"Elf Uhr nachts" (FR 1965) Kritik – Ein weiterer Geniestreich Jean-Luc Godards

Autor: Philippe Paturel

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Vier Namen, nur folgende vier Namen und ihr könnt euch gewiss sein, dass es sich um ein Meisterwerk handeln muss. Aus der Zusammenarbeit von Regisseur Jean-Luc Godard, Kameramann Raoul Coutard und den beiden Protagonisten Jean-Paul Belmondo und Anna Karina entstand eine farbenfrohe Mixtur aus Crime-Story, Musical, Melodrama und grotesker Komik, hinter deren Fassade sich die eigentliche Handlung abspielt. Narrheiten der Gesellschaft, das unabdingbare Scheitern der Liebe, die Suche nach dem Glück, Romantik und Existenzialismus sind die Hauptthemen, denen dieses Kunstwerk auf den Grund geht. Dabei schuf Godard ein Zitat, welches als eine der berühmtesten Hommagen an das Kino gilt: „Der Film ist wie ein Schlachtfeld. Liebe, Hass, Action, Gewalt, Tod. In einem Wort: Emotionen.“

Ich muss euch warnen. Die meisten werden zu ‚Pierrot le Fou‘ wohl keinen Zugang finden. Nicht enden wollende Kameraeinstellungen. Poesie, wohin das Auge reicht. Eine nonlineare Erzählweise, irgendwo zwischen Improvisation, Experimentierfreude und Verrücktheit. Entweder man liebt den Film nach ein paar Minuten oder man wird sich wohl niemals damit anfreunden können.

Ich persönlich habe mich in diese Art des Erzählens verliebt. Anna Karina ist traumhaft, und das meine ich nicht nur auf das Aussehen bezogen. Und dann natürlich Belmondo, der jeder seiner Mimiken gleichermaßen Tragik und Komik verleiht. Die Aufnahmen von Coutard gehören zum Besten, was das Kino hervorgebracht hat. Und die musikalische Untermalung ist ebenso legendär, wie die zahlreichen Zitate.

Bei Sätzen wie „deine Brüste und deine Beine sind so rührend“ kommen mir die Tränen. Was soll ich also anderes schlussfolgern, als dass ‚Pierrot le Fou‘ für mich ein zeitloses Monument der Nouvelle Vague darstellt.

„It’s a good thing I don’t like spinach, because if I did I’d have to eat it, and I can’t stand the stuff. It’s the same with you, only backwards.“