"Alien vs. Predator" (USA 2004) Kritik – Und täglich grüßt der Anderson

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Und wieder einmal melde ich mich zum Thema ‚Alien‘ und ‚Predator‘ zu Wort. Nach den beiden tollen Genre-Filmen dreht sich diesmal alles um das ultimative Aufeinandertreffen der beiden Monster. In ‚Alien vs. Predator‘ von Paul W.S. Anderson aus dem Jahre 2004 gibt es endlich beide Kino-Giganten gemeinsam vor der Kamera. Der Film erweist sich aber als einer der schlechtesten Sci-FI/Actionfilme und gleichzeitig einer der schlechtesten aller Zeiten. Was am Anfang noch reizvoll und interessant klang wird durch Andersons Inkompetenz zur peinlichen und beleidigenden Angelegenheit für jeden Fan der Filmreihen.

Die Ausstattung von ‚Alien vs. Predator‘ ist dermaßen misslungen, dass man ihm in jeder Szene die Künstlichkeit ansieht. Alle Einstellungen schreien nach Tschechischen-Filmstudio und ließen mich nur noch mit dem Kopf schütteln. Die einstige optische Klasse der ‚Alien‘-Filme wurde nicht im Ansatz eingefangen und auch die Kameraarbeit von David Johnson ist mit Sicherheit nichts Besonderes. Durchschnittliche Arbeit, aber berauschend noch lange nicht. Dazu versucht der Film zwischendurch immer wieder mit den neumodischen Zeitlupe-Szenen zu glänzen und will unbedingt cool wirken. Mir geht das Ganze inzwischen nur noch auf die Nerven. Einzig der Soundtrack von Harald Kloser ist ein Lichtblick in der Finsternis und das wohl stärkste an ‚Alien vs. Predator‘. Der Score hätte einen besseren Film zur Untermalung verdient, so kommt natürlich nicht ein Hauch von Feeling auf und die Musik dudelt gegen eine erschreckend eindimensionale Wand an.

Schauspielerisch, wer hätte das gedacht, bietet ‚Alien vs. Predator‘ auch gar nichts Tolles. Fast ausschließlich besetzt mit Namen und Gesichtslosen Schauspielern trotteln sich die möchtegern-Darsteller von A nach B. Lediglich Lance Henriksen als Charles Bishop Weylad ist kein Totalausfall und hat sich als einziger die Berufsbezeichnung „Schauspieler“ verdient. Der Rest bleibt blass, austauschbar, langweilig und ausdruckslos und man wünscht ihnen das baldige abtreten.

Was hat ‚Alien‘ und ‚Predator‘ das Kino der Zukunft geprägt. Die zwei größten und fiesesten Weltraummonster überhaupt. Bei jedem Cineasten bekannt und in jeder sorgfältigen Filmsammlung vertreten. Spannung, Action und große Unterhaltung konnte die Filme auszeichnen. Technisch perfekt, mit tollen Kulissen und berauschender Optik ausgestattet spielten sich beide Filme in die Herzen des Publikums und konnten sich eine riesige Fanmasse aufbauen. Jetzt steht also ‚Alien vs. Predator‘ vor der Tür. Was erwartet man als Fan der den Comic oder das Computerspiel nicht kennt? Man erwartet im Großen und Ganzen ein Spektakel der Extraklasse. Keine Tiefgründige Story und kein Arthaus-Kino. Einfach nur beste Unterhaltung die Fans und Neulinge gleichermaßen zufrieden stellt. Aber Paul W.S. Anderson bliebt sich selbst treu, denn nachdem er schon ‚Resident Evil‘ ordentlich versalzen hat, verbockt er bei ‚Alien vs. Predator‘ ebenfalls so ziemlich alles.

