"Falling Down" (1993) Kritik

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„Gucken Sie sich das Bild da oben an: Der Burger ist saftig und sieben Zentimeter dick. Und jetzt sehen Sie sich dieses jämmerliche kleine Ding hier an. Kann mir irgendjemand sagen, was an dem Bild da oben nicht stimmt?“

‚Falling Down‘ ist ein wirklich interessantes Projekt von Regisseur Joel Schumacher. Die Geschichte über einen Mann (Michael Douglas), der seine Familie und seinen Job verloren hat und nun an der Gesellschaft Rache nehmen will. Auf seinem Rachefeldzug durch Los Angeles ertappte ich mich als Zuschauer nicht nur einmal dabei, dass ich mir in Wirklichkeit oft die selben Gedanken wie der Protagonist mache. Einen grandiosen Ansatz kann man dem Film also nicht verübeln.
Jedoch ist die Geschichte in manchen Momenten dermaßen unlogisch – wie zum Beispiel, dass Michael Douglas auf seinem Trip durch absolute Zufälle in den Besitz immer besserer Waffen gelangt. Michael Douglas spielt gewohnt lässig, ganz besonders in den Szenen, in denen er seine One-Man-Show abziehen darf. Darin spiegelt sich aber gleichzeitig das Problem, dass er seinem Charakter kaum Facetten und Tiefe verleihen kann.
Der Inhalt des Films, die Kritik an der Gesellschaft, ist sehr interessant und ideenreich gestaltet, jedoch teilweise viel zu überspitzt dargestellt, als wolle man dem Zuschauer keinen Raum geben, sich seine eigene Meinung zu bilden. Das Ende schließlich erstickt in ärgerlichem Kitsch.

Der Kampf mit dem täglichen Leben, mit Situationen, welche uns die Nerven kosten. Mit schwarzen Humor und kontroversen Szenen steigt der Film sehr überzeugend in seine Thematik ein, gleitet jedoch gen Ende immer mehr in Unkonsequenz ab. Langatmigkeit und Enttäuschung sind die Folge, denn es wäre so viel mehr möglich gewesen.

Bewertung: 6/10 Sterne