"Hereafter" (USA 2010) Kritik – Eastwoods Schwächeanfall

Eastwood wird für mich immer ein Ausnahmeregisseur bleiben, was allerdings ist im Fall „Hereafter“ schief gelaufen? Positiv anmerken möchte ich zunächst mal die tollen schauspielerischen Leistungen von Matt Damon und Cécile de France, die hier einiges aus dem Dreck gezogen haben. Ebenso der grandiose Score und die überragende Regie von Eastwood selbst. Dieser bietet am laufenden Band atemberaubende Effekte und Aufnahmen. Die Flutwelle am Anfang war nicht umsonst für den Oscar nominiert.

So viel zu den positiven Punkten, die zwar zahlreicher sind als die negativen, allerdings sind die Kritikpunkte um einiges gravierender. Schicksal, das Leben nach dem Tod und Selbstfindung sind nur drei der vielen Themen, welche vollkommen unkonsequent behandelt werden. Da werden interessante Figuren eingeführt, man beginnt sich für sie zu interessieren und plötzlich sieht man den ganzen Film von ihnen gar nichts mehr. Ebenso werden die bereits genannten Themengebiete höchst spannend eingeführt, aber was wir daraus lernen dürfen oder sollen ist mir schleierhaft. Denn das, was der Film zeigt oder nicht zeigt, so schlau war ich davor auch schon. Und dann diese nervige amerikanische Melodramatik, die sich häufenden Zufälle und Klischees. Und vor allem die Wiederholung der mehr oder weniger ein und der selben Szene. Das hätte man besser lösen können. Alles in allem zeigt „Hereafter“ tolle Schauspieler und strahlt in seiner technischen Umsetzung, ist hingegen eine herbe Enttäuschung im Bezug auf das Geschichtenerzählen.

Fazit: Schaut euch gratis eine Folge Galileo Mystery an, da lernt ihr genauso viel.

Bewertung: 5/10 Sternen