"Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät" (FR, ES, IT, HU 2012) Kritik – Rule Britannia! Britannia rule the waves!

“Hurra, wir fahren nach Britannien! Da gibt es ganz frische Römer.”

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Asterix, der kleine schlaue Gallier mit dem Fläschchen voll Zaubertrank erfreut seit 1959 Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Ideenväter des schnauzbärtigen Römerschrecks sind Autor René Goscinny (1926–1977) und Zeichner Albert Uderzo. Doch Asterix und sein dicker Freund Obelix durften sich nicht nur auf dem Papier durch Römerhorden prügeln: Insgesamt acht Mal haben es die beiden tollkühnen Gallier in animierter Form auf die Kinoleinwände geschafft. Zumeist konnten die Leinwandausflüge sogar dem Geist ihrer Vorlage gerecht werden und erfreuen sich sogar bei eingeschworenen Asterix-Fanboys größter Beliebtheit. Als 1999 Claude Zidi („Brust oder Keule“) mit „Asterix & Obelix gegen Caesar“ den ersten Asterix-Realfilm in die Kinos brachte, waren die Erwartungen natürlich groß und die darauf folgende Enttäuschung umso größer. Bei diesem ungallischen Abenteuer hätte Goscinny die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, da konnte selbst ein Gérard Depardieu, der als Obelix eine gute Figur machte, nichts mehr retten. Doch wer hier bereits glaubte, dass es schlimmer nicht mehr geht, wurde durch „Asterix & Obelix: Mission Kleopatra“ und „Asterix bei den Olympischen Spielen“ eines besseren belehrt. Nun kommt mit „Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät“ ein weiterer Realfilm in die Kinos und Asterix-Fans fürchteten bereits das Schlimmste. Allen Unkenrufen zum Trotz entpuppt sich „Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät“ als der beste Teil der Reihe, auch wenn er dennoch nicht über das Mittelmaß hinauskommt.

Britannien wird von den Römern überrannt, doch ein Dorf leistet verzweifelt Widerstand. Als die Kräfte zu schwinden beginnen, schickt Cordelia, die Königin der Briten (Catherine Deneuve) ihren treuen Boten Teefax (Guillaume Gallienne) auf ins entfernte Gallien. Hier soll der treue Diener die Gallier ausfindig machen, die dem großen Cäsar (Fabrice Luchini) dank eines kräftesteigernden Zaubertrankes schon seit Jahren Paroli bieten. Dort angekommen trifft Teefax auf die beiden Gallier Asterix (Édouard Baer) und Obelix (Gérard Depardieu), die von Dorfhäuptling Majestix dazu auserkoren werden, dem tapferen Briten auf seiner Reise zu begleiten…

Alles neu in „Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät“: Frischer Regisseur, neuer Asterix (mit Édouard Baer schlüpft inzwischen schon der dritte Schauspieler in die Rolle des gewitzten Galliers) und erstmalig Asterix in 3D, lediglich Depardieu als Obelix blieb erhalten. Kein Wunder, schließlich ist ihm die Rolle inzwischen im wahrsten Sinne auf den Leib geschrieben. Mit Laurent Tirard nimmt nun ein Regisseur auf dem Regiestuhl Platz, der sich bereits mit den Arbeiten des legendären René Goscinny auskennt, immerhin brachte er bereits 2010 „Der kleine Nick“ in die französischen Kinos. Zudem schrieb Laurent Tirard gemeinsam mit Grégoire Vigneron das Drehbuch, mit positiven Auswirkungen: „Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät“ kommt der Comic-Vorlage deutlich näher als seine Vorgänger. So sind einzelne Sequenzen fast bildgetreu aus dem Comic übernommen worden und dann und wann ertappt man sich dabei, wie einem solche Szenen ein Lächeln auf das Gesicht zaubern.

Warum man sich nicht darauf beschränkt hat lediglich „Asterix bei den Briten“ als Vorlage zu nutzen, bleibt ein Rätsel. Stattdessen wurden noch einzelne Elemente aus dem „Asterix und die Normannen“-Band in die Handlung zu integriert. Diese an sich äußerst amüsante Geschichte wird hier für ein paar billige Lacher schlichtweg verkauft und erweist sich letztlich als überflüssiger Ballast. Leider krankt auch das neuste Asterix-Abenteuer wieder einmal am Humor, denn nur wenige Gags können wirklich zünden. Unterhaltsam wird es immer dann, wenn das Liebesleben der beiden gallischen Mittdreißiger in den Mittelpunkt rückt und ihre Beziehung näher beleuchtet wird. Denn wer hat sich nicht schon einmal die Frage gestellt, ob Asterix und Obelix vielleicht doch mehr als nur „gute Freunde“ sind?

Dank aufwendiger Computeranimationen und überzeugender 3D-Technik macht „Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät“ wenigstens visuell einiges her: Wenn Cäsars Flotte nach Britannien übersetzt und auf ihrem Weg so manch unschuldiges Piratenboot entzwei sprengt, oder die Wirkung des geheimen Zaubertranks auf seine Konsumenten gekonnt in Szene gesetzt wird, dann weiß man, wo die 60 Millionen Euro Budget geblieben sind. Schade nur, dass da nicht ein bisschen mehr Geld in die Kostüme gesteckt wurde, denn diese wirken oftmals, gelinde gesagt, billig.

Fazit: Die Die Ga.. die Ga..Ga-ga Ga-ga…die Gallier sind zurück! „Asterix & Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät“ ist mit Abstand die beste Realfilm-Umsetzung der Asterix-Abenteuer. Traurigerweise muss man eigentlich sagen, denn über das gepflegte Mittelmaß kommt auch das neuste gallische Abenteuer nicht hinaus. 2014 wird der clevere Gallier mit „Asterix: The Land of the Gods auch erstmalig in computeranimierter Form im Kino zu sehen sein – Wir hoffen weiterhin das Beste…

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