Deutsches Fernsehen im Visier: "Sperling und der brennende Arm" (1998)

Regiemultitalent Dominik Graf macht 12 Jahre vor seiner Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ ein Milieumeisterwerk, welches der Serie sehr ähnelt, aber darüber hinaus noch viel packender, spannender und besser gespielt ist, als der Mehrteiler von 2010. Pfaff, Sass, Führmann, Andre Hennicke, alle spielen so echt und glaubwürdig, wie man es nur selten bestaunen kann. Hier stimmt alles. Die akzentuierte Regie, zwischen kunstvoll ausgeleuchteten Stripbars, harschen Wortduellen und Bilder des nächtlichen, traumhaften Berlins. Grau und wunderbar. Eine Stadt eingenommen von Gangstern des Rotlichtviertels. Graf streift das Thema Schutzgelderpressung nicht, er geht dahin wo es weh tut. Voll in die Fresse und das oft.

Klischeebefreit zu jeder Sekunde, perfekt gewählt in seinen Dialogen und ein einfühlsamer, aber Respekt einflößender Dieter Pfaff, der auch nie besser war, als hier. Katrin Sass als Frau mit großem Mut sich als Wirtin gegen die Schutzgeldmafia entgegenzustellen verdiente zu recht den deutschen Fernsehpreis als beste Schauspielerin. Ein ganz und gar mutiger, harter Film. Tut weh, muss man sehen, gut gemacht. Bravo.

Bewertung: 8/10 Sternen