"A Nightmare on Elm Street" (USA 2010) Kritik – Vom Albtraum zur Schlaftablette

„You can’t hurt me. This is my world. And you can’t ever leave.“

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Kommen wir zur nächsten Horror-Ikone. Freddy Krueger, die vielleicht berühmteste Figur der Horrorfilm-Geschichte versetzte uns in 7 Teilen und dem Kampf gegen Jason in Angst und Schrecken. Aber irgendwie ging den ‚Nightmare‘-Teilen zum Ende immer mehr die Luft aus und Freddy wurde vom Schrecken zum Sprücheklopfer. Dem Remake des Horror-Klassikers nimmt sich wieder die Produktionsfirma von Michael Bay an, diesmal nicht mit Marcus Nispel als Regisseur, sondern der noch unbekannte Samuel Bayer nimmt auf dem Regiestuhl Platz. Vor allem wegen der tollen Besetzung ist ‚A Nightmare on Elm Street‘ kein totaler Reinfall.

Die Kameraarbeit ist auch hier wieder ganz ansehnlich und zeigt uns düstere und größtenteils stimmige Bilder. Auf Wackelkamera wird zum Glück auch verzichtet. Vor allem die Szene im Laden, in der Realität und Traum verschwimmen ist stark gefilmt und gut inszeniert. Auch die Kulissen der gruseligen Fabrik, wie man sie bereits aus dem Original kennt, sind gut. Der Sound ist, wie schon in Nispel’s ‚Freitag der 13‘, nervig. Wieder poltert bei Schocksequenzen einfach ein lautes dröhnen aus den Boxen und nimmt den Szenen, die vielleicht spannend hätten sein können, die Wirkung. Auch die zumeist übertriebenen Effekte nehmen dem Film ordentlich Wind aus den Flügeln.

Nun zu den Darstellern. Robert Englund der mit Freddy Krueger die Rolle seines Lebens spielen durfte und dem Zuschauer das Fürchten gelehrt hat, musste einen würdigen Nachfolger haben. Mit der Verpflichtung von Jackie Earle Haley haben sie sich übertroffen. Haley’s Darstellung braucht sich nicht vor Englund’s verstecken. Er zeigt eine starke und gruselige Leistung, genauso wie es sein muss. Die weitere Besetzung kann Jackie Earle Haley natürlich nicht das Wasser reichen, spielt aber nicht dermaßen schlecht wie der Cast von ‚Freitag der 13‘. Rooney Mara, die man aus ‚The Social Network‘ kennt und zurzeit wieder für Fincher in ‚Verblendung‘ vor der Kamera steht, spielt sich mutig durch die schwachen und zum Teil peinlichen Dialoge. Auch Kyle Gallner bleibt nicht allzu blass.

Samuel Bayer, der vorher Musikvideos für zum Beispiel Metallica drehte, hat mit ‚A Nightmare on Elm Street‘ ein nettes Remake geschaffen. Zwar verschenkt der Film viel Potenzial, ist aber kein totaler Reinfall. Spannung oder gar albtraumhafte Stimmung kommt nur selten auf, was aber an der Darstellung der Effekte und am mehr als nervigen Sound liegt. Bleiben wir lieber beim Original von Wes Craven, das ist wenigstens durchgehend spannend und macht jede Menge Spaß.

Fazit: ‚A Nightmare on Elm Street‘ ist mäßig spannendes Horror-Kino. Zwar hat der Film mit Jackie Earle Haley einen tollen Darsteller, dessen Leistung man sich gerne anschauen und würdigen darf, doch die dämlichen Dialoge, die fehlende Originalität und die Effekte sowie der Sound bremsen den Zuschauer viel zu oft aus. Besser als der seelenlose ‚Freitag der 13‘-Aufguss ist der Film aber allemal.

Bewertung: 5/10 Sternen