"Cold Fish" (2010) Kritik – Dumme Abartigkeit

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„Life is pain“ schreit der Antagonist gegen Ende von Sion Sonos neuem Film ‚Cold Fish‘.

Seit gestern, als ich ‚Cold Fish‘ auf dem Fantasy Filmfest betrachten durfte, mache ich mir Gedanken über dieses Zitat, diesen Film und darüber, wie krank die Menschheit inzwischen sein muss, um einen solchen Film zu feiern. Die Kritiken sind mehr als nur positiv. Ein, wenn auch nur kleiner, Teil des Publikums klatschte und lachte bei einigen der abstoßendsten Szenen, die ich jemals betrachten durfte. Und all das läuft auf die Aussage hinaus, dass das Leben ein einziger Schmerz ist.

Zu allem Überfluss werden Kreuze mit Jesus als Symboliken benutzt, um die Schuld für diese widerwertige Welt auf Gott zu schieben. Aber um was geht es eigentlich in ‚Cold Fish‘. Die Handlung zeigt eine Familie, der „unfreiwillig“ Zutritt in die Runde eines Psychopathen und geldgierigen Serienkillers verschafft wird. Allerdings ist hier die Definition von „unfreiwillig“ seltsam und stupide. Eher dumm würde ich das nennen. Die Menschheit ist depressiv, und wenn es nach Sono geht, dann wird sie nur noch durch Gewalt und Sex beherrscht. Sehr traurig, vor allem aber auch verwunderlich, denn ganz anderer Meinung war Sono in seinem Meisterwerk ‚Love Exposure‘, in dem sich alle weltbewegenden Themen um die Liebe drehen.

Stinksauer bin ich also gestern aus dem Kino gekommen. Inzwischen habe ich mich abgeregt und versuche, sachlich zu bleiben. Das fällt mir allerdings immer noch sehr schwer, denn ein dermaßen brutaler und zugleich oberflächlicher Film ist mir in all meinen Jahren, die ich mich inzwischen mit Filmen beschäftige, noch nicht untergekommen. Frei von Emotionen, frei von Logik, frei von Entscheidungswillen wird der Film durch Overacting, religiöse non-sense Symbolik und extreme Gewaltdarstellungen geprägt. Dass das von vielen als schwarze Komödie und Gesellschaftssatire interpretiert wird, fällt mir in diesem Fall schwer zu glauben. Ich kann nur sagen, so lobenswert die Inszenierung auch sein mag, ich hasse diesen Film, jede Sekunde der voyeuristischen Kamera oder kurz gesagt die für mein Empfinden dämliche Geschichte, welche frei von Wendungen und Gefühlen abgespielt wird. Nach Lösungsansätzen sucht man vergeblich, das Warum ist absolut haarsträubend.

Das Leben soll schmerzhaft sein? Nein, das Leben ist, was man daraus macht. Und wenn es das Ziel des Films sein soll, einem Selbstmordgefährdeten bei seinem Abgang zu helfen, das hat er erreicht. Ich habe wirklich lange nicht mehr so viel Müll auf einem Haufen gesehen!

Bewertung: 1/10 Sternen