Jervis-Tetch: Meine Flop Ten 2011

nullWer A sagt, muss auch B sagen: Nach den Tops also nun meine Liste der 10 größten Flops 2011!

Platz 10: „Tron Legacy“

Das Original „Tron“ aus dem Jahre 1982 darf man ohne weiteres als Meilenstein der Filmgeschichte bezeichnen. Dieser Film warf moderne philosophische Fragen über künstliches Leben auf, die bisher noch kein Film gestellt hat. Auch wenn „Tron“ mit seinen damals bahnbrechenden Spezialeffekten heute eher trashig als revolutionär anmutet, sollte man dieses kurzweilige Werk durchaus einmal zu Gemüte führen. Der Nachfolger hingegen, der es nach fast 30 Jahren endlich in die Kinos geschafft hat, enttäuschte auf ganzer Linie. Die Schöpfungsgeschichte im Cyberspace? Häh? „Tron Legacy“ versucht eine ähnlich philosophische Richtung wie sein Vorgänger einzuschlagen und beißt sich damit selber in den Arsch. Zwischen pseudo-intellektuellen Nonsense-Gesprächen und wuchtigen Spezialeffekten ist das einzig Gute der Soundtrack, beigesteuert von Daft Punk, durch den sich der Film wenigstens mit geschlossenen Augen ertragen lässt. [3/10]

Platz 9: „Sucker Punch“

An „Sucker Punch“ schneiden sich die Geister. Für die einen ein missverstandenes Meisterwerk mit durchschlagender Aussagekraft, für die anderen der feuchte Traum eines jeden pickligen Teenagers. Jaja, was gab es für eine Debatte um Zack Snyders „Sucker Punch“? Ich für meinen Teil konnte nichts an diesem Film finden. So hatten Babydoll und ihre Gefährtinnen ungefähr so viel Tiefgang wie U-Boote in Venedig, der Soundtrack ist für mich eindeutig der schlechteste des Jahres und nicht einmal die Spezialeffekte konnten mich vom Hocker reißen. Hinzu kamen, dass die blutigen Schnetzelausflüge zwar nett anzuschauen waren, sich aber so repetitiv und uninspiriert gestalteten, dass man es spätestens nach 30 Sekunden bereut hat, kein Kissen in die Vorstellung geschmuggelt zu haben. Schade Zack, dennoch bin ich frohen Mutes, dass Ausnahmeregisseur Snyder dem Mann aus Stahl 2013 mit einem Knall zurück auf die Kinoleinwand befördert. [3/10]

Platz 8: „Green Lantern“

Herzlichen Glückwunsch Warner, zu dieser zelluloiden Totgeburt! Der Versuch ein erfolgreiches neues Franchise zu starten ist mit „Green Lantern“ so richtig in die Hose gegangen. Oder spricht es keine klare Sprache, wenn das absurd hohe Budget von 200 Millionen Dollar nur knapp von den weltweiten Einspielergebnissen gedeckt wird (Die abnormen Werbekosten nicht mit eingerechnet!)? Doch warum musste es ausgerechnet einer meiner liebsten Superhelden treffen? Hier hat einfach nichts gestimmt, angefangen bei dem hässlichen Neopren-Anzug, über die lächerliche Montage auf Oa, bis hin zu den Gegenspielern (Hätte Hector Hammond nicht gereicht?). Warner hat den Geist der Comics um Meilen verfehlt und damit eine der schlechtesten Comic-Verfilmungen der letzten Jahre in die Kinos gebracht. Umso erstaunlicher, dass man weiterhin an einer Fortsetzung festhalten möchte, dann aber hoffentlich ohne Regisseur Martin Campbell. [3/10]

Platz 7: Die Schlümpfe

Erinnert sich noch jemand an diese kleinen blauen Geschöpfe, die niedlich und nervtötend zugleich waren? Kindheitshelden…was habe ich die Comics der Schlümpfe früher verschlumpft! Und habe die Hoffnung bis zuletzt nicht aufgegeben, dass aus dem Schlumpf-Film doch noch etwas werden könnte, auch wenn der Trailer alles andere als verschlumpft aussah. Leider war das Endresultat das, was der Trailer versprach: Ein großer Haufen Schlumpfmist. Die blauen Gesellen ist irgendwie ihre freundliche Ader abhanden gekommen und so sind sie bloß noch kleine nervige Gestalten, die Neil Patrick Harris das Leben zur Hölle machen. Auch Gargamel scheint deutlich an Intelligenz verloren haben und ist in „Die Schlümpfe“ doch eher eine bemitleidenswerte Wurst, als ein ernstzunehmender Gegenspieler. Was aber dem ganzen die Krone aufsetzt, ist aber, wie schamlos die Schlümpfe hier für Werbezwecke eingespannt werden. Das ist vielleicht auch eine Erklärung, warum man die Handlung von Schlumpfhausen unbedingt nach New York verlegen musste, Markennamen sind in der Großkommune Schlumpfhausen ja weitestgehend unbekannt… [3/10]

