"Braindead" (NZ 1992) Kritik – Ein Slasher, uns zu knechten

„Ihre Mutter hat meinen Hund gegessen!“

Kinder, passt auf, was ihr für Drogen nehmt. Äh…dass ihr keine Drogen nehmt. Und schon gar nicht greift man dann zu Stift und Papier und schreibt einen Slasher. Ich muss jetzt hier mal was loswerden, was viele von euch bestimmt garnicht wissen: Peter Jackson kokst. Anders kann’s gar nicht sein. Wahrscheinlich war er auch noch beim Dreh auf Speed oder Hasch, vermutlich hat die ganze Crew so’ne Art Gemeinschaftsdroge genommen. Vielleicht wollte auch jemand seine fünf Kilo Gras aus dem Keller loswerden, wusste nicht wohin und hat sie kurzerhand verbrannt. Wie auch immer es dazu kam, „Braindead“ ist und bleibt eins: einer der besten Trash-Filme die man sich so antun kann.

Tatsächlich hatte Jackson so gut wie kein Budget zur Verfügung, weil er das Projekt selbst finanzierte, und das hatte zur Folge, dass er nur am Wochenende drehte und die Schauspieler dieses Machwerks allesamt Freunde und Kollegen sind. Ein Drehbuch gab es nicht, es wurde aufgenommen, was gerade aus dem Gehirn blubberte.

Moses hatte die Macht, das Wasser des Nils in Blut zu verwandeln. Und auch wenn Jackson den gesamten Fluss leergepumpt hätte, hätte das Blut nur für eine, vielleicht zwei Szenen gereicht. Die Splatter-Ideen sind so herrlich hirnrissig und skurril, wenn ich nur an die Glühbirne denke. Dickes Highlight gleich als Auftakt ist der für knapp 10 Dollar super-unterirdisch-schlecht dargestellte Rattenaffe, der das Maskotchen für Trash sein könnte. Wer würde seinem Kind keine Rattenaffe-Puppe kaufen? Und auch wenn meine Familienplanung noch gar nicht begonnen hat, steh ich dieser Baby-Sache irgendwie skeptisch gegenüber. Gleiches gilt für die Gartenarbeit, aber wenigstens weiß ich jetzt, was für ein Gerät ich als Waffe mitnehme, wenn Romeros „Dawn of the Dead“ in ein paar Tagen Wirklichkeit wird. Jacksons sehr spezieller und sehr, sehr schwarzer Humor kommt hier in jeder Sekunde zur Geltung, es zündet jedenfalls so gut wie jeder sogenannte „Gag“, auch wenn das hier nichts mehr mit der normalen Definition davon zu tun. Zum unglaublichen Finale dieses Kronjuwels fehlen mir dann auch schlicht die Worte – überladen, prachtvoll, ein Fest.

Absolutes Fun-Slasher-Meisterwerk, bis heute im Genre unerreicht und darf völlig zurecht als Kult bezeichnet werden. Dass er Jahre später dem Koks den Rücken kehrt und eins der größten filmischen Monumente unserer Zeit dreht, wer hätte das gedacht?

Bewertung: 8/10 Sternen