Die besten Filme des Kinojahres 2016: Patricks persönliche Top 10

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Achjaa, die alljährlichen Bestenlisten am Ende eines (hoffentlich) unterhaltsamen Kinojahres. Es ist durchaus schwierig seine eigenen Favoriten in ein Korsett von gerade einmal zehn Filme zu zwängen, denn trotz einiger leichter bis mittelschwerer Katastrophen (*hust* Suicide Squad *hust*), gab es dieses Jahr auch sehr viele schöne Kinomomente, die ich hier gerne festhalten möchte. Und deswegen ist die folgende Top 10 auch keine strenge Liste der von mir bestbewerteten Filme, sonder eher eine kleine Reise durch emotionale Höhepunkte, die mich gepackt, durchgeschüttelt, berührt oder einfach nur unterhalten haben.

Für das Kinojahr 2017 erhoff ich mir (in jeglicher Hinsicht) etwas mehr Sorgfalt, gerade in der Sparte der Blockbuster-Unterhaltung, denn in den letzten 12 Monaten gab es meiner Meinung nach schlicht viel zu viel Mittelmaß. Hoffen wir mal dass es die großen Produktionen um Guardians of the Galaxy Vol.2, Star Wars Episode VIII oder Justice League besser hinbekommen.

Auf ein spannendes und unterhaltsames Jahr 2017

Lobende Erwähnungen:

The Lobster (Giorgos Lanthimos), Café Society (Woody Allen), American Honey (Andrea Arnold), The End of the Tour (James Ponsoldt), The Revenant (Alejandro Gonzalez Inarritu), Der Nachtmahr (Akiz), Everybody Wants Some!! (Richard Linklater), Anomalisa (Charlie Kaufmann), The Neon Demon (NWR), Der Schamane und die Schlange (Ciro Guerra)

Leider noch nicht gesehen:

Paterson (Jim Jarmusch), Love & Friendship (Whit Stillman), Nocturnal Animals (Tom Ford), Einfach das Ende der Welt (Xavier Dolan)

Platz 10: Elliot, der Drache (Kinostart 25. August)

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von David Lowery, mit Bryce Dallas Howard und Robert Redford

Elliot, der Drache ist in einem Kinojahr voller Actiongewitter und einem andauernden Höher-Schneller-Weiter-Prinzip, ein willkommenes Balsam für die Seele. Mit klassicher Inszenierung mit viel Herz und einem wirklich fantastisch animierten Drachen, transportiert uns Regisseur David Lowery in die 80er-Jahre, irgendwo zwischen Steven Spielberg und Richard Donner. Emotionales Familienkino!

Platz 9: Star Trek Beyond (Kinostart 21. Juli)

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von Justin Lin, mit Chris Pine und Zachary Quinto

Bisher hat jeder (neue) Star Trek am Ende des Jahres seinen Weg in meine Top 10 gefunden. Auch nachdem Justin Lin das Regie-Zepter von J.J. Abrams (der sich derweil ja mit Star Wars beschäftigte) übernahm, änderte sich erfreulicherweise nichts daran. Star Trek Beyond ist ein klassischer Science-Fiction-Film mit interessanten Figuren, einer tollen Dynamik und einer spannenden Inszenierung (die Szene zu Sabotage von den Beastie Boys gehört zu meinen Favoriten dieses Jahr). Anschauen!

Platz 8: Wiener Dog (Kinostart: 28. Juli)

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von Todd Solondz, mit Ellen Burstyn und Greta Gerwig

Todd Solondz ist der Stachel im Arsch der Gesellschaft (Ich entschuldige mich für diese Wortwahl)!  Schon mit Happiness bewies er mir dass er einen Tritt in die Genitalien des Zuschauers platzieren kann aber wie radikal und vor allem brutal er in Wiener Dog mit den unterschiedlichsten Lebenssituationen umgeht, ist schlicht faszinierend, teilweise schwer zu ertragen aber immer mit einem kleinen Lichtstrahl am Ende des Tunnels versehen.

Platz 7: Brooklyn (Kinostart: 21. Januar)

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von John Crowley, mit Saoirse Ronan und Domhnall Gleeson

Brooklyn ist klassisches Kino, durch und durch. Die Geschichte um eine junge irische Auswanderin, die zwischen Liebe und Heimweh, Neuanfang und Vertrautem hin und herschwankt, war für mich ein ganz besonderes Seherlebnis – nicht nur wegen den grandiosen Schauspielern (Saoirse Ronan wurde vollkommen zurecht für den Oscar als Beste Hauptdarstellerin nominiert). Gefühlskino der Extraklasse!

Platz 6: Kubo – Der tapfere Samurai (Kinostart: 27. Oktober)

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von Travis Knight, mit Art Parkinson und Charlize Theron

Jedes Jahr schafft es mindestens ein Animationsfilm in die Riege der 10 Besten. Nachdem ich von Findet Dory wirklich enttäuscht wurde und ich nicht ganz so euphorisch wegen Zoomania war, wie manch andere, wurde ich vom wirklich fantastischen Kubo – Der tapfere Samurai mehr als nur überrascht. Ein einzigartiges Fernost-Märchen, mit einer eigenwilligen aber stets zugänglichen Atmosphäre, die einen für 102 Minuten vollkommen gefangen nimmt.

