenseiter, der sich nur noch selbst begraben möchte. Doch er muss eine Kreuzigungs- und Wiederauferstehungsgeschichte durchleiden, um am Schluss doch mit leeren Händen dazustehen. Corbucci schafft es Illusionen von Gerechtigkeit zu erzeugen, die letztlich auch zum Scheitern verurteilt sind. Hallo Meisterwerk.“ Das kann ich bezeugen, denn mit nichts geringerem als einem zeitlosen, gesellschaftskritischen Meisterwerk haben wir es hier zu tun. Achja, nicht zu vergessen: Ein Hip-Hip-Hurra auf Franco Nero in der Rolle seines Lebens als titelgebender Held!

Platz 4: “Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt” (USA 1979) von Ridley Scott

alien

Für manch anderen mag “Blade Runner“ Ridley Scotts Opus Magnum sein, für mich ist es “Alien“. Damit hat er nicht nur ein ganzes Genre auf immer geprägt, sondern einen zeitlosen Science-Fiction-Horror geschaffen, der Schrecken verbreitet, aber auch zum philosophieren einlädt.

Platz 3: “Taxi Driver” (USA 1976) von Martin Scorsese

taxi driver

Diese Geschichte über Entfremdung, diese traumhaften Darsteller oder das Ende, welches eine der nachhaltigsten und brutalsten Szenen aller Zeiten darstellt, ich bin dankbar! Dankbar, dass es diesen Film gibt, ohne welchen mein Dreamteam Scorsese – DeNiro niemals hätte so viele Ausnahmefilme machen können. In dem Sinne: ein Hoch auf Taxi Driver.

Platz 2: “Der eiskalte Engel” (FR 1967) von Jean-Pierre Melville

samourai

Schauspiel, wie man es heutzutage nicht mehr geboten bekommt, eine bis ins kleinste Detail wunderbar durchdachte Geschichte und eine ebenso durchdachte Inszenierung, die ihrer Zeit voraus war. Alain Delon ist hier der Schauspielgott, kurzum: “Le Samourai“ ist der meiner Meinung nach beste europäische Film aller Zeiten.

Platz 1: “Der Pate“ & “Der Pate 2” (USA 1972/1974) von Francis Ford Coppola

godfather

„In der großen, weiten Welt gibt es keinen besseren Film. Ende der Diskussion.“ Das war der polemische, finale Satz meiner Kritik. Dabei möchte ich es auch hier belassen und auf die Kritik verweisen.