Angefangen bei unseren beiden Lieblingen. Der Predator scheint wohl längeren Urlaub auf Jamaika gemacht zu haben, jedenfalls fällt seine Haarpracht mit den Dreadlocks eindeutig länger und größer aus. Doch nicht allein die Neue Mähne sorgt für Entmystifizierung, anscheinend hat der Predator auch das Unsichtbar machen verlernt und turnt nun für jeden sichtbar durch die Pyramide. Wo ist das Mysteriöse? Die spannende Verborgenheit? Das Hinauszögern? Die unsichtbare Bedrohung? All das was den Predator doch so reizvoll und interessant gemacht hat ist nicht mehr vorhanden. Gut, der Predator ist schon mal versaut. Dazu kommt auch noch, dass der Predator jetzt zum gutmütigen Zeitgenossen geworden ist. Tja, man höre und staune! Er tut sich mit den Menschen zusammen und bekämpft gemeinsam die bösen, bösen Aliens. Da fehlen einmal die Worte. Ob Anderson wohl wusste wer dieser Predator eigentlich ist? Das Alien wurde nun nicht zu 100% versaut. Das gruselige Aussehen wurde weitestgehend behalten, dazu wurde das Alien im Angriff noch deutlich schneller gemacht. Das sollte dem Film wohl in Sachen Spannung und Tempo nochmal anziehen. Blöd nur, dass jegliche Kampfszenen absolut uninteressant, eintönig und schrecklich choreographiert wurden. Wenn man dann noch das Alien zum 17. Mal in Großaufnahme mit der Oberlippe bibbern sieht, verkommt auch dieses langsam immer mehr zur Lachnummer.

Toll, den Spaß an unseren Lieblingsmonstern hat Anderson uns ja schon vermasselt. Dann die Hauptdarstellerin, die so was wie die Ripley der Moderne geben soll, dabei aber in jeder Szene absolut unauthentisch und völlig desinteressiert wirkt. Das ganze Geschehen läuft dann nach dem typischen 10 kleine Negerlein Motiv ab, was an dieser Stelle natürlich ein bisschen Freude macht, denn immerhin sterben nach und nach mehr von diesen völlig leblosen Charakteren und das Ende des Films rückt zum Glück immer näher. Doch auch das Ende bietet keine Erlösung. Da quält man sich 90 Minuten durch den größten Müll und wird am auch noch mit einem offenen Ende bestraft. Eine Einleitung für den zweiten Teil. Na vielen Dank. Ich dachte mir an dieser Stelle, dass es ja eigentlich nicht schlimmer werden könnte. Doch es kann, wie ich wenige Stunde später feststellen musste.

Am Ende von ‚Alien vs. Predator‘ saß ich nur noch mit verschrecktem Gesicht vor dem Bildschirm, jegliche Hoffnung an die Filmwelt verloren und schwer enttäuscht von dem was mir da eben serviert wurde. Selten wurde ich von einem Film so dermaßen beleidigt und bestraft. Wenn das Andersons Ziel gewesen war, dann kann ich ihn nur beglückwünschen, denn Anderson hat es mal wieder mit Bravour geschafft einen Film mit vollem Tempo gegen die Wand zu brettern.

Fazit: ‚Alien vs. Predator‘ oder „Wie vergewaltigt man zwei der größten Ikonen der Kinogeschichte und lässt sie als lächerliche Hüllen zurück“. Paul W.S. Anderson versteht zu keiner Zeit seinen Film irgendwie unterhaltsam zu gestalten. Mit grausigen Kulissen, furchtbaren Schauspielern und einer Entmystifizierung der Extraklasse macht sich Anderson bei mir so richtig schön unbeliebt. Fans der alten Filme sollten ‚Alien vs. Predator‘ unbedingt aus dem Weg gehen. ‚Alien vs. Predator‘ ist kurzgesagt eine Beleidigung, Fremdschämen pur und der letzte Müll. Für diejenigen, die, wie Mr. Anderson selbst, keine Ahnung haben, dass es Filme namens ‚Alien‘ oder ‚Predator‘ gibt, ist das Einschalten auf eigene Gefahr erlaubt.

Bewertung: 1/10 Sternen