"Ben X" (NL 2007) Kritik

„In Games kann man sein, wer oder was man will. Hier kann man nur ein Mensch sein.“

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Ich bin sprachlos und überwältigt, ich sitze absolut geohrfeigt in meinem Sessel. ‚Ben X‘, ein Titel, welcher in keinster Weise das Interesse wecken würde, sich diesen Film anzuschauen. Jedoch ist dieser ein absolutes Muss. So viel kann daraus gelernt werden, alle Gefühle werden beansprucht und das Ende, ja was soll ich dazu sagen, es ist ein „Wow“-Moment vom Allerfeinsten.

Der niederländische Film erzählt die Geschichte des jugendlichen Benjamin, der unter dem Asperger Syndrom bzw. unter Autismus leidet. Mit einem harten Schlag wird der Zuschauer in Bens Alltag geschmissen, ein Leben, in dem nur noch das Computer-Game „Archlord“ für den Jungen von Bedeutung ist. Ein richtiges Leben, richtige Freunde scheinen aufgrund der Ignoranz der Gesellschaft, aufgrund des Mobbings in der Schule für ihn unmöglich. Daher entscheidet sich Ben eines Tages, sich von seinem Leid zu erlösen, der Weg dorthin ist schmerzhaft, schmerzhaft für seine Familie, schmerzhaft für den Zuschauer.

Technisch ist ‚Ben X‘ absolut herausragend umgesetzt. Und ab dem ersten Augenblick wird klar, dass Spiele-Soundtracks „richtigen“ Soundtracks keineswegs hinterher hinken. Das Drehbuch ist große Klasse und die Darsteller spielen allesamt wahnsinnig überzeugend, realistisch und emotional, was Bens Situation nur noch greifbarer und ernüchternder macht.

Wie soll ich diese sozialkritische Wucht an Film letztendlich zusammenfassen? Er ist, auf den Punkt gebracht, einer der authentischsten, traurigsten, nachhaltigsten und emotionalsten Filme, die ich jemals gesehen habe!

„Lächeln heißt eigentlich nur, dass es gar nichts zu lachen gibt.“

Kein Möchte-Gern-Drama, nein, sondern ein großes kleines Kunstwerk, welches wirklich versteht, uns über unsere Welt zum Nachdenken zu bringen und eventuell sogar an ihr etwas zu ändern.

Bewertung: 8/10 Sternen