"Bram Stoker’s Dracula" (1992) Kritik

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„I am the monster that breathing men would kill. I am Dracula.“

‚Bram Stoker’s Dracula‘, soviel steht fest, ist bisher einer der besten Vampirfilme, die ich gesehen habe. Und vor allem eine wahre Augenweide im Vergleich zum modernen ‚Twilight‘-Schund. Hier wird der Legende ‚Dracula‘ noch alle Ehre gemacht.
Zu den filmischen Aspekten. Die größte Schwäche des Films ist wohl das fehlerhafte Drehbuch, welches den Zuschauer zwei bis drei Mal ohne Erklärung ärgerlich den Kopf schüttelnd vor dem Fernseher sitzen lässt. Man denkt sich „wieso passiert das jetzt, was ist der Grund?“ Das bittere daran ist, dass der Film, abgesehen vom Drehbuch, vollkommen perfekt ist, mit Ausnahme von Keanu Reeves sehr schwacher Leistung. Mit Gary Oldman als Graf Dracula und Anthony Hopkins als Van Helsing begegnen sich zwei Gegenspieler auf sehr hohem schauspielerischem Niveau. Sie machen Spass, sie machen Angst und sie sorgen für Spannung. Eingefangen wird der ganze Film in Bildern, welche in ihrer Pracht an die „der Pate“-Trilogie erinnern.
Die Kostüme, die Atmosphäre, die Bildsprache, Wojciech Kilars meisterlich schauerhafte Melodien, die darstellerischen Leistungen und die Masken und Effekte machen aus diesem Film ein artistisches, angsteinflößendes und, trotz der Schwäche des Drehbuchs, nachdenkliches Kunstwerk, welches sicherlich nicht jedermanns Geschmack trifft, aber definitiv zeitlos ist.

Hätte man noch mehr Zeit in das Skript gesteckt, die erzählerischen und dramaturgischen Fehler ausgemerzt, dann wäre diese filmische Adaption eines in seiner Liebe gefangenen Biestes ein weiteres Meisterwerk Coppolas geworden. So muss er sich damit abfinden, dass ‚Bram Stoker’s Dracula‘ wohl als eines seiner schwächeren Werke, aber dennoch als absolut sehenswert, in die Filmgeschichte eingeht.

Bewertung: 7,5/10 Sternen