Platz 5: Toni Erdmann (Kinostart: 14. Juli)

9

von Maren Ade, mit Sandra Hüller und Peter Simonischek

Als gefühlt Letzter in der Cinemaforever-Redaktion kam ich in den Genuss von Maren Ades gefeiertem Toni Erdmann. Nach all den Lobhuldigungen in Cannes, der Euphorie vieler Kollegen (siehe alle Top10-Listen bisher) waren meine Erwartungen natürlich dementsprechend hoch und ich hatte durchaus Zweifel ob es der Film noch schaffen kann, mich zu begeistern. Fazit: Er kann! Wie Maren Ade hier mit einer gescheiterten Vater-Tochter-Beziehung umgeht, sie aufbricht und uns schmerzlich vor Augen führt was Familie eigentlich bedeutet (vor allem unter dem Aspekt der Zeit!) ist teilweise durchaus anstrengend aber belohnt den Zuschauer mit vielen denkwürdigen Momenten (die Gesangsnummer zu Greatest Love of All ist für mich schon jetzt Kinogeschichte)

Platz 4: Arrival (Kinostart: 24. November)

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von Denis Villeneuve, mit Amy Adams und Jeremy Renner

Was habe ich auf den neuen Film von Denis Villeneuve gewartet. Bisher hat mich noch kein Film des kanadischen Regisseurs enttäuscht und nachdem er sich mit Prisoners, Enemy und Sicario mit den unterschiedlichsten Genres befasste, war ich auf seinen Ausflug ins Science-Fiction-Gefilde mehr als gespannt und wurde alles andere als enttäuscht! Arrival ist ein grandioser Film, mit einer absolut faszinierenden Was-wäre-eigentlich-wenn-Frage und wie Villeneuve hier mit den Regeln des Genres umgeht, darin eintaucht und sie sich zu eigen macht, ist einfach nur ganz große Unterhaltung und hat obendrein noch (neben The Revenant) den besten Soundtrack des Jahres.

Platz 3: Alles was kommt (Kinostart: 18. August)

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von Mia Hansen-Løve, mit Isabelle Huppert und André Marcon

Isabelle Huppert ist DIE weibliche Darstellerin für mich dieses Jahr (siehe meine Award-Vergabe weiter unten). Nicht nur dass sie in Mia Hansen-Løves Alles was kommt (franz. L’Avenir) eine faszinierende Frauenfigur verkörpert, auch in Paul Verhoevens Elle hat sie mich regelrecht aus dem Kinositz gehoben (schon jetzt wieder die Anwärterin auf die Beste Darstellerin). Doch selbst von ihrer Glanzleistung abgesehen ist Alles was kommt ein wundervoller, anregender Film über eine Frau, die sich plötzlich an einem Scheideweg in ihrem Leben befindet. Fantastisch geschrieben und mit viel Herzblut und Liebe inszeniert!

Platz 2: Raum (Kinostart: 17. März)

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von Lenny Abrahamson, mit Brie Larson und Jacob Tremblay

Auch knapp neun Monate nach dem Anschauen von Lenny Abrahamsons Raum, bleibt mir beim bloßen Gedanken an gewisse Szenen ein dicker Kloß im Hals stecken. Die Geschichte um eine entführte junge Frau (Fantastisch: Brie Larson!) und ihren in Gefangenschaft gezeugten Sohn ist berührend, mitreißend, brutal und vor allem enorm traurig. Das Faszinierende an dieser kleinen Indie-Perle ist aber das hier trotz aller Gewalt und Unerträglichkeit, nie die Hoffnung aufgegeben wird. Kein Film hat mich dieses Jahr so sehr in eine emotionale Achterbahnfahrt gesteckt wie Raum!

Platz 1: Spotlight (Kinostart: 25. Februar)

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von Tom McCarthy, mit Michael Keaton und Rachel McAdams

Es ist fast ein wenig klischeebehaftet wenn der Oscarpreisträger für den Besten Film an der Spitze der Jahres-Top-10 steht (ich kann die Worte von Kollege Leonhard durchaus verstehen), doch was Tom McCarthy mit seinem investigativen Journalismus-Thriller Spotlight abgeliefert hat, ist ganz großes, klassisches Kino über eine Zeit die längst vergessen scheint, zumindestens wenn man auf die großen Zeitungen in Deutschland schaut. Ein absolut wichtiger Film der micht wütend und schockiert im Kinosessel zurückgelassen hat. Kein Film hat mich 2016 mehr mitgerissen, durchgeschüttelt und begeistert! (Mehr dazu in meiner Kritik)

Und hier noch meine Cinemaforever-Awards:

Beste Darstellerin: Isabelle Huppert in Alles was kommt

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Bester Darsteller: Shia LaBeouf in American Honey

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Newcomer/in des Jahres: Jacob Tremblay in Raum

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Beste Bildgestaltung: The Revenant (Kamera: Emmanuel Lubezki)

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Größte Enttäuschung: Demolition von Jean-Marc Vallée

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Schlechtester Film: Gods of Egypt von Alex Proyas

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Lieblingsszene: Der vollkommen mitreißend-aufwühlende Gefühlsausbruch von Mark Ruffallo in Spotlight:

Bester Filmmusik: Arrival (Jóhann Jóhannsson), The Revenant (Ryuichi Sakamoto, Alva Noto & Bryce Dessner)

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