"Freitag der 13." (USA 2009) Kritik – Die Entwürdigung einer Horror-Ikone

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Jason Vorhees ist wieder da. Eine der beliebtesten Horror-Figuren überhaupt. Nach 10 Filmen und einem ultimativem Fight gegen Freddy Krueger wagen sich der deutsche Regisseur Marcus Nispel und Produzent Michael Bay, die auch schon für das ‚Texas Chainsaw Massacre‘-Remake verantwortlich waren, an die Geschichte des Eishockey-Maskenträgers. Als Remake ließ sich der Film aber nicht bezeichnen. Eher als eine Mischung aus Remake und Neustart. Klingt doof? Ist es auch und dazu noch todlangweilig.

Zu Anfang gibt es einen knapp 20 Minütigen Prolog, der nicht vertraute Zuschauer der ‚Freitag der 13.‘-Reihe eher verwirren dürfte. Quasi eine Kurzversion des Originals. Dann kommen wir zur eigentlichen Story: Fünf Teenies sind auf dem Weg zum Crystal Lake, um eine große Party zu feiern und die Alltagssorgen zu vergessen. Auf dem Weg treffen sie den stillen Clay, der auf der Suche nach seiner Schwester ist und ebenfalls im Crystal Lake Camp landet. Im Camp wartet nicht nur eine weitere Reisegruppe und hochwertiges Marihuana auf die Jugendlichen, sondern auch ein Machete schwingender Killer.

Die Kameraarbeit von Daniel Pearl ist größtenteils in Ordnung, man merkt zwar das Nispel aus dem Musikvideo-Genre kommt, doch ich habe schon reichlich Schlechteres gesehen. Nur die Wackelkameraeistellungen sind deutlich zu nah am Geschehen und man fragt sich, was dort jetzt überhaupt vor sich geht. Auch die schnellen Schnitte, die man von Bay gewohnt ist, bleiben diesmal zum Glück aus. Auf Sound wird, außer dem netten Thema, nur bei Schocksequenzen gesetzt. Ein lautes knallen feuert aus den Boxen wenn Jason wieder aus dem Gebüsch hüpft und einen nächsten Teenie tötet.

Die Schauspieler sind alle schwach bis grottenschlecht. Das man nicht auf der Seite der Teenies ist, sollte klar sein. Eher wartet man drauf, dass der nächste unsympathische, aalglatte Charakter das Zeitliche segnet. Die Schauspieler scheinen frisch aus der Sonne zu kommen. Die Männer (u.a. Jared Padalecki und Travis Van Winkle) sind braun und durchtrainiert. Die Frauen (u.a. Amanda Righetti und America Olivio) sind mit Silikon vollgepumpt und uninteressant. Das typische Gesicht der neumodischen Horrorfilme. Blass und auf niedrigstem Niveau stolpern sich die Schauspieler ohne jegliche Ausstrahlung durch die Geschichte. Man wartet auf Jason, der auch meist nur kurz aus dem Gebüsch vorspringt, einen Teenie umbringt und wieder im Finsteren verschwindet. Bis die gut gemacht Szene, in der Jason seine Eishockey-Maske findet gibt es kaum Erwähnenswertes oder gar etwas, was in Erinnerung bleiben dürfte. Dazu sind die Morde noch extrem langweilig und blutarm inszeniert.

Marcus Nispel, der schon beim ‚Texas Chainsaw Massacre‘-Remake mehr falsch als richtig gemacht hat, übertrifft sich in Sachen schlechter Inszenierung nochmal. Natürlich sind die größten Gesprächsthemen der Jugendlichen vor allem: Sex, Saufen, Kiffen und Feiern. Alles gähnend uninteressant und schon viel zu oft gezeigt worden. Dazu ist der Film, für heutige Verhältnisse noch nicht mal wirklich blutig oder gar erschreckend. Alles viel zu vorhersehbar.

Fazit: Nispel’s ‚Freitag der 13.‘-Version ist ein gähnend langweiliges Slasher-Filmchen, ohne den richtigen Blutgehalt, Logiklöchern und grottenschlechten Darstellern. Zwar hat der Film hier und da ein paar gute Kameraeinstellungen und die genannte Eishockey-Maskenszene ist kein totaler Mist, macht den Film aber sicherlich nicht ansatzweise sehenswert. Fans, die einfach mal wieder Jason mit der Machete hantieren sehen wollen, können einen Blick wagen. Dennoch sollte man lieber beim Original bleiben und über das „Remake“ den Schleier des Schweigens legen.

Bewertung: 3/10 Sternen