Die "Final Destination" Reihe (USA 2000-2011) Kritik – Der Tod wird nicht gern ausgetrickst

„Final Destination“ (USA 2000)

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Eigentlich wollte Alex seinen Klassenausflug nach Paris entspannt antreten und die Tage ohne Eltern im Nacken genießen. Als er jedoch seinen Platz im Flugzeug besetzt, ereilt ihn eine Vision, die ihm prophezeit, dass das Flugzeug abstürzen wird und alle Insassen schrecklich ums Leben kommen. Alex verlässt panisch das Flugzeug, einige Klassenkameraden mit ihm, die alles natürlich nur für ein nerviges Hirngespinst halten, doch kurze Zeit später, werden sie Zeuge davon, wie das Flugzeug wirklich katastrophal abstürzt. Der Schock ist groß, doch das war erst der Anfang, denn schon nach der Beerdigung der Flugopfer, sterben die Überlebenden an mysteriösen Unfällen nach und nach. Alex wird klar, dass der Tod höchstpersönlich hinter den Teenies her ist, doch er selbst wird vom FBI wegen der Morde verdächtig. Alex und seine Bekannten müssen dem Tod entfliehen, doch der lässt sich nicht abwimmeln…

Die schnöden Teenie-Slasher, in denen ein maskierter Psychopath sämtliche Jugendliche umbringt, weil sie entweder vorehelichen Sex hatten, oder in den Genuss von Drogen bekommen sind, stampft Regisseur James Wong mit „Final Destination“ kopfüber in den staubigen Boden. Hier macht der Tod Jagd auf Teenies, jedoch nicht im schwarzen Umhang und mit Sense, sondern unsichtbar tritt er in den verschiedensten Unfällen auf und beendet das Leben der Überlebenden des Unglücks immer auf anderen Wegen. Diese Art und Weise wie die Menschen in „Final Destination“ ums Leben kommen, ist der Hauptinteressenpunkt im Film und der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Um seinen Spaß am blutigen Treiben wirklich haben zu können, sollte man eine gewisse Menge schwarzen Humor mitbringen, denn das Ganze ernstzunehmen, wäre der fatalste Fehler und würde jeden Unterhaltungswert, den „Final Destination“ vollkommen besitzt, im Keim ersticken. Hier gibt es keine nachhaltigen Szenen oder anspruchsvolle Tiefgründigkeit, hier zählt der Spaß und das aufgezogene sinnlose Chaos.

Bewertung: 6/10 Sternen

„Final Destination 2“ (USA 2002)

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Die schrecklichen Todesfälle von den Überlebenden des Fluges 180 liegen ein ganzes Jahr zurück, doch der Schock ist noch lange nicht überwunden, vor allem nicht bei Clear Rivers, der einzigen Überlebenden, der Rest ist auf mysteriöse Art und Weise ums Leben gekommen und Clear selbst ließ sich in die geschlossene Psychiatrie einliefern. Das Chaos geht jedoch wieder von vorne los und betrifft dieses Mal Kimberly, die eigentlich einen schönen Wochenendurlaub mit ihren Freunden machen wollte, dabei auf der Autobahn eine furchtbare Vision von einer Massenkarambolage hatte und ihre Freunde durch ihre Vorahnung gerade so noch retten konnte, denn die Karambolage setzte kurz darauf wirklich ein. Nun ist der Tod den Überlebenden wieder mal auf den Fersen…

