"Colombiana" (USA 2011) Kritik – Eiskalte Killerin gefangen in gähnender Langeweile

Ich will eine Killerin sein. Kannst du mir helfen?

Das Action-Kino bietet kaum noch etwas Neues. Natürlich kann das Genre dennoch hin und wieder durch spektakulär inszenierte und/oder handgemachte Action unterhalten und im besten Fall sogar begeistern. Der Rache-Action-Thriller ‚Colombiana‘ von Olivier Megaton aus dem Jahre 2011, produziert von Luc Besson, setzt leider keinerlei neue Impulse. Denn weder die Action wurde stark inszeniert, noch bewegen sich die Charaktere aus dem Standardmuster heraus.

Schnelle Schnitte, klare Bilder und ein genretypischer Soundtrack machen ‚Colombiana‘ aus. Kameramann Romain Lacourbas fängt das Geschehen zwar in kraftvollen und satten Bildern ein, kann dem Zuschauer jedoch in keiner Weise irgendetwas Besonderes bieten. Es gibt keine erinnerungswürdige Kamerafahrt oder eine Einstellung, die im Gedächtnis haften bleibt. Der Soundtrack von Nathaniel Méchaly passt sich den Szenen an und soll noch einiges an Spannung aufbauen, schade nur, dass ‚Colombiana‘ weder eine Atmosphäre besitzt noch unterhalten kann.

Zoë Saldaña bekommt hier ihre erste Hauptrolle zugesprochen. Saldaña spielt Cataleya, die Rache üben will und zur Assassine ausgebildet wird. Saldaña kann in ihrer Rolle zwar nicht mit schauspielerischer Klasse glänzen, dafür aber mit ihrem Aussehen. Dass sie aber keine besondere Leistung zeigen kann, liegt nicht an ihr, sondern das Drehbuch schenkt ihr einfach keinen Platz für Entfaltungsmöglichkeiten. So bleibt sie eben die mordende Schönheit. Das beherrscht sie allerdings. Cliff Curtis als Cataleyas Onkel Emilio hat nur eine recht kleine Rolle, kann aber in seiner Zeit auch keine weiteren Impulse setzen. Jordi Molla ist für die Rolle des Bösewichts einfach geboren worden und genau diese Rolle füllt er auch wieder gewohnt schmierig aus. Über den Standardbösewicht kommt er trotzdem nicht hinaus.

Dass Luc Besson seine Finger im Spiel hatte, lässt sich beim Lesen der Handlung unschwer erkennen. Parallelen zu ‚Leon – Der Profi‘ gibt es genug. Ein Mädchen, das Rache für ihre ermordete Familie möchte und zum Profikiller ausgebildet wird, nur hier eben vom Onkel. Die Meisterklasse von ‚Leon – Der Profi‘ erreicht ‚Colombiana‘ allerdings kein Stück, denn ‚Colombiana‘ kümmert sich nicht mal im Ansatz um Tiefgang und Emotionen.

So kommt es eben auch dazu, dass unsere Charaktere völlig blass, uninteressant und eben charakterlos bleiben. Cataleya will ihre Rache, verständlich. Welchen Schmerz und welch Trauer sie in sich tragen muss, wird aber in keinem Moment verdeutlicht. Auch ihre unehrliche Beziehung zu Danny, die auf rein körperlichen Bedürfnissen zu bauen scheint, bleibt völlige Nebensache. Ebenso die Beziehung zu Emilio und die gemeinsame Ausbildungszeit werden zu keiner Zeit beleuchtet. Dementsprechend unmöglich ist es für den Zuschauer sich in irgendeiner Art und Weise mit den Charakteren zu identifizieren. Über die Bösewichte brauchen kaum Worte verloren werden. Die sieht man nämlich genau so in jedem zweiten Actionfilm und der Ausgang dieser Figuren ist schnell klar. Wie auch der gesamte Film, denn das Ende ist nach fünf Minuten bereits zu erahnen.

Die letzten Hoffnungen liegen da auf der Action selbst. Aber auch hier bietet ‚Colombiana‘ eben auch nichts Neues. Weder sind die Kämpfe gut choreographiert noch im Gesamtpaket mitreißend. Das hatten wir alles schon und das hatten wir alles schon viel viel besser. Dass der Showdown dann noch zur unnötigen Ballerorgie verkommt, obwohl Cataleya als intelligente Kämpferin dargestellt werden sollte, rundet den schlechten Gesamteindruck perfekt ab.

Fazit: Olivier Megaton inszenierte mit ‚Colombiana‘ spannungsarme, emotionslose und unspektakuläre Actionkost von der Stange. Der Film kann storytechnisch nicht überzeugen und die Action wird nach kurzer Zeit langweilig. Ein wenig reizvoll ist Schönheit Saldaña, die mit ihrem Charakter aber genauso blass und uninteressant bleibt wie die anderen Schauspieler und der Film selbst.