"Amores Perros" (2000) Kritik

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„You and your plans. You know what my grandmother used to say? If you want to make God laugh… tell him your plans.“

Informiert euch über Mexiko Stadt, ebenso über Medellin oder eine andere mexikanische Stadt, die zu den gewalttätigsten der Welt gehören, und ihr werdet sehen, wie verdammt realistisch ‚Amores Perros‘ ist. Ein Film, der das Leben in diesen Städten wiederspiegelt, so schockierend, hart und skrupellos es sein mag.
Die zentrale Rolle in ‚Amores Perros‘ spielen die titelgebenden Hunde. Hunde als Kamfmaschine und Geldeinnahmequelle, Hunde als Begleiter des Menschen, Hunde als Protagonisten. Ein Episodenfilm, dessen Szenen unweigerlich im Gedächtnis bleiben werden, so überzeugend brutal und gleichzeitig liebevoll hat der mexikanische Regisseur Alejandro Gonsalez Inárritu seine Heimat inszeniert. Ebenso sind die Schauspieler, die mir vom ersten Augenblick an etwas bedeuteten und die Atmosphäre, die mich glauben lies, ich würde mich mitten in den mexikanischen Favelas befinden, einfach atemberaubend.
Die Story ist temporeich, wenn auch nicht ohne Längen, auch wirkt die mittlere Episode über das Schicksal eines Models bei weitem nicht so packend, wie die voran- und nachgehende Episode.
Ich muss es einfach hervorheben. War ich bisher von Inárritus Werken bei weitem nicht überzeugt, als zu klischeehaft und konstruiert empfand ich seine Filme wie ‚Babel‘ und ’21 Gramm‘, mit ‚Amores Perros‘ hat er ein äußerst nachhaltiges, emotionsgeladenes, gewalttätiges und poetisches Meisterwerk geschaffen.
Und hier stellen sich die Fragen: „Können wir unser Schicksal selbst bestimmen?“, „Was bedeutet Ehrlichkeit und Liebe?“, „Wie wichtig ist Familie?“, etc., etc. Ein Werk zum Nachdenken also, zum Diskutieren.

‚Amores Perros‘ ist Inárritus Debütfilm, was also macht er bei seinen anderen Filmen falsch? Vielleicht tut es ihm einfach nicht gut mit Hollywoodstars zusammenzuarbeiten, wer weiss das schon, aber wenn seine neueste rein spanischsprachige Produktion ‚Biutiful‘ so gekonnt wie ‚Amores Perros‘ umgesetzt wurde, dann ist meine Freude jetzt schon riesig.

Fazit: Ein Regisseur hat Talent, und wie bei vielen fremdsprachigen Regisseuren zeigt sich: am besten in der Heimat weiterdrehen. Bleibt letztendlich nur noch zu sagen: ‚Amores Perros‘ ist Pflichtprogramm!

Bewertung: 8/10 Sterne