"Stolz und Vorurteil" (2005) Kritik

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„A Mrs. Bennet, a Miss Bennet, a Miss Bennet and a Miss Bennet, sir.“ – „Oh for heaven’s sake, are we to receive every Bennet in the country?“

Ich muss gestehen, dass ich bisher keine von Jane Austens Geschichten gelesen habe. Denn das scheint der Hauptgrund für die eher mittelmäßigen Bewertungen zu sein. Es ist mir unverständlich, wie so viele Filme, die es nicht verdient haben, in den Himmel gelobt werden, und die eigentlichen Meisterwerke wie ‚Stolz und Vorurteil‘ in dieser Masse zu verschwinden scheinen. Das Problem ist jedoch nicht nur der Vergleich mit der Literaturvorlage, sondern dass viele den Film absolut missverstehen. Denn die Liebesgeschichte spielt hier eher eine untergeordnete Rolle. Vielmehr schuf Joe Wright ein Portrait der englischen Gesellschaft gegen Ende des 18. Jahrhunderts.

Das damalige Lebensziel der Frauen war es, in die richtige Familie vermählt zu werden. Dabei spielten natürlich Reichtum, Anstand und Sitte eine gehörige Rolle. Elizabeth Bennet (Keira Knightley) wächst in dieser Gesellschaft an der Seite von vier Schwestern auf. Jedoch ist sie dem damaligen „Glauben“ einen Schritt voraus. Sie glaubt an die wahre Liebe. Diese wird ihr aber verwehrt, da sie ihre Mitmenschen nicht richtig einschätzen kann.

Wunderschön bebildert und musikalisch traumhaft untermalt. Ein Cast zum Niederknien und eine Geschichte über Vorurteile, Missverständnisse und die fehlende Konversation in unserer Gesellschaft. Joe Wright hat aus Jane Austens Buchvorlage eine moderne Variante geschaffen, die weit besser ist, als viele ihr zugestehen möchten. Viel Herz, viel Humor, tolle Dialoge, optisch ein Augenschmaus, das ist ‚Stolz und Vorurteil‘, ein Kunstwerk, welches meiner Meinung nach zudem einen der besten letzten Sätze der Filmgeschichte bietet.

Bewertung: 8/10 Sterne

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