"Game of Thrones" 1. Staffel (USA 2011) Kritik – Ein Genre wird revolutioniert

„Remember… Winter is Coming.“

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Ein Satz, dem im Laufe der ersten Staffel viele Bedeutungen zugesprochen werden können. Der Winter ist etwas Böses und Heimtückisches, aber auch etwas Mystisches und Ruhiges. Man kann sich nicht sicher sein, was als nächstes passiert, welcher der vielen höchst interessanten Charaktere als nächstes das Zeitliche segnen muss. Und das macht „Game of Thrones“ so anders. Der Zuschauer bekommt eine Welt geboten, die recht bald mit der aus „Der Herr der Ringe“ konkurrieren kann. Zwar sind nicht alle Charaktere so perfekt besetzt wie in der Verfilmung von J.R.R. Tolkiens Epos, auch gibt es manchmal noch Problemchen beim Verfolgen eines roten Fadens, aber das alles macht nichts, denn die erste Staffel von „Game of Thrones“ ist ganz offensichtlich die Exposition zu etwas ganz Großem.

Ich habe die Buchvorlage noch nicht gelesen, aber eines ist nach der Sichtung der 1. Staffel sicher: Ich werde das möglichst bald nachholen, denn die Serie hält sich ganz offensichtlich an die vielen wichtigen Details der Vorlage, nur fällt es einem als Nichtkenner teils schwer, diese zu interpretieren. Aber um was geht es eigentlich in dem Epos? Die Thematik ist im Grunde genommen der ewige Streit verschiedener Adelsfamilien. Gleichzeitig werden hier die allgegenwärtigen Themen des Mittelalters angesprochen: Verrat, familiäre und gesellschaftliche Werte, Mut, Tapferkeit und Ehre. Hat man schon oft gesehen denkt man sich anfangs. „Game of Thrones“ allerdings bringt das Ganze auf ein breiteres, intelligenteres Niveau. Viele Figuren über die man den Überblick behalten muss, reichlich Dialog und kaum Action. Wenn es dann mal zum Ziehen der Schwerter kommt, dann auf äußerst blutige, noch nie dagewesene Weise. Und obwohl Fantasie eine enorm große Stellung, vor allem gen Ende der Staffel einnimmt, bewegt sich die Story auf einer realistischen Ebene, welche es dem Publikum leicht macht, um die Charaktere zu bangen. Aber auch hier zeigt die Serie ihre Stärke: Mal bangt man um die eine Figur, mal um die andere, denn jede einzelne hat ihre Ecken und Kanten. Das stürzte, zumindest mich, recht bald in ein Gefühlschaos.

Die Inszenierung ist über fast jeden Zweifel erhaben. Die Effekte sind für das TV-Format unfassbar. Egal, ob das die pompösen Burgen, die Bluteffekte oder die tollen Aufnahmen sind. Klar, teils ist das auch noch verbesserungswürdig, aber alles in allem für den Anfang große Klasse. Der Cast ist größtenteils hervorragend besetzt, vor allem Sean Bean und Peter Dinklage stechen dabei hervor. Der Soundtrack ist einer der Wunderbarsten, welche ich seit „Lost“ in einer Serie gehört habe. Bleibt letztendlich nur noch zu hoffen, dass die Macher sich getraut haben, in die Serie noch mehr Geld zu investieren, um die letzten Feinschliffe vorzunehmen. Der Trailer zur 2. Staffel verspricht schon mal einiges. Und selbst wenn die Serie nur auf dem selben Niveau bleibt, was soll’s, im Fernsehen gibt es in diesem Genre nichts Ebenbürtiges, denn „Game of Thrones“ ist klug, cool, geheimnisvoll, bitterböse und wunderschön anzusehen.

„I have never been nothing. I am the blood of the dragon.“

Bewertung: 8/10 Sternen