"Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" (USA 1989) Kritik – Der beste Abenteuerfilm aller Zeiten

FAMILIENZUSAMMENFÜHRUNG IM DRITTEN REICH – VATER UND JUNIOR AUF IHREM „LETZTEN KREUZZUG.“

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Schatzsuchen und Abenteuer, welches Kind träumt nicht davon. War ich als kleiner Bengel noch absolut fasziniert von Filmen wie ‚Huckleberry Finn – Abenteuer am Mississippi‘, so sollte dieses Interesse paar Jahre später in Liebe zu einem ganz besonderen Stück Kinogeschichte umschlagen. Der ‚Indiana Jones‘-Trilogie. Charme, Humor, Action, Tiefgang, Fantasie,… unglaublich, was diese Filme alles vereinen. Und so wurden sie nicht nur meine ersten Lieblingsfilme, sondern haben seitdem mehr oder weniger Einfluss auf meinen Werdegang genommen. Seitdem bin ich von der Materie Geschichte begeistert. Und nicht nur das. Sprachen lernen, viel Reisen, andere Kulturen kennenlernen, all das und noch viel mehr, so würde ich behaupten, sind das Verschulden eines Steven Spielberg und Harrison Ford, denen hier, vor allem mit dem Endteil der Trilogie, ‚Indiana Jones und der letzte Kreuzzug‘, das schönste Kino-Abenteuer aller Zeiten gelungen ist.

WAS IST ARCHÄOLOGIE UND WARUM MAN INDY LIEBER NICHT MIT „JUNIOR“ ANSPRECHEN SOLLTE?!

Das ist es, was diesen Film auszeichnet: Ein Vater (Sean Connery) und sein Sohn Indy (Harrison Ford) auf Kriegsfuß miteinander („Vater, nenn‘ mich nicht immer Junior“) und mit den Nazis. Die Chemie zweier Darsteller, wie ich sie so wohl kein zweites Mal auf der Leinwand mitverfolgen durfte. Eine Satire auf den Nationalsozialismus, ein Abenteuer, welches den Begriff „Archäologie“ neu definierte, eine Action-Komödie, die an Tempo und Witz für mich bis heute ungeschlagen bleibt.
Auf brillant wunderbare Weise erzählt der für mich letzte Teil der ‚Indiana Jones‘-Saga (‚Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels‘ wird für mich immer der Aprilscherz des letzten Jahrzehnts bleiben) die Jagd nach dem Kelch‘ Christi. Herrlich ironisch und mit köstlichen Dialogen gespickt. Harrison Ford spielt hier in Höchstform und liefert meiner Meinung zusammen mit seinen Rollen in ‚Star Wars‘ und ‚Blade Runner‘ seine überragendste Performance ab. Mit der schauspielerischen Zugabe von Sean Connery als Indys Vater entdecken wir einige wunderschöne Eigenschaften, die Indys Charakter vorher nicht besaß. Das Verhältnis der beiden entfacht zudem vom ersten Augenblick an ein Feuerwerk an Situations- und Dialogkomik, welches den Film letztendlich ganz nach oben in die Hollywood-Liga katapultiert.

ENTERTAINMENT IN PERFEKTION UND WARUM ICH DEN FILM IMMER UND JEDERZEIT ANSCHAUEN KANN

Sean Connerys Gesichtsausdruck, Harrison Fords Umgang mit den Nazis, die schwarz-humorige Nachstellung der öffentlichen Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933 auf dem Berliner Opernplatz, aber auch die Umsetzung der anderen Settings von der Zeppelin-Szene bis zum alles entscheidenden Rätsel und all die wunderbaren Kameraeinstellungen und Kostüme. So definierte sich einst das amerikanische Kino. Die ersten beiden Teile sind zwar ebenfalls köstlich, aber „der letzte Kreuzzug“, die finale Auseinandersetzung mit dem dritten Reich („Germany has declared war on the Jones boys.“), ist nur noch zum wegschmeißen lustig. Sie ist meine erste Wahl für Filmabende, denn sie verliert einfach nichts von ihrer Faszination und Einzigartigkeit.

„DIE WOLLEN UNS WOHL UMBRINGEN!“ – „ICH WEISS, VATER!“ – „DAS IST EINE NEUE ERFAHRUNG FÜR MICH.“ – „DAS PASSIERT MIR ANDAUERND.“

Ein äußerst passendes Zitat, denn als ich den Film das erste Mal sah, konnte ich Jones Seniores Reaktion als eine der aufregendsten Neuerfahrungen vollkommen nachvollziehen. Später jedoch konnte ich nur noch über seine Darstellung an der Seite seines Sohns lachen. So sehr fühle ich mich inzwischen eins mit dem Film. Und trotzdem darf man als Zuschauer immer wieder neue Details entdecken, da sich der Film, wie ein nahestehender Freund (oder vielleicht doch ein guter Wein), über die Jahre zu entwickeln scheint, so, dass man ihn immer wieder aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann. Diese verschiedensten Facetten verleihen dem Film einen ungemein mysteriösen, rasanten, spannenden und abwechslungsreichen Touch. All die aufgezählten Eigenschaften, vermengt mit John Williams legendärem Score, superber Action und Thrill und Schauplätzen rund um die Welt, verdichten sich schließlich zu einem kurzweiligen Abenteuer der Extraklasse, mit großem Herzen und ganz viel Seele.

Fazit: Spielberg, Connery und Ford auf der Suche nach dem heiligen Gral. Diese Konstellation garantiert einen Haufen magischer Momente und selten gesehenen Ideenreichtum. Lachorgien sind damit vorprogrammiert! Nie war Popcorn-Kino besser! Mein Empfehlung nun an euch: Unbedingt anschauen – denn ansonsten verpasst ihr einen zeitlosen Feel-Good-Movie.

Bewertung: 10/10 Sternen