"Das Geisterschloss" (USA 1999) Kritik – Jan de Bont lehrt uns das Langweilen

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Jan de Bont, der seinen größten Erfolg mit dem spannenden und stark inszenierten Action-Thriller ‚Speed‘ zu Recht feiern durfte, brachte 1999 das Remake des Grusel-Klassikers ‚Bis das Blut gefriert‘ in die Kinos. Doch statt die grandiose Kulisse auszunutzen und eine tolle Atmosphäre zu erschaffen, setzt der Film auf Effekte und verleiht dem Film keinerlei Spannung oder Unterhaltung.

Das schaurige Hill House bietet als Gruselschloss die perfekte Kulisse für einen Horrorfilm und hätte eine tolle Atmosphäre erzeugen können. Die Kamera fängt schöne Außen und Innenaufnahmen vom Schloss ein und zeigt uns stimmige Bilder. Leider legt de Bont dort keinen Wert drauf. Atmosphärisch oder Gruselig wird es nie, eher unfreiwillig komisch wenn die Holzköpfe anfangen zu sprechen. Dazu legt de Bont zu viel Wert auf Effekte, die jegliche Stimmung des Films vollends zerstören. Der Score fällt auch hier nicht weiter auf und geht eher im Scheibenplatzenden und Kamindröhnenden Getöse unter.

Die Darsteller sind größtenteils eher unglaubwürdig und schwach. Die sensible Eleanor, die immer mehr Verbindung zum alten Schloss aufbaut, wird verkörpert von Lily Taylor. Taylor spielt eintönig und schaut immer mit demselben Blick drein. Catherine Zeta -Jones, spielt das Modepüppchen aus der Großstadt. Sie geht dem Zuschauer aber nach einiger Zeit mit ihrem Geschrei auf den Nerv. Gleicher Fall Owen Wilson. Wilson spielt den Möchtegern coolen Sprücheklopfer Luke. Auch er geht dem Zuschauer nach kurzer Zeit gehörig auf die Nerven, findet aber ein versöhnliches Ende. Einzig Liam Neeson, als Angstforscher Dr. David Marrow zeigt eine annehmbare Leistung und spielt am überzeugendsten.

de Bonts Film bietet für die damaligen Verhältnisse zwar gute Effekte, zerstört dadurch aber jegliche Gruselstimmung die der Film hätte erzeugen können. Wie gesagt, das Schloss und dessen Ausstattung wäre der perfekte Ort für einen gruseligen und atmosphärischen Horrorfilm gewesen. Gruseln tun sich bestenfalls nur die ganz jungen und selbst denen macht der Film heutzutage keine Angst mehr. Der Film bleibt uninteressant, was zuerst an den Schauspieler liegt. Ihnen fehlt jegliche Tiefe und sie schaffen es nie den Zuschauer mitzureißen. Die Schockeffekte sind keine Schocker und entlocken im besten Fall ein müdes „Aha… “ Zum Ende, bietet der Film dann alles auf was er hat und endet in einer Effektorgie ohne Sinn und Verstand.

Fazit: ‚Das Geisterschloss‘ hätte allein wegen der Kulisse ein stimmiger und gruseliger Film werden können. Leider setzt de Bont bei seiner Inszenierung auf Effekte und vergisst es völlig eine Atmosphäre aufzubauen. Am Ende bleibt ein, bis auf Neeson, schlecht gespielter, uninteressanter, unfreiwillig komischer, seelenloser und lahmer Effektrausch. Schade.

Bewertung: 3/10 Sternen