Ein Horror/Slasher aus der Neuzeit, der keine Fortsetzung bekommt? Gibt es gar nicht mehr. Es kann jedoch Entwarnung gegeben werden, denn Steven Quales Nachfolger kann der Klasse des Erstlings vollkommen gerecht werden, wobei man natürlich sagen muss, „Final Destination“ war kein Glanzlicht der Filmgeschichte, aber solide und spaßige Unterhaltung. Genau in diese Kerbe schneidet „Final Destination 2“ und hat mit der Autobahnkarambolage ein hämmerndes Opening zu bieten, welches wirklich in den Sitz drückt. Der Blutzoll wurde etwas angehoben, die frischen Gesichter ausgetauscht und der Tod darf wieder in all seinem Ideenreichtum zuschlagen, ob es der Grill oder die gute alte Glasscheibe ist, hier geht es deftig zur Sache und zartbesaitete Zuschauer sollten eher einen Bogen um den Film machen. Wer sich jedoch erneut gut unterhalten lassen will, sein Gehirn auf Durchzug stellen kann, keinen Film für Ewigkeit erwartet und auch keine Scheu vor Blut, abgetrennten Körperteilen und Eingeweiden hat, der ist wieder herzlich eingeladen und wird sicher auf seine Kosten kommen.

Bewertung: 6/10 Sternen

„Final Destination 3“ (USA 2006)

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Die Highscool-Zeit blickt ihrem Ende entgegen, das College ruft und die Wege von liebgewonnenen Freunden trennen sich auf lange Zeit. Doch bevor die gemeinsame Zeit wirklich ihren Schlusspunkt gefunden hat, wollen Wendy und ihre Freunde noch einmal in einem Freizeitpark die Sau rauslassen und den Prüfungsdruck hinter sich lassen. Als es jedoch gerade mit der Achterbahn in die Höhe gehen sollte, hat Wendy ein Vision von dem schrecklichen Unfall der Achterbahnwagons, der allen Beteiligten das Leben kosten wird. Wendy schafft es, wer hätte das gedacht, noch rechtzeitig aus der Bahn zu fliehen und ihre Freunde davon zu überzeugen, dass es zum Unfall kommen wird. Doch der Tod, konsequent wie er nun mal ist, nimmt die Fährte auf…

Die Geschichte bleibt auch in „Final Destination 3“ die Gleiche wie schon in den Vorgängern, allerdings offenbart uns hier der Anfang genau die Ängste, die uns alle in einem Freizeitpark ereilen und kann die Anspannung in diesen Momenten förmlich greifbar machen. Was danach folgt sind zwar wieder knackige Todesfälle, die in Sachen Kunstblut nochmal etwas aufgedreht wurden und nun sogar zwei Mädchen unter dem Solarium verbrennen lassen, aber dennoch ist der Reiz an der Todeslust etwas verlorengegangen. Zwar hat sich Regisseur James Wong, der auch bei „Final Destination“ auf dem Regiestuhl saß, wieder aufgerafft und zum zweiten Mal seinen Senf zur blutigen Filmreihe beigegeben, die Qualität der beiden Vorgänger erreicht „Final Destination 3“ nicht ganz, aber was heißt das schon, Hauptsache man kann den kurzweiligen Spaß und den flotten Blutrausch genießen und 90 Minuten abschalten, denn mehr wollte hier weder der Regisseur, noch die Schauspieler, rundum Zuckerschnute Winstead, erreichen.

Bewertung: 5/10 Sternen

„Final Destination 4“ (USA 2009)

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Eigentlich wollten die Freunde Lori, Hunt, Janet und Nick nur ein NASCAR-Rennen genießen, obwohl der Prolet Hunt solche Rennen NUR schaut, um sich an den Unfällen zu ergötzen. Als Nick auf der Tribüne wieder Teil einer Vision wird, sieht er, wie das Stadion in sich zerbricht, ausgelöst durch einen grausamen Unfall auf der Rennbahn. Nick, seine Freunde und eine Handvoll anderer Besucher können sich gerade noch rechtzeitig retten, doch das Chaos nimmt unzähligen das Leben. Der Tod macht sich zum vierten Mal auf die Jagd nach Überlebenden….

