Disneys „Zorro“ (USA 1957-1959) Kritik – Eine Serie für die Ewigkeit

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„Out of the night when the full moon is bright comes a horseman known as Zorro. This bold renegade carves a ‚Z‘ with his blade. A ‚Z‘ that stands for ‚Zorro‘. Zorro, the fox so cunning and free. Zorro, who makes the sign of the ‚Z‘. Zorro! Zorro! Zorro! Zorro!“

Die legendäre Erzählung rund um den Volksrächer Zorro wurde bis heute unzählige Male verfilmt. Von kleinen Produktionen über Hollywood-Adaptionen bis zur französischen Interpretation mit Alain Delon. Alles mehr oder weniger gelungen. Eine Verfilmung bleibt jedoch bis heute unerreicht und zählt zu den besten Serien, die jemals produziert wurden. Disneys „Zorro“-Serie, welche zwischen 1957-1959 gedreht wurde.

Nachdem Don Diego de la Vega seine Schulzeit und seine Ausbildung in Spanien verbracht hat, wird er von seinem Vater Alejandro de la Vega zurück nach spanisch Kalifornien gerufen. Diego soll seinem Vater dort im Kampf gegen den Tyrannen Monastario unterstützen. Diego zeigt sich jedoch von einer unerwarteten Seite, die seinen Vater enttäuscht und wütend macht. Er gibt sich als Amateur im Fechten, als ein Mann der Worte. Was sein Vater jedoch nicht weiss und das weiss, um genau zu sein, eigentlich nur eine einzige Person, nämlich Diegos Taubstummer Diener Bernardo: Diego ist ein As im Fechten. Und so beginnt er im Geheimen selbst das Zepter in die Hand zu nehmen und Kalifornien von Bandidaten und Tyrannen zu befreien und dabei wird er zu einer Legende, zu Zorro, dem Mann mit der schwarzen Maske, dessen Gesicht jeder gerne wissen möchte und dennoch wird er es nie preisgeben.

Guy Williams hatte es nicht einfach in die Rolle des Zorro zu schlüpfen, hatten doch bereits vor ihm Schauspiellegenden wie Douglais Fairbanks die Legende gemimt oder zum Beispiel Errol Flynn ähnlich gelagerte Helden wie Robin Hood in „Die Abenteuer des Robin Hood“ verkörpert. Einen Vorteil hatte Guy Williams jedoch: Er konnte seine Figur über viele Folgen entwickeln und ihr somit eine charakterliche Tiefe verpassen, die bis heute in dem Genre unerreicht bleibt. Von eingefleischten Fans wird Guy Williams Zorro als „The Original Dark Knight“ betitelt und auch für mich ist dieser Titel mehr als angebracht, denn so perfekt wie hier alles bis in kleinste Detail stimmt, kann man das nur Serien-Revolution à la Walt Disney nennen.

Natürlich hätte die Serie nicht alleine mit Guy Williams funktioniert, so herausragend er seine Rolle auch füllte und lebte. Das zeigt sich in seiner Bewegung, in seiner Mimik, in seiner schauspielerischen Vielseitigkeit von Gesang bis Fechten. Ohne die Nebendarsteller wie Henry Calvin als der dicke und trottelige Sergeant Garcia oder Gene Sheldon als Zorros taubstummer Weggefährte Bernardo wäre Williams Zorro definitiv nicht das, was er jetzt ist, nämlich eine Ikone, ein Held für Jung und Alt, mit einigen der wunderbarsten Bösewichte, Liebesgeschichten fernab des Kitsches, viel Dramatik und noch mehr Humor.

Auch steht hier nicht jede Folge für sich, wie es Ende der 50er zumeist noch der Fall war, sondern man verfolgt über 80 Folgen eine spannende Handlung mit, die den Zugang zu den Figuren erleichtert und damals dafür sorgte, dass die Zuschauer jede Woche aufs Neue ihre gemütlichen Plätze vor ihren Röhrenfernsehern aufsuchten. Leider ist die Serie in Deutschland bis Dato noch nicht auf DVD erschienen und so bin ich überaus glücklich, dass meine Eltern damals jede Folge auf VHS aufgenommen haben, zumal die deutsche Synchro auch der absolute Knaller ist. So kann ich sie jederzeit in meinen Videorekorder schmeißen und mich an dieser Serie erfreuen, der man zu jedem Augenblick ansieht, dass sie mit Liebe gemacht wurde.

Vergesst alle Adaptionen, die ihr bis heute gesehen habt. Guy Williams ist der einzig wahre Zorro, denn er hat aus der so simplen Helden-Figur in über 80 Episoden eine Ikone geschaffen, welche die Begriffe „Abenteuer“ und „Unterhaltung“ neu definiert hat. Guy Williams spielte diese Figur mit einer Leidenschaft, die man ihm zu jeder Sekunde ansieht. Dabei wird er tatkräftig von Schauspielern wie Henry Calvin oder George J. Lewis unterstützt. Das und die detailverliebte Inszenierung, die tolle Musik und das kultige Drehbuch machen „Disneys Zorro“ zu einer bis heute unerreichten Serie. Ganz großes Kino mit viel Gefühl für das Wesentliche.