"Inland Empire" (2006) Kritik

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Heiliges Kanonenrohr, da bleibt mir doch echt die Spucke weg! Was für ein Horrorerlebnis, ja ‚Inland Empire‘ ist der blanke Horror, allerdings dieses Mal im negativen Sinne.

Ausgerechnet der Film, auf den David Lynch, seinen Worten zufolge, sein ganzes Leben hingearbeitet hat, und genau der Film, mit dem er Geschichte schreiben wollte, stellt/e für mich eine einzige Tortur dar.
Durchaus hat ‚Inland Empire‘ ein paar wenige schockierende Sequenzen zu bieten, welche vor allem Laura Derns brillianter Darstellung zu verdanken sind. Andererseits fand ich den Film so uninteressant wie ein Fahrrad, das in China umfällt, so unspannend wie mein ehemaliges Chemiebuch und so unemotional wie Michael Bays Effektorgie. Hinzu kommt einer der übertriebensten Mysteriestorys der Filmgeschichte, die ganze Geschichte ist ein einziges unlösbares Rätsel. Zwar sind das auch Lynchs andere Filme wie ‚Mulholland Drive‘ oder ‚Lost Highway‘, nur kann man da sehr leicht am Ball bleiben und sehr leicht eigene Theorien entwickeln. Im Falle ‚Inland Empire‘ jedoch bekommt der Zuschauer fast drei Stunden eine einschläfernde und meiner Meinung nach nichtssagende Handlung über eine Schauspielerin, die sich während eines Filmdrehs in sich selbst verliert, bis weder sie, noch der Zuschauer, mehr zwischen Realität und Illusion unterscheiden kann.
Die Technik ist hervorragend, vor allem die Ausleuchtungen der Sets sind grandios. Ebenso die Schauspieler. Dass dies nicht den lahmen Plot überspielen kann, ist enttäuschend, vor allem, da ich Lynch generell sehr schätze. Keine zusammenhängende Narration, Kunstkino, wie ihr es noch nie gesehen habt, das stellt dieses Kunstwerk dar. Und wie moderne Kunst, habe ich dieses Werk die volle Zeit verabscheut. Das Fass wurde hier schon allein für die Idee zum überlaufen gebracht.

Fazit: Die Intention ist klar, Lynch will dem Zuschauer seine Grenzen aufzeigen, ‚Inland Empire‘ soll eine Selbsterfahrung darstellen und zeigen, wie man Ängste überwindet. Wer also daran interessiert ist und gerne Mal drei Stunden sein Gehirn vermatschen will, der tue sich das an, ansonsten kann ich weder eingefleischten Cineasten, noch Lynch-Fans diesen Film ans Herz legen.

Bewertung: 2/10 Sterne