"Gremlins" (USA 1984) Kritik – Die kleinen Monster sind da!

„Also wenn bei euch mal die Klimaanlage versagt, die Waschmaschine nicht funktioniert oder der Videorekorder den Geist aufgibt, dann ruft nicht gleich die Handwerker, sondern macht erst mal Licht an. Seht in allen Schränken und in allen Zimmern nach und schaut auch unter die Betten, denn man kann nie wissen. Vielleicht ist ein Gremlin bei euch im Haus.“

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Das Kino hat so manch schaurige Gestalt ans Licht gebracht. Mal abgesehen von den Genre-Königen Dracula, Frankenstein und dem Wolfsmenschen, waren ganz klar die 80er Jahre die Zeit des Slasherkinos. Ob wir nun von Freddy Krueger, Jason Vorhees, Chucky oder auch etwas verspätet Michael Myers sprechen. Sie alle sind nicht mehr aus der Filmwelt und auch aus den goldenen 80s wegzudenken. Im Jahr 1984 mischte Joe Dante sich mit in dieses Genre ein. Allerdings kriegen wir keine Eishockeymaskenträger mit Machete oder einen vernarbten Alptraum mit Klingenhänden. In „Gremlins“ werden wir mit kleinen pelzigen Haustieren zu tun, die sich zu schleimigen und mordlustigen Monstern verwandeln.

Billy bekommt zu Weihnachten von seinem Vater einen Mogwai namens Gizmo geschenkt. Ein kleines, süßes Haustier, welches aber einiges an Verantwortung mit sich bringt und man hat strikte Regeln zu befolgen:
– setze ihn nie grellen Licht aus
– lass ihn nie in Berührung mit Wasser kommen und die wichtigste und letzte Regel
– füttere sie NIEMALS nach Mitternacht
Aber Regeln sind wohl da, um irgendwie gebrochen zu werden und aus dem niedlichem Gizmo werden plötzliche viele verschiedene und schon bald stürmt eine Horde Gremlins die Stadt und richtet ein riesiges Chaos an.

‚Gremlins‘ ist wohl einer der Filme, dessen Zauber man in seiner Kindheit oder Jugend einfach verfallen sein muss, denn sonst entfaltet sich der Film wohl nicht in diesem Ausmaß, wie er es für unzählige Menschen heute immer und immer wieder tut. Das soll natürlich nicht heißen, dass man diesen Film nur durch die Kraft seiner Erinnerung an unbeschwerte Zeiten mögen und genießen kann. Eine Chance hat der Film auch heute noch in jedem Fall verdient und man begibt sich zurück in eine Zeit, in der Steven Spielberg noch gute Filme produzierte und Filmemacher ihr gesamtes Herzblut in ein Projekt steckten.

Alles beginnt wie ein normaler Weihnachtsfilm. Die verschlafene Kleinstadt liegt im Schnee und egal ob Groß oder Klein, alle freuen sich auf den Weihnachtsmann. Harmonie liegt in der Luft. Mit Billys Weihnachtsgeschenk kommt jedoch alles anders. Der zuckersüße und liebenswerte Gizmo kann sich in Sekunden vermehren, wenn man die Regeln nicht beachtet. Wobei diese Fehler wohl meistens durch Unachtsamkeit geschehen. Aus einem lieben werden unzählige teuflische und die Kleinstadt muss schnell vom Übel Gremlin befreit werden. Auch wenn es nicht selten eine schleimige Angelegenheit wird.

Joe Dante versteht es, ab dem ersten Moment die Neugierde des Zuschauers zu wecken und direkt Spannung zu erzeugen. Wir sehen Gizmo nicht, wir hören ihn nur und die Vorstellungskraft schlägt Purzelbäume. Wenn wir dem knuffigen Kerlchen aber zum ersten Mal in die Kulleräuglein blicken, möchten wir ihn am liebsten drücken und gleich einen eigenen Gizmo haben. Doch der arme Bursche muss noch so einiges durchmachen und als Zuschauer tut er einem einfach unendlich leid, wenn die neuen, bösen Gremlins auf ihm rumhacken. Wir sind direkt bereit uns mit Billy und Gimzo in den Kampf gegen die ekelhaften Biester zu stürzen.

Mit ‚Gremlins‘ inszeniert Joe Dante eine Grusel-Komödie, in der weder der gruselige Anteil, noch der Spaß die überhandnimmt. Der Grusel ist wohlig und reicht sich mit dem nicht seltenen schrägen Humor die Hände. Wenn die Gremlins eine Bar einnehmen und sich betrinken, als gäbe es keinen Morgen, dann sind die großen Lacher garantiert. Allein der exhibitionistische Gremlin in der Ecke ist immer wieder genial. Es wird allerdings auch mal derb und damit ist nicht nur der Schlagereinsatz von Heino gemeint, der in der deutschen Version absolut grandios untergebracht wurde, sondern auch die Handlungen der Gremlins oder deren Vernichtungen. Sie werden in den Mixer gestopft, explodieren in der Mikrowelle oder werden einfach mit dem Küchenmesser bearbeitet. Selten fand ein Film diesen tollen Spagat zwischen knuffigen Spaß und schmierigen Grusel. Aber Joe Dante verzichtet nicht auf die Gesellschaftskritik, die eigentlich jeder Gremlin irgendwie mit sich bringt, was den Film aber zu keiner Sekunde in ein ernstes Licht stellt, sondern einfach nur zwischen den Zeilen einen kleinen Denkanstoß verschaffen könnte.

‚Gremlins‘ ist ein toller Spaß für die ganze Familie, wobei man die ganz kleinen wohl erst mal nicht unbedingt mit den fiesen Gremlins konfrontieren sollten. Man darf herzlich lachen, man darf dem schönen Grusel verfallen und man fühlt sich einfach gut, denn Dante erzählt seinen Film mit viel Liebe und Magie. Mit Sicherheit nicht tiefgründig und auch nicht selten vollkommen bekloppt und abgedreht. Aber durchgehend mit ganz viel Herz und niemals langweilig, auch nicht nach dem 100sten Mal. Ein ganz besonderes Lob muss am Ende noch dem Score von Jerry Goldsmith aussprechen, dessen Musik einfach nur wunderbar passend ist und noch lange im Kopf bleiben wird.

Bewertung: 8/10 Sternen