"Black Hawk Down" (USA 2001) Kritik – Dreckig wie wir waren

„Keiner von uns will ein Held werden, aber manchmal passiert es einfach.“

„Black Hawk Down“ erhebt für sich nicht den Anspruch, irgendwie besonders brutal zu sein und ist es doch. Er will nicht belehren oder erschüttern, und trotzdem tut er genau das. Ein grauenhaft ehrlicher Kriegsbericht, hervorragend besetzt und absolut perfekt inszeniert. Auf eine grausame Art und Weise genießt man den präsentierten Kampf auf Leben und Tod.

Und das ist genau das, was „Black Hawk Down“ von anderen Kriegsfilmen, wie „The Hurt Locker“, der den Krieg auf ganz andere Weise beleuchtet, unterscheidet: Ridley Scott schaffte es, die Hektik, die Erbarmungslosigkeit und letztlich schlicht und ergreifend den ganzen Dreck des Krieges mit der Kamera einzufangen. Ein fetter Adrenalinstoß, der über zwei Stunden anhält, bei dem man als Zuschauer vergisst, dass man gerade auf einem weichen Sofa sitzt, bei dem man irgendwie mitten drin ist. Josh Hartnett, Eric Bana, Ewan McGregor sowie die restliche Besatzung der Task Force sind zum Glück in der Lage, sich dieses Dreckig-erbarmungslose anzueignen und auf ihre Figuren zu übertragen, sodass das Grauen des Krieges in seiner vollen Bandbreite beim Zuschauer ankommt. Nach der Literaturvorlage verzichtet „Black Hawk Down“ auf Diskussionen nach dem Sinn des US-Übergriffs in Somalia. Er beleuchtet nicht, dass die UNO-Friedensmission mit diesem Vorhaben scheiterte. Es ist ihm egal, dass er nicht auf historische Fakten Rücksicht nimmt. Das würde ihn zerstören. Dieser Film weiß, was er will, und Scott nutzt seine Zeit für einen der ehrlichsten Kriegsberichte überhaupt.

Einen realistischen Eindruck vom Krieg gewinnen? Ohne je selbst dabei gewesen zu sein, schlicht unmöglich. „Black Hawk Down“ kann für sich den Anspruch erheben, in geringem Maße genau das zu tun.

Bewertung: 8.5/10 Sternen