Mit „Final Destination 4“ ist die zuvor unterhaltsame Filmreihe an ihrem Tiefpunkt angekommen, was sich schon daran abzeichnet, das der Beginn auf der Rennbahn nicht sitzt, sondern einfach nur so vor sich hin trödelt. Die inszenatorische Schwäche von David R. Ellis wird dilettantisch vorgeführt und die Unfälle können weder zu Lachern animieren, noch in ekeliger Form packen, wenn man mal von der Swimmingpoolszene absieht, die es wirklich in sich hat. Was bleibt sind hier nur Figuren, die durchgehend die Nerven des Zuschauers bearbeiten und so selten dämlich durch die Gegend glotzen, dass man sich noch nie so sehr nach dem Tode gesehnt hat, der den Zuschauer durch das Ableben der Protagonisten endlich beglückt. In „Final Destination 4“ stimmt nichts, und wenn selbst die blutigen Einlagen nicht überzeugen, die natürlich die Attraktion der Reihe sind, dann hat der Herr Regisseur sich doch gehörige Fehler geleistet. Hier wird man nicht unterhalten, hier wird man mit hängenden Schultern veralbert und gelangweilt.

Bewertung: 2/10 Sternen


„Final Destination 5“ (USA 2011)

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Und schon wieder wurde dem Tod ein Strich durch die Rechnung gemacht, aber gegen lästige Visionen von irgendwelchen Menschen, ist er eben noch hilflos. In diesem Fall ist es Sam, der eine ganze Gruppe von Menschen vor einer einstürzenden Brücke bewahren kann und sich nun auf der Flucht vor dem Tod befindet. Doch die Regeln haben sich etwas geändert, denn der eigenartige Mr. Bludworth erzählt den Überlebenden, das der Tod dieses Mal nicht strickt hinter jeder einzelnen Person her ist, sondern sich auch mit anderen toten Menschen zufrieden stellt, die durch Menschenhand umgebracht wurden. Das blutige Unfallchaos nimmt erneut ihren Lauf…

Nach dem katastrophalen vierten Teil, meldet sich Regisseur Steven Quale zurück, der auch „Final Destination 4“ inszeniert hat und zeigt endlich wieder, woher der Hase in der Reihe laufen muss. Das Opening mit der einstürzenden Brücke ist der stärkste Moment der gesamten Filmreihe und kann nicht nur mit beeindruckenden Effekten auffahren, sondern auch den Zuschauer mit einer Intensivität umklammern, die so in der Reihe noch nicht vertreten war. Aber auch nach der heftigen ersten halben Stunde verliert sich Quale nicht aus den Augen und kann mit richtig fiesen Szenen aufwarten, man denke nur an den ekelhaften Reckunfall, oder die Augenlaserszene. „Final Destination 5“ besitzt wieder flottes Tempo, macht richtig Spaß und kann den Zuschauer auch im Angesicht des blutigen Geschehens zusammenzucken lassen. Wer gute Unterhaltung sucht, ist hier wieder an der richtigen Adresse und „Final Destination 5“ kann es locker mit den ersten beiden Teilen aufnehmen. Quale stößt gegen Ende des Films sogar noch eine neue Tür auf, die die Sicht auf die Dinge nochmal verändert und mit einem konsequenten wie schwarzhumorigen Schlusspunkt ihr gelungenes Ende findet.

Bewertung: 6/10 Sternen

Fazit:
Unterhaltung, Spaß, schwarzen Humor, jede Menge Kunstblut, Körperteile und Gedärme. Das sind die wichtigsten Bestandteile in der „Final Destination“ Reihe, die auch von allen Teilen, bis auf „Final Destination 4“, solide bis gut ausgefüllt werden. Wer keinen starken Magen hat und tote Menschen in Filmen eh viel zu ernst nimmt, der wird hier keine Freude haben. Wer sich zurücklehnen möchte, dem Tod dabei zusehen, wie er Teenagern und Erwachsenen das Leben nimmt und einfach anspruchslos amüsiert werden will, der ist mit „Final Destination 1, 2, 3 und 5“ genau an der richtigen Adresse.