Platz 6: „Gullivers Reisen – Da kommt was Großes auf uns zu“

Ach, wie liebe ich den Roman Gullivers Reisen, geschrieben vom beißend bösen Satiriker und erklärtem Menschenfeind Jonathan Swift. Das Gullivers Abenteuer überwiegend für kindgerechte Lektüre gehalten wird, stört mich nicht weiter und ist auch nur logisch, da sämtliche Gulliver-Verfilmungen vor Niedlichkeit nur so strotzen. Als ich hörte, dass eine Neuverfilmung geplant ist, war die Vorfreude groß, leider jedoch nur von kurzer Dauer. Der fein- und feindsinnige Humor der Vorlage muss hier stumpfsinnigen Klamauk-Einlagen von Rockröhre Jack Black weichen und auch die an den Haaren herbeigezogene Handlung hat absolut nichts mit den Abenteuern von Gulliver gemein. Statt „Gullivers Reisen – Da kommt was Großes auf uns zu“ hätte man den Film vielleicht passender „Graf Pup belügt die kleinen Männer 3D“ nennen sollen, dann hätte man wenigstens bekommen, was man erwartet. [3/10]

Platz 5: „Hangover 2“

Ja, ich gebe es gerne zu: Ich fand „Hangover“ ungemein witzig! Auch wenn sich der Witz beim zweiten Mal gucken bereits starke Abnutzungserscheinungen aufweist, ändert es nichts daran, dass der Überraschungshit von 2009 eine rundum gelungene Komödie ist. „Never change a running system“, dachten sich wohl die Autoren und erschufen „Hangover 2“ mit einen fiesen Klon der Erfolgskomödie. Einziger Unterschied: „Hangover 2“ ist nicht lustig! Krampfhaft versuchte ich mir im Kino ein paar Lacher abzuringen, doch zumeist blieb das Lachen einfach im Halse stecken und verendete dort qualvoll. Setzte „Hangover“ in seinem Witz meist auf den Überraschungsmoment und spickte das Ganze mit ein paar derben Witzen, ist der Nachfolger nur noch derb und laut. Ob in „Hangover 3“ wie versprochen wirklich neue Pfade beschritten werden, bleibt abzuwarten! [2/10]

Platz 4: „Sanctum“

Die winzige Phrase „Basierend auf wahren Begebenheiten“ sollte jeden Kinogänger aufhorchen lassen, denn nur in den seltensten Fällen steckt hinter dieser sinnlosen Anfügung mehr als reine Werbestrategie. Also wäre das nicht schon genug gewesen, schien der Film außer 3D-Effekten nichts vorweisen zu können, jedenfalls baute man die gesamte Werbekampagne darauf auf. Und wirklich, man bekam genau das, was man erwartet hatte: Austauschbare Charaktere, die nach und nach den Tücken der Natur zum Opfer fallen und eine vorhersehbare Handlung, die es jedem, der schon mehr als drei Filme im Leben gesehen hat, nicht besonders schwer macht, das Ende zu erraten. Obendrauf gab es dann auch noch die nervtötend-kitschigste Vater-Sohn-Geschichte seit der Erfindung von Disney! Aber immerhin sind die 3D-Aufnahmen nett. [2/10]

Platz 3: „Resturlaub“

„Vollidiot“ nur schlechter. „Resturlaub“ beraubt sich selbst durch eine absolut unsympathische Hauptfigur und den permanenten Einschub von unnötigen Fäkalwitzen jeglicher Form von Charme. Hier steckt man sich Tabasco-Finger in den Po, um für die nötige Schwellung im vorderen Lendenbereich zu sorgen, holt sich auf einer öffentlichen Toilette einen runter oder hält Sex mit dicken Frauen für ein komödiantisches Element. [1/10]

Platz 2: „Wie Ausgewechselt“

Oh prüdes Amerika! So langsam entwächst du deiner biederen Vergangenheit und entdeckst bislang verbotene Zonen für dich. So richtig austoben kann man sich da im Bereich der Komödien, denn momentan gilt für amerikanische Komödien: Ist es nicht R-Rated, ist es auch nicht lustig! Und so klatscht man sich in „Wie ausgewechselt“ Kacke ins Gesicht, lässt die Brüste blitzen und nimmt sämtliche Körperöffnungen seiner Mitmenschen mal genauestens unter die Lupe. Doch irgendwann ist die Grenze des guten Geschmacks überschritten und man fragt sich: Ist Sex mit einer Hochschwangeren wirklich so lustig, wie es uns die Autoren weismachen wollen? Und spätestens, wenn man den Handabdruck des Kindes von innen gegen den Bauch drücken sieht, weis man, dass es das nicht ist. Diese Körpertauschkomödie tanzt ausgelassen den Niveau-Limbo, hoffentlich legt man die Latte in Zukunft wieder ein wenig höher! [0/10]

Platz 1: „World Invasion: Battle Los Angeles“

„World Invasion: Battle Los Angeles“ ist ein reiner Werbefilm für das Militär und gibt sich auch keine Mühe das zu verheimlichen. „Marines frühstücken nicht, Marines kämpfen“ und ähnlich unterhaltsamen Propaganda-Rotz darf man sich hier zwei Stunden lang anhören. Keine Handlung, dafür aber kampfwütige Soldaten, Vaterlandsliebe und schlechte Effekte, wohin man schaut. Dieser Film ist schon wieder so schlecht, dass man ihn gesehen haben muss und damit meine verdiente Nummer 1 dieses Jahr! [0/10]