Conrad und die Symphonie der Großstadt…

Ein Junge aus Berlin und seine Liebe zum Film.

Ein Junge aus Berlin und seine Liebe zum Film.

„Oh, gods, I like gods. I like them very much. I know exactly how they feel.“

– Die Verachtung

Für Conrad hat sich seine Liebe zu David Cronenberg bereits völlig ausgezahlt. Der Blog-Imperator Philippe engagierte ihn, nachdem er dessen Kritik zu David Cronenbergs „Cosmopolis“ gelesen hatte. Das kam Conrad sehr gelegen, der sowieso nie zu wenig Aufmerksamkeit bekommen kann und sich freute, endlich einem größeren Publikum seine Meinung aufzutischen. Der gebürtige Ossi wuchs in der wunderschönen Hansestadt Greifswald auf und zog nach Schulabschluss schnellstmöglich nach Berlin um sich ganz den Vorzügen dieser Filmhauptstadt hinzugeben.

Nach zahlreichen Praktika bei diversen Film- und Fernsehproduktionen, u.a. beim hochwertigen ProSieben-Format „Galilleo Mystery“, wo er noch mit vollem Pferdeschwanz und blauem Pulli als „wissenschaftlicher Assistent“ im Hintergrund mit Akten unterm Arm hin- und herlaufen durfte, und der erfüllenden Tätigkeit als Set-Runner bei Tom Tykwers „The International“, wo er seiner Schauspielgöttin Naomi Watts gefährlich nahe kam, machte er eine total grundanständige Ausbildung zum Mediengestalter, wo er für Arte und andere Qualitätssender das Mikrofon halten durfte. Das machte er sogar so gut, dass er sich mit dieser Tätigkeit nun selbstständig gemacht hat und auch davon leben kann, wodurch Conrad seine Zeit beliebig einteilen kann und neben dem Filme schauen und über Filme schreiben am liebsten selbst welche dreht und bereits ein paar Kurzfilme sein eigen nennen darf.

Der selbst erklärte Musical-Fetischist hat seine Liebe zum Film durch Steven Spielbergs „Jurassic Park“ entdeckt, den er mit sieben Jahren auf VHS gesehen hatte. Daraufhin war nichts mehr wie vorher und es folgten qualitativ hochwertige, eigene Hörspielproduktionen von Jurassic Park 2 und 3, lange bevor diese Filme das Licht der Welt erblickten. Nach verwirrenden hormonellen Schwankungen in der Pubertät entdeckte Conrad weitere Größen des Kinos für sich. Bis heute ist Alfred Hitchcock eine ständige Inspiration, nicht nur aufgrund der frappierenden körperlichen Ähnlichkeit zum „Master of Suspense“. Alle Filme des britischen Filmgenies hat Conrad in seiner Sammlung und er wird nie müde das zu betonen. Auch viele seiner Lieblingsschauspieler_Innen kommen aus Hitchcocks Schule, wie z.B. Ingrid Bergman oder James Stewart.

Im Gegensatz zu seinem Kollegen und strengen Boss Philippe, fällt es ihm schwer den Gipfel der Kinokultur an einer bestimmten Nation festzumachen. Obwohl die Grande Nation viele große Filme hervorgebracht hat, bricht Conrad gerne eine Lanze für das Hollywood-Kino, wobei er damit nicht den aktuellen Blockbuster-Wahnsinn, sondern die „guten, alten Zeiten“ meint. Besonders angetan hat ihn die New-Hollywood-Ära der 70er Jahre. Aber auch im eigenen Land fühlt sich Conrad filmisch gesehen wohl. Der deutsche Stummfilmexpressionismus bleibt für ihn das größte kulturelle Erbe dieses Landes und sowieso hält er F.W. Murnau für den besten Regisseur aller Zeiten, der mit dem „Letzten Mann“ einen Stummfilm gedreht hat, der gänzlich ohne Zwischentitel funktioniert.

Wahrscheinlich würde das Orson-Welles-Double Conrad Amok laufen und die Wände unseres Blogs mit dem Blut seiner Autoren-Kollegen beschmieren, bliebe der Name Nicolas Roeg unerwähnt, den er für den meist unterschätzten Filmemacher überhaupt hält und dessen Klassiker „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ er jedem aufdrängt zu sehen und sich oftmals traurig abwendet, weil sie den Film nicht so grandios finden wie er. Das ist eine schwere Last, mit der er gelernt hat zu leben. Dann sieht er sich meistens einen aufmunternden Lars-von-Trier-Film an um auf andere Gedanken zu kommen, was irgendwie selten klappt. Wirklich froh wird er erst wieder, wenn ein paar Freunde zu ihm in die Bude kommen, um zusammen Filme zu schauen. Es gibt nichts besseres.

Conrads Top 5 Lieblingsfilme lauten wie folgt:

  1. 2001 – Eine Odyssee im Weltraum (US 1968, Stanley Kubrick)
  2. Wenn die Gondeln Trauer tragen (GB/IT 1973, Nicolas Roeg)
  3. Dogville (DK 2003, Lars von Trier)
  4. Vertigo (US 1958, Alfred Hitchcock)
  5. Brokeback Mountain (US 2005, Ang Lee)

Zum Abschluss gibt es noch eine von Conrads Lieblingsszenen zu sehen.