Jervis-Tetch: Meine Lieblingsfilme 2011

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Das Kinojahr 2011 neigt sich dem Ende entgegen. Zeit, sich noch einmal an all die guten und weniger guten Filme zu erinnern, die man sich dieses Jahr zu Gemüte geführt hat und seine persönliche Top 10 zu küren. Hier also meine persönlichen Highlights des Kinojahres 2011:

Platz 10: „Kung Fu Panda 2“

Was ist laut, bunt und macht jede Menge Spaß? Richtig, „Kung Fu Panda 2“! Hier werden im Minutentakt die Schauplätze gewechselt und noch schneller Gegner platt gemacht. Egal, ob man nun in bester Pac-Man-Manier die Straßen vom zwielichtigen Gesocks befreit, oder sich halsbrecherische Rischka-Verfolgungsjagden liefert, hier geht es Schlag auf Schlag. Zudem ist der Film, durch die arg düstere Story (Genozid? In einem Kinderfilm?), um einiges interessanter als der lahme erste Teil. Aber Achtung: Unbedingt im Original schauen, sonst geht dank dem guten Hape einiges an Witz verloren…

Platz 9: „Planet der Affen: Prevolution“

UGH! Gik, Gak, Guk… Jaja, die Affen waren mal wieder los, doch entgegen aller Erwartungen ist das Endergebnis ein äußerst unterhaltsamer und vor allem intelligenter Blockbuster geworden. Allein schon Andy Serkis als herzerwärmend-liebenswerter und unglaublich realistischer Affe Caesar ist das Eintrittsgeld wert. Bei einer so perfekt dosierten Mischung aus Action, Witz und herzerwärmenden Momenten pfeif ich auch darauf, dass „Planet der Affen: Prevolution“ sich nicht 100% korrekt in den „Planet der Affen“-Kosmos eingliedert.

Platz 8: „Barney’s Version“

Barneys traurig-schöne Lebensgeschichte wäre ohne die richtige Besetzung wohl nur halb so gut geworden. Denn für das, was Paul Giamatti hier leistet, hätte der Charakterdarsteller endlich mal eine Oscar-Nominierung verdient. Ein echtes Highlight ist natürlich auch Dustin Hoffmann als Barneys liebenswert-aufgeschlossener Vater, der zwar ein wenig an Focker Senior aus „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“ erinnern mag, aber dennoch ganz eigene Qualitäten zu bieten hat.

Platz 7: „The Tree of Life“

Einige der beeindruckendsten Filmmomente des Jahres 2011 gab es in “The Tree of Life” zu bewundern. Mehr Kunst als Film – Ein poetisches Gebilde aus Musik und Bildern. Anschauen und dem magischen Sog der Bilder verfallen. Der Pflichtfilm des Kinojahres 2011.

Platz 6: „True Grit“

Im Western nichts Neues? Doch sagen sich die Coen-Brüdern und knallen dem erstaunten Publikum mal eben einen düsteren Western der Spitzenklasse vor den Latz. Hier gibt es keine strahlenden Heldenfiguren wie in früheren John-Wayne-Filmen, sondern nur betrunkene Schießwütige. Die Coens zerlegen den klassischen Western ganz genüsslich und haben sichtbar Spaß dabei. Diese Brüder sind einfach in jedem Genre zu Hause!

Platz 5: „Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der „Einhorn““

Wer redet noch von „Indiana Jones“? Jetzt kommen Tim und sein Wunderhund Struppi! Mit unglaublicher Liebe zum Detail gelingt es Regie-Altmeister Steven Spielberg, die beiden etwas angestaubten Comic-Helden zu neuem Leben zu erwecken und serviert dem Publikum einen rasanten Abenteuerfilm, der seinesgleichen sucht. „Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der „Einhorn““ ist dank Motion-Capture-Verfahren (!) nicht nur unglaublich schön anzuschauen, sondern macht auch einen Heidenspaß, was nicht nur an den irrwitzigen Kamerafahrten, sondern vor allem an den sympathischen Figuren liegt. Da darf man gespannt sein, wie Peter Jackson diesen Film noch toppen will…

Platz 4: „The Divide“

Menschen eingepfercht in einen Bunker. Leben in Angst vor einem unsichtbaren Feind und atomarer Strahlung. Xavier Gans Kinofilm „The Divide“ ist eine echte Zerrreisprobe für die Nerven: Die Gefahr ist allgegenwärtig, selbst im angeblich geschützten Bunker. Doch auch meterdicke Wände können den schleichenden Wahnsinn nicht abhalten, der langsam von den Bunker-Insassen besitzt ergreift. Xaviers Film ist düster, brutal, verstörend und bietet einen unangenehmen Einblick in die Menschliche Psyche – hier wünscht man sich spätestens nach der Hälfte des Films, einfach mal die Notbremse ziehen zu können. Ein Film, den man unbedingt einlegen sollte, wenn man wieder einmal zu gut drauf ist.

Platz 3: „The Fighter“

Für viele ist „Wie ein wilder Stier“ der beste Boxfilm aller Zeiten, doch spätestens mit „The Fighter“ sind des Stieres ruhigen Tage auf dem Siegertreppchen gezählt. Berührende Underdog-Story, gepaart mit harten, realistischen Boxaufnahmen, wie ich sie in dieser Intensität bisher noch nirgendwo entdecken konnte. Selbst Mark Wahlberg, einer meiner heimlichen Hass-Lieben, schaffte es mich vollends zu überzeugen und wird nur noch von einem großartigen Christian Bale übertroffen, der für seine Rolle mal wieder bis an seine Grenzen geht.

Platz 2: „Gott des Gemetzels“

Wie lustig doch zivilisiertes Gehabe sein kann, zeigt uns Roman Polanski im Film „Gott des Gemetzels“. Gott, was habe ich mich amüsiert. Teilweise hatte ich kaum Gelegenheit zum Luft holen, denn wenn John C. Reilly und Christoph Waltz erst einmal zu ihren brodelnden, zynisch-bösen Schimpftiraden ansetzen, dann bleibt nichts und niemand verschont und garantiert kein Auge trocken. Für mich die beste Komödie des Jahres!

Platz 1: „Wer ist Hanna?“

Verstörend-märchenhafte Aufnahmen der Weltstadt Berlin treffen auf den treibenden Soundtrack der Chemical Brothers, der perfekt mit Joe Wrights Bilderwelt verschmilzt. Getoppt wird dieses perfekte Zusammenspiel von Bild und Ton nur noch durch die schauspielerische Leistung von Saoirse Ronan, die die Rolle der emotionskalten Killerin wie keine Zweite verkörpert. Arthouse trifft Action-Thriller mit Coming-of-Age-Elementen – Was kann es Schöneres geben?

P.S: Übrigens hat „Wer ist Hanna?“ nicht nur eine wunderbare Hauptdarstellerin, nein, auch die bösen Gegenparts sind wunderbar besetzt, so ist Tom Hollander als skrupelloser Barbesitzer Isaacs mein Lieblingsbösewicht 2011!