"Collateral" (USA 2004) Kritik – Eine unvergessliche, rabenschwarze Nacht

Max: Hey.
Max: [stuttering] He, he, he fell on the cab. He fell, he fell from up there on the motherfucking cab. Shit. I think he’s dead.
Vincent: Good guess.
Max: You killed him?
Vincent: No, I shot him. Bullets and the fall killed him.

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Alles begann wie ein normaler Filmabend und alles endete für mich im Überwältigtsein!
Jedoch ist ‚Collateral‘ ein Film, mit dem man entweder vom ersten Augenblick an vorlieb nimmt oder bei dem man sich bis zum Finale denkt „was soll das?“

Bei mir ist es nun so, dass ich nicht erst seitdem ich Der Pate oder Taxi Driver gesehen habe, auf Dialoge stehe, die sich schon mal 10 Minuten oder länger ziehen können. Auch hier bekommen wir eine fast 10-minütige Exposition aus Dialogen serviert, welche ich vom ersten Augenblick an in mein Herz geschlossen habe. Die Rolle des träumenden Taxifahrers, der nichts mit seinem Leben anzufangen weiss, habe ich Jamie Foxx dabei sofort abgekauft.
Seine Kundin, mit der er sich zuvor so nett unterhalten hat, steigt schließlich aus, macht Platz für den nächsten Passagier und weiter gehts durch die Straßen von Los Angeles. Was er nicht weiss, er hat einen rücksichtslosen Auftragskiller namens Vincent (superb: Tom Cruise) an Bord. Die Bindung und die Folgen, welche aus der Situation zwischen dem Killer und seiner Geisel resultieren, sind schlichtweg atemberaubend.
Der Schauplatz Los Angeles wurde von Michael Mann hypnotisierend und stilistisch meisterlich gefilmt. Ob es die Kamerafahrten durch die Häuserschluchten, die eher ruhigen Einstellungen oder die wenigen, rapide gefilmten Actionszenen sind, es ist eine Glanzarbeit!
Im Verlauf der Geschichte selbst ist nicht viel Platz für Humor, gesetzt wird auf emotionale (Max) oder kalte, gefühllose (Vincent) Sätze. Die Spannung steigert sich dabei konstant über mehrere Zwischen-Höhepunkte bis zum finalen Showdown. Begleitet wird diese Klimax von Newton-Howards sagenhaftem Score und einer tollen Musikauswahl (Klassiker wie „Destino de Abril“)!

Ohne Zweifel ist Mann hier ein Genre-Highlight (besonders in Sachen Atmosphäre, Schauspiel und Setting) und für mich einer der besten Filme des letzten Jahrzehnts gelungen. Dass der Regisseur seit eh und je aufgrund seiner eigenen Erzählweise ein gespaltenes Publikum hat, ist nichts Neues. Daher kann ich nicht viel mehr als meine Begeisterung aussprechen, denn gewiss ist, dass Mann fünf Jahre nach seinem Meisterwerk ‚Insider‘ immer noch zu den ganz Großen seines Fachs gehört!

Bewertung: 9/10 Sternen

P.S. Nach dem Trailer gibt es noch den Song „Destino de Abril“ zu hören.

„Destino de Abril“ von The Green Car Motel: