Für die heißen Tage – Die besten Sommerfilme

Die besten Sommerfilme

Die heißen Monate sind zurück. Und was gibt es Schöneres, als die Tage unter der Hitze der Sonne irgendwo am Wasser zu verbringen, sich die lang verdiente Abkühlung zu gönnen und anschließend faul aufs Ohr zu hauen. Nun: Die Sommermonate, insbesondere die heißen Nächte, sind wohl auch die perfekte Ausrede, um ein wenig Abstand von der Realität zu nehmen und sich vollends in den thematisch zu den heißen Tagen passenden Filmen zu verlieren. Der Sommer hat viele Gesichter: Romantische Abenteuer, tödliche Trips, Fluchten in die Natur, Selbstfindungen…  dies sind die Top 20 Sommerfilme unserer Autoren (Dominic, Patrick, Pascal und Philippe), die uneingeschränkt empfehlenswert sind. Und welcher ist euer liebster Sommerfilm? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Platz 20: Vicky Cristina Barcelona (US/ES 2008) von Woody Allen

u.a. mit Javier Bardem und Penelope Cruz

Seit über vier Dekaden ist Woody Allen nun schon im Filmgeschäft tätig. Seit über vier Dekaden beschäftigt er sich nun auch überaus erfolgreich mit den Wirrungen und Irrungen zwischenmenschlicher Gefühlsknoten, analysiert die Liebe, analysiert die Liebenden, analysiert die Gesellschaftsschichten, in denen die Liebenden ihrer Liebe Auftrieb verleihen wollen, und lässt sich immer wieder zu einer herrlich ratlosen Erkenntnis hinreißen: Egal, wie lange sich Woody Allen nun auch mit diesen Themen beschäftigt, eine Antwort darauf hat er deswegen noch lange nicht parat. Muss er auch gar nicht haben, wie Filme wie Der StadtneurotikerManhattanGeliebte Aphrodite oder auch der wunderbare Vicky Cristina Barcelona unter Beweis stellen. Denn gerade das Hochhalten der Rätselhaftigkeit, die das menschliche Beisammensein bestimmt, erweist sich als Fasson einer präzisen Beobachtungsgabe. […] Mehr dazu in Pascals Kritik.

Platz 19: Cinema Paradiso (IT 1988) von Giuseppe Tornatore

Cinema Paradiso Film 1988

u.a. mit Philippe Noiret und Jacques Perrin

Cinema Paradiso ist bis heute eine der schönsten und mitreißendsten Liebeserklärungen an das Kino und die Liebe selbst. Tornatores Film lebt von seiner geradlinigen Emotionalität, in dessen Zentrum der junge Filmliebhaber Toto und der Filmvorführer Alfredo stehen. In einem sommerlichen Italien wird das Lichtspielhaus zu einem magischen Ort erhoben, einem Ort der Zusammenkunft und Träumerei, in dem alles möglich zu sein scheint.

Platz 18: Pauline am Strand (FR 1983) von Éric Rohmer

Pauline am Strand Film 1983

u.a. mit Amanda Langlet und Arielle Dombasle

Der Franzose Éric Rohmer ist der Jahreszeiten-Regisseur schlechthin, denn kaum ein anderer Filmemacher versteht es bis heute so gut wie er, die vier Jahreszeiten in dermaßen unvergesslich-atmosphärische, bewegte Bilder zu fassen wie er es tat. Er hat sich selbst mit seinen verschiedenen filmischen Zyklen, darunter die „moralischen Erzählungen“ (u.a. Claires Knie) und „Komödien und Sprichwörter“ (u.a. Das grüne Leuchten) ein Denkmal im europäischen Kino gesetzt hat. Auch der wunderbare Sommerfilm Pauline am Strand ist ein unvergessliches Beispiel für den zuletzt genannten Zyklus.

Platz 17: Adventureland (US 2009) von Greg Mottola

u.a. mit Kristen Stewart und Jesse Eisenberg

Der in den 80er Jahren angesiedelte Film fängt, neben der eigentlichen Geschichte, das einzigartige Gefühl dieses einen Sommers ein, der sich womöglich für immer ins Gedächtnis einbrennen wird. Zwischen knisternden Liebesgefühlen, innigen Freundschaften, enttäuschenden Rückschlägen und frustrierenden Verhältnissen ist der Film immer dann am stärksten, wenn der Regisseur den titelgebenden Freizeitpark als eigene, kleine Welt begreift, in der die zentralen Figuren unter sich sind und wo sich nichts anderes als das pure Leben selbst abspielt.

Platz 16: Der Swimmingpool (FR/IT 1969) von Jacques Deray

u.a. mit Alain Delon und Romy Schneider

Fast 50 Jahre hat Jacques Derays psychologischer Thriller auf dem Buckel. Doch das fast ausschließlich an einem Swimmingpool spielende Erotikdrama strahlt nach wie vor eine Faszination und Spannung aus, wie sie das Publikum damals Ende der 60er erlebt haben muss. Der Swimmingpool ist ein atemberaubend fotografiertes Beziehungsspiel, mit den beiden Sexikonen Alain Delon (Der eiskalte Engel) und Romy Schneider (Die Dinge des Lebens) auf der Höhe ihres Schaffens.

Platz 15: Almost Famous – Fast berühmt (US 2000) von Cameron Crowe

u.a. mit Patrick Fugit und Kate Hudson

Es gibt viele gelungene Musikfilme, aber an die Genialität von Almost Famous reicht kaum einer heran. Das liegt auch daran, dass sich der Film bei unterschiedlichsten Genres bedient und diese gekonnt zusammenfügt. Das sind neben offensichtlichen Einflüssen des Coming-of-Age-Films und des Roadmovies auch Anleihen des biografischen Dramas, des klassischen Feelgood-Movies und der Tragikomödie. Kernstück der Handlung ist dabei William, der als optimaler Proxy für den Zuschauer fungiert und stets der große Sympathieträger der Geschichte bleibt. Es ist vor allem seine Reise und seine Beziehung zur Musik, die im Vordergrund steht. Zwischen Leidenschaft und Profession hin- und hergerissen, gibt uns der Film damit einen einzigartigen Einblick in eine völlig andere Welt, weit entfernt von unserem Alltag, aber dennoch stets greifbar.

Platz 14: Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers (US 1986) von Rob Reiner

u.a. mit River Phoenix und John Cusack

Stand by Me – Das Geheimnis eines Sommers offenbart sich als Weisheit über das Leben: Das Ende der kindlichen Unschuld und die Vergänglichkeit des Seines geben den Rhythmus einer Ode an die Freundschaft und der Abenteuer unserer Kindheit vor, die heute noch so sensibel erscheint wie am ersten Tag.

Platz 13: Spring Breakers (US 2012) von Harmony Korine

u.a. mit James Franco und Selena Gomez

Die exzesshafte Strahlkraft des Spring Break in den USA nutzt Regisseur Harmony Korine, um in seinem zwischen Musikvideo-Ästhetik und farbenfrohem Rausch inszenierten Streifen eine Jugendgeneration unter die Lupe zu nehmen, die inmitten von kurzweiliger Oberflächlichkeit und der Suche nach dem perfekten Moment am Horizont verglüht. Das ist dem Regisseur ohne Frage auf fabelhafte Art und Weise gelungen. HIER geht es zu unserer Kritik.

Platz 12: Before Sunrise (US 1995) von Richard Linklater

u.a. mit Ethan Hawke und Julie Delpy

Ein Film mit unvergleichbarem Charme. Vor allem dank seiner beiden Protagonisten. Der Zuschauer begleitet in Before Sunrise quasi ein Dauergespräch zwischen dem Amerikaner Jesse und der Französin Céline, die während einer Zugfahrt zufällig aufeinandertreffen. Jesse kann Céline schnell davon überzeugen, mit ihm in Wien auszusteigen und mit ihm die letzte Nacht, bevor er zurück nach Amerika fliegt, die österreichische Hauptstadt zu erkunden. Richard Linklaters experimentelle Romantikkomödie Before Sunrise ist an Einfallsreichtum kaum zu übertreffen. Jesses und Célines sommerlich-nächtlicher Streifzug durch das historische Wien ist eine wundervolle Ode daran, das Leben zu nehmen, wie es kommt. Zutiefst poetisch und menschlich. All das ganz ohne Klischees. „Isn’t everything we do in life a way to be loved a little more?“

Platz 11: Blutgericht in Texas (US 1974) von Tober Hooper

u.a. mit Marilyn Burns und Allen Danzinger

Mit seinem rohen, ungeschliffenen Meilenstein von 1974 schuf Tobe Hooper einen der intensivsten Terror-Filme aller Zeiten. Unbarmherzig brennen sich die Bilder des Streifens dem Betrachter, weniger aufgrund der kaum expliziten Gewaltdarstellung, sondern überwiegend aufgrund der flirrenden Hitze der Atmosphäre, in den Kopf des Zuschauers. Die texanische Hitze scheint untrennbar mit den grobkörnigen, ungefilterten 16mm-Aufnahmen verschmolzen zu sein. Absolute Ultrakunst, nicht mehr und nicht weniger.

Platz 10: La Grande Bellezza – Die große Schönheit (IT 2013) von Paolo Sorrentino

u.a. mit Toni Servillo und Carlo Verdone

Voller wunderschöner Momentaufnahmen, unvergesslicher Stimmungsbilder sowie melancholischer Wehmut führt Paolo Sorrentino den Zuschauer durch das Leben des alternden Protagonisten Jap Gambardella, der nach Jahrzehnten des unbeschwerten Ausschweifens feststellt, den Sinn des Lebens womöglich verpasst zu haben. Die wohlige Sommerwärme, die diesen Wiedergänger von Federico Fellinis La Dolce Vita durchzieht, macht die ganz spezielle Atmosphäre Italiens, mit ihren heißen Tagen und lauwarmen Nächten, in jeder Szene persönlich spürbar.

Platz 9: Nur die Sonne war Zeuge (FR 1960) von René Clément

u.a. mit Alain Delon und Maurice Ronet

Patricia Highsmith, Alain Delon und perfide Spiele um Macht und Identität. Kann nur ein Klassiker sein. Und ist auch einer. Die Romanverfilmung von René Clément ist nicht nur ein stilistischer Siegeszug des französischen Kinos, Nur die Sonne war Zeuge ist auch einer prägnantesten Vertreter des 1960er Jahre Spannungskinos. Und wem das nicht reicht: Alain Delons sonnengebräunter, von Schweißperlen glänzender Oberkörper und die brennend heiße Atmosphäre, für die Henri Decaes legendäre Kameraarbeit sorgt, sollten Argument genug sein, diesen Sommerthriller zu lieben.

Platz 8: Die Verachtung (FR 1963) von Jean-Luc Godard

u.a. mit Brigitte Bardot und Michel Piccoli

Was kann man noch zu Jean-Luc Godards revolutionärem Nouvelle-Vague-Meisterwerk sagen, das noch nicht gesagt wurde. Als einer der Filme schlechthin des französischen Kinovisionärs, hatte natürlich auch Die Verachtung enormen Einfluss auf das spätere Kino. Und dabei tat Jean-Luc Godard eigentlich nicht viel mehr, als auf der Insel Capri zwei sich liebende Menschen (legendär: Brigitte Bardot und Michel Piccoli) dabei zu filmen, wie sie sich tragikomische Weise gegenseitig zerfleischen. „If you love me, just be quiet.“ Das ist von Raoul Coutard in Bilder gefasst, die nicht von dieser Welt scheinen, und begleitet, dank Georges Delerue, von einem der wahrlich beeindruckensten Filmscores aller Zeiten.

Platz 7: La Dolce Vita – Das süße Leben (IT/FR 1960) von Federico Fellini

u.a. mit Marcello Mastroianni und Anita Ekberg

Das betörende Leben der Schönen und Reichen ist in La Dolce Vita nur von flüchtiger Natur. Federico Fellinis Blick hinter die Kulissen ausschweifender Partys und üppig zelebrierter Dekadenz fördert ein gänzlich anderes Rom zutage. Eine Gesellschaft der Oberflächlichkeit, die im Rausch nach mehr beinahe gänzlich abgestumpft ist und die verzweifelte Suche nach einem Sinn längst aufgegeben hat. Die sommerlichen Bilder der ewigen Stadt werden zu einem goldenen Käfig. Ein unvergesslicher Klassiker, durch und durch.

Platz 6: Call Me by Your Name (US/IT 2017) von Luca Guadagnino

u.a. mit Timothée Chalamet und Armie Hammer

Nach diesem Film werden Pfirsiche nicht mehr schmecken, wie sie vorher geschmeckt haben. Was macht Call Me by Your Name zu einem der beeindruckendsten Einträge in das Kinojahr 2018? Seine schauspielerischen Leistungen? Natürlich. Seine elegante Inszenierung? Sicherlich. Sein vollkommen unkomplizierter Umgang mit Homosexualität? Auch das. Und noch vieles mehr. Wer Problemkino sucht, möge Abstand nehmen, denn Luca Guadagnino liefert hier wertfreies, emotionales, beflügelndes Gefühlskino ab. Ein moderner Klassiker.

Platz 5: Die letzte Vorstellung (US 1971) von Peter Bogdanovich

u.a. mit Ellen Burstyn und Jeff Bridges

Es ist auch heute (oder gerade heute!) absolut nachvollziehbar, warum man es bei Die letzte Vorstellung mit einem der wichtigsten Vertreter des New-Hollywood-Kinos zu tun bekommt. Peter Bogdanovich beweist sich als aufgeklärter, weitsichtiger Filmemacher, der sich voll und ganz auf seine Charaktere einlässt und viel über die Befindlichkeiten des Nachkriegsamerikas sowie über Freundschaft, Verlust und Einsamkeit erzählt. Ein Sommer, den man nie vergisst.

Platz 4: Elf Uhr nachts (GB 1965) von Jean-Luc Godard

u.a. mit Jean-Paul Belmondo und Anna Karina

Aus der Zusammenarbeit von Regisseur Jean-Luc Godard, Kameramann Raoul Coutard und den beiden Protagonisten Jean-Paul Belmondo und Anna Karina entstand eine farbenfrohe Mixtur aus Crime-Story, Musical, Melodrama und grotesker Komik, hinter deren Fassade sich die eigentliche Handlung abspielt. Narrheiten der Gesellschaft, das unabdingbare Scheitern der Liebe, die Suche nach dem Glück, Romantik und Existenzialismus sind die Hauptthemen, denen dieses sommerlicher Kunstwerk auf den Grund geht. Dabei schuf Godard ein Zitat, welches als eine der berühmtesten Hommagen an das Kino gilt: „Der Film ist wie ein Schlachtfeld. Liebe, Hass, Action, Gewalt, Tod. In einem Wort: Emotionen.“

Platz 3: Sommer (FR 1996) von Éric Rohmer

u.a. mit Melvil Poupaud und Amanda Langlet

Éric Rohmer zum Zweiten. Noch nicht erwähnt hatten wir nämlich seinen meisterlichen Zyklus „Erzählungen der Vier Jahreszeiten“. Und davon ist Sommer einer der mit Abstand außergewöhnlichsten Filme im Spätschaffen des französischen Regisseurs. Filme, die mit einer derartigen Ambition und Leidenschaft gedreht werden, wie diese an der Bretagne-Küste spielende Romantikkomödie, gibt es nur selten. Sommer ist der ultimative Coming-Of-Age-Film, der im Strandsetting auf bis heute gleichermaßen einmalige wie charmante Art und Weise von den Hürden der Liebe und des Erwachsenwerdens erzählt. Ein sommerlicher Hochgenuss.

Platz 2: Der weiße Hai (US 1975) von Steven Spielberg

u.a. mit Roy Scheider und Jonathan Filley

Steven Spielberg entwarf mit Der weiße Hai ein unerschütterliches (Genre-)Monument, bis heute beispielhaft in Sachen Spannungsaufbau und der konstanten Aufrechterhaltung von siedender Bedrohung – Der reine Blick auf das Meer hat seit diesem Film jedwede Unschuld verloren und wurde fortan mit einem Höchstmaß an Schrecken konnotiert. Und im Kampf gegen den maritimen Jäger überlappen sich die Lebenslinien, „Der weiße Hai“ interessiert sich noch für seine Figuren, ihre Motivationen, ihre ideologischen Gegensätze und setzt das maskuline Trio um Brody, Quint und Hooper im Folgenden ganz gezielt über ihre Männlichkeitskomplexe hinweg, wenn die 3-Tonnen-Fressmaschine den Aufenthalt in der heruntergekommenen Barkasse zur Zerreißprobe für das Nervenkostüm macht (wenn es um die Psychologie geht, ist „Der weiße Hai“ selbstredend gerade an gruppendynamischen Prozessen interessiert. Das Spiel mit den menschlichen Urängsten, das Anprangern einer kapitalistischen Ratio in heimeligen Urlaubsgebieten, die kreative Aufbereitung nationaler (Vietnam-)Traumata, verknüpft mit einem an Alfred Hitchcock geschulten Blick für die Bedrängung des unbestimmten Moments, machen „Der weiße Hai“ so unfassbar effektiv. Die auratische Präsenz des weißen Koloss dominiert jede Einstellung, Steven Spielberg liefert ein Creature-Horror-Manifest, das die Mechanismen des Genres bestätigt, ausbaut, neu anordnet und dementsprechend verdichtet. Der Sommer-Blockbuster schlechthin!

Platz 1: Die Reifeprüfung (US 1967) von Mike Nichols

u.a. Dustin Hoffman und Anne Bancroft

Hauptfigur Benjamin steht in Mike Nichols‘ Meisterwerk Die Reifeprüfung am Ende seines College-Lebens und somit gewissermaßen auch generell vor dem Ende seines bisherigen Lebens. Der Regisseur fängt die Ziel- und Orientierungslosigkeit einer ganzen Generation vermutlich in kaum einer Szene besser ein, als in jener, in der Benjamin in der brütenden Hitze des Sommers im Pool liegt und sich einfach treiben lässt. Seiner Zeit umstritten, ist Die Reifeprüfung bis heute ein revolutionäres Meisterwerk, welches uns nach wie vor zum Staunen bringt.

Falls ihr noch nicht genug von Bestenlisten habt, hier geht es zu:

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