"Johnny English 2" (USA 2011) Kritik – Rowan Atkinson auf dem Tiefpunkt

„Oh großer Gott, lass mich nicht durch die Hand eines Schweizers sterben!“

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Eigentlich war der ehemalige Agent Johnny English untertaucht und hat dem Geheimdienst endgültig den Rücken zugekehrt. In einem einsamen asiatischen Kloster wollte English seine Kampfkünste aufbessern und sich zu einer präzisen Kampfmaschine umformen lassen, der Erfolg dieses Vorhabens ist doch eher mäßig. Die Jahre vergehen und die Zeit für Johnny English als Agent scheint zurückzukommen, denn das Leben des chinesischen Premierministers ist in großer Gefahr. MI-7 ist erneut auf die Dienste des trotteligen Agenten angewiesen und dieses Mal geht es ums Ganze, denn er muss eine weltweite Katastrophe stoppen und bekommt es mit mehreren knallharten Organisationen gleichzeitig zu tun, sowohl dem K.G.B. als auch der C.I.A. Die schwierige Mission beginnt…

Hollywood hat die Karriere von Rowan Atkinson auf dem Gewissen. Diesen Schuh muss sich die amerikanischen Traumfabrik wohl oder übel anziehen lassen, denn der einstige Titan des britischen Humors, der uns durch seine fantastische Darstellung als Mr. Bean immer wieder zu großen Lachanfällen gebracht hat und sich selber damit gleichzeitig legendär, wird inzwischen in aller Regelmäßigkeit an platte und ebenso schnöde Komödien verbraten, die jedes Talent des Komikers kläglich verschenken. Der Schrecken fing an mit „Mr. Bean – Der ultimative Katastrophenfilm“, ging über zur Agenten-Parodie „Johnny English“ und mündete dann schließlich in „Mr. Bean macht Ferien“. Alles durchschnittlicher bis unterdurchschnittlicher Einheitsbrei, der Atkinson immer näher Richtung Dreck drückte. Im Jahr 2011 fand die Filmografie des Briten jedoch ihren endgültigen Tiefpunkt und die Fortsetzung „Johnny English 2“ ist eine wahre Bestrafung für jeden Fan Atkinsons, denn hier ist wirklich alles im unterirdischen Bereich, sowohl die miesen Schauspielleistungen, als auch die dilettantische Inszenierung von Oliver Parker und das furchtbar löchrige Drehbuch, verfasst von Hamish McColl und William Davies.

„Johnny English 2“ macht sich, genau wie der bessere, aber immer noch durchschnittliche Vorgänger, zum Ziel, witzige und parodierende Augenblicke locker zu verknüpfen und dadurch schräge Situationen, die Hauptakteur Atkinsons möglichst dumm und dämlich aussehen lassen, heraufzubeschwören. Die Rechnung ging zum zweiten Mal nicht auf, wo Teil 1 zwar noch hier und da einen gutgemeinten Lacher verbuchen konnte, die amüsanten Szenen aber dennoch viel zu geraten sind, hat „Johnny English 2“ rein gar nichts mehr zu bieten, außer die peinliche Humorlosigkeit, die sich gerne mit einem Hauch Realismus in der Inszenierung krönen würde, aber auf ganze Strecke scheitert. Die erzwungenen Witzchen verlaufen durchweg nach dem gleichen Muster, denn entweder fliegt irgendeiner Person irgendetwas an den Kopf oder English verplant sich in einer Situation, um dann völlig verdattert in die Kamera zu glotzen. Klamauk zum fremdschämen steht hier an der Tagesordnung und die gänzlich belanglosen Nebencharaktere stolpern, genau wie der Hauptdarsteller, von einer albernen Niveaulosigkeit zur nächsten. „Johnny English 2“ ist eine pure Anti-Komödie, ohne Charme oder Timing, denn im besten Fall wird die plumpe Komik höchstens die Kindergartenfraktion erreichen.

Bewertug: 2/10 Sternen