"Edward mit den Scherenhänden" (USA 1990) Kritik

„Ich glaube ich fange am Besten mit den Scheren an.“ „Den Scheren?“ „Weisst du, es gibt alle möglichen Scheren und einmal gab es sogar einen Mann der hatte Scherenhände.“

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Es war einmal ein Regisseur, der unglaublich viel Fantasy in seinem Kopf staute und ein Schauspieler, der enorm viel Talent besaß. Eines Tages dachten sich wohl die beiden, beglücken wir die Welt mit unserem Können. Was aus dieser Zusammenarbeit entstand, war ein Duo für die Ewigkeit, welches seitdem einen großartigen Film nach dem anderen an den Tag legt.

Um ehrlich zu sein war ich von der ersten Hälfte des Films nicht sehr angetan. Zu viel Kitsch und Buntheit konnten nicht mit meinen Augen in Einklang gebracht werden, bis diese vielfarbige Welt umschlägt und die wahren Seiten unserer „heilen“ Welt ans Tageslicht transportiert werden. ‚Edward mit den Scherenhänden‘ konnte ich trotz anfänglicher Zweifel absolut liebgewinnen. Erneut hat Tim Burton eine Figur geschaffen, die nicht mitleiderregender sein könnte, eine Art lebende Puppenmaschine mit Scherenhänden namens Edward. Das grandiose an der Geschichte ist, dass Edward (tolle Performance von Johnny Depp) menschlicher ist als alle anderen Charaktere zusammen. Edward tritt in eine Welt, die er nicht verstehen kann, und trotzdem gibt er sein bestes, alle lieben ihn, bis… das müsst ihr selbst herausfinden.
Tim Burton schafft uns mit diesem Film Eintritt in eine Welt voller Liebe, Drama und Humor. Er kritisiert dabei das amerikanische Vorstadtleben, er kreiert eine Hommage an ‚die Schöne und das Biest‘ und er steckt Vincent Price in die Rolle von Edwards Schöpfer. All das passiert in einer unglaublich liebevollen Inszenierung, angefangen mit Danny Elfmans wunderschönen Melodien, über all die schönen Details und endend in einer Atmosphäre, die ihresgleichen sucht.

„Edward mit den Scherenhänden“ ist ein Märchen, das aus Liebe zur Fantasie entstanden ist. Die Botschaft, welche dahinter steckt, ist traurig, aber wahr (auch wenn sie meiner Meinung nach schon besser vermittelt wurde). Das Ende rührt zu Tränen, der Film lässt einen nachdenken. Was meine lieben Filmfreunde wollt ihr mehr? Ich persönlich wünsche mir diesen guten alten Burton zurück, der uns verschont von Kinderkram à la ‚Alice im Wunderland‘.

Fazit: Einer der schönsten und traurigsten Filme zugleich, ein Must-See!

Bewertung: 9/10 Sternen