"Flug 93" (2005) Kritik

Baby I swear, I promise, if I get out of this I’m quitting tomorrow! I quit tomorrow! I promise I’ll quit tomorrow!

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Skepsis und Unmut haben sich jahrelang bei mir breitgemacht, sobald ich den Titel „Flug 93“ las oder hörte, stets mit dem Gedanken im Hinterkopf, ob es wirklich nötig war, den Schrecken und Terror von 9/11 schon vier Jahre später filmisch abzuhandeln. Selbst Oliver Stone ist mit seinem „World Trade Center“ grausam gescheitert. Gestern, im Rahmen der Ausstrahlung auf ZDF konnte ich mich schließlich doch überwinden. Meine Gefühle danach waren zwiegespalten.

Einerseits die ersten 45 Minuten, die gar nicht voranzukommen schienten. Andererseits die letzte halbe Stunde, die mich den blanken Terror am eigenen Leib spüren ließ. Paul Greengrass hat es tatsächlich geschafft, den höllischen Moment, als die Passagiere von Flug 93 dem Tod ins Auge sahen, auf die Leinwand zu hieven. Beängstigend, real, spannend und tödlich. Eine außergewöhnliche Leistung, ein Schockmoment.

Es ist vor allem absolut herausragend, dass der Film vollkommen ohne Pathos und Klischees auskommt. Ob es dort oben in 10.000 Metern Höhe wirklich so vor sich ging, ist irrelevant (auch wenn die anschließende Doku sehr aufschlussreich war), denn jeder Zuschauer wird danach überlegen, wie er wohl in solch einer Situation reagiert hätte. Auch das Thema Schicksal spielt hier eine bedeutsame Rolle. Ganz großes Kino also, technisch spitzenmäßig umgesetzt, wenn auch mit Schwächen in der Exposition. Dass ich denn Film kein zweites Mal sehen muss, liegt auf der Hand, jedoch danke ich Greengrass für die Darstellung der schrecklichen letzten Minuten von Flug 93.

Fazit: Ob dieser Film nötig war, muss jeder für sich entscheiden. Ich denke schon, denn es ist nicht nur ein verdammt wahrheitsgetreues Abbild, sondern auch eine Erinnerung an die Helden dieses Tages.

Bewertung: 7,5/10 Sternen