"Das geheime Fenster" (USA 2004) Kritik – Johnny Depp inmitten von versteckten Wahrheiten

„Ich existiere, weil Sie mich erschaffen haben!“

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Ein Jahr nach dem grottenschlechten ‚Dreamcatcher‘ kam 2004 die nächste King-Verfilmung mit ‚Das geheime Fenster‘ von David Koepp in die Kinos. Koepp’s Film ist zwar Klassen besser als ‚Dreamcatcher‘ und bietet solide mystery-spannung mit guten Darstellern, ist aber auch nicht der große Wurf.

Es geht um den schrulligen Schriftsteller Mort Rainey, der meistens mit zerzausten Haaren und zerrissenem Morgenmantel auf der Couch liegt, oder an seinem nächsten Buch arbeitet. Bis plötzlich ein gewisser Shooter vor de Tür steht und behauptet das Mort seine Geschichte geklaut hat. Als Mort wegen Drohungen und Mordes an seinem Hund die Polizei einschaltet, geschehen immer mehr mysteriöse Dinge.

Die starken und kristallklaren Bilder von Fred Murphy, einige schnelle Schnitte und der passende Score von Philip Glass geben dem Film eine mysteriöse und spannende Atmosphäre.

Die Besetzung ist gut gewählt. Johnny Depp spielt wieder einen etwas skurrilen Charakter, der neben seinem Scheidungssorgen, das Problem mit dem geheimnisvollen Shooter zu lösen versucht und immer mehr ins Zweifeln gerät. Depp bringt wie gewohnt eine starke Leistung und bringt seinen Charakter glaubwürdig und überzeugend rüber. Maria Bello spielt die Noch-Ehefrau Amy Rainey von Mort. Sie kriegt zwar nur wenige Szenen um ihr Können zu beweisen, zeigt auch in der Zeit eine gute Leistung. John Turturro, der eigentlich fast immer überzeugen kann, spielt den mysteriösen Shooter, der Mort wegen Plagiatsvorwürfen anklagt und auch zu schlimmeren Taten fähig ist. Turturro zeigt ebenfalls in wenigen Szenen eine überzeugende Leistung.

David Koepp der eher als Drehbuchautor bekannt sein dürfte, inszeniert einen streckenweise spannenden Mysterfilm, dem aber zu oft die Luft ausgeht und manchmal zäh erscheint. Die große Stärke des Films liegt in der ungewissen Atmosphäre, die sich durch den ganzen Film schlängelt. Spannend genug ist der Film aber dennoch und lässt den Zuschauer nicht gelangweilt oder desinteressiert vor dem Bildschirm sitzen. Auch das gut inszenierte Ende bügelt einige Schwächen aus. Es bleibt eine etwas über dem Durchschnitt liegende King-Verfilmung.

Fazit: ‚Das geheime Fenster‘ ist solides Mystery-Kino mit guter Atmosphäre und starken Darstellern. Zwar fehlt einigen Szenen das gewisse Etwas, ist aber unterhaltsam genug um den Zuschauer nicht zu langweilen.

Bewertung: 6/10 Sternen