"Jungfrau (40), männlich, sucht …" (USA 2005) Kritik – Die Muschi auf dem Podest

„Stimmt, ich stell die Muschi auf’n Podest.“

Schenkt man einer Aussage dieses Films Glauben, dann misst man Frauen (beziehungsweise ihren Liebestempeln) als Mann zu viel Bedeutung zu. Man sollte die Sache einfach locker angehen und sie so sehen dass es hier um nicht viel geht. Flirten ist sicher ne Erfahrungssache und die Menschheit hat im Laufe ihrer Jahrtausendelanger Existenz viele Rätsel gelöst, jede Menge Erkenntnisse errungen die zuerst als unmöglich abgestempelt wurden, doch es gab immer jemanden, der nicht aufgab und für den Fortschritt kämpfte. Manche kämpften erbittert, andere bis zum Tod und alle haben der Menschheit im Nachhinein einen großen Dienst erwiesen. Da gibt es aber noch eine Sache, die bisher noch niemand entschlüsseln konnte. Sie ist im Vergleich zu so manchen anderen Erkenntnissen sicherlich kleiner, für die Menschheit aber von enormer Bedeutung und alles in allem eins der größten Rätsel des Menschen: Die Frau. Oder besser: Der Umgang mit ihnen. Regeln fürs Flirten, wenn man so will.

Dieser Film gibt dafür Denkanstöße und klappert gängige Klischees ab, liegt dabei naturgemäß öfter falsch und verdiente deswegen eigentlich die Aufschrift „Nicht zuhause nachmachen“, denn manche Ideen für den richtigen Umgang sind völliger Blödsinn (Beispiel: Frauen ist es egal was der Mann zu sagen hat, sie reden sowieso am liebsten nur über sich). Da der Streifen aber kein „Gewusst wie“ ist, sondern eine Komödie stellen wir den praktischen Wert mal hinten an und konzentrieren uns auf den Inhalt. Der ist nämlich überraschend tiefgreifend. Steve Carrells lockere Performance tut diesem Film unglaublich gut und auch Seth Rogen und Paul Rudd leisten in ihren Nebenrollen hervorragende Arbeit. Gerade Carrells Charakter Andy entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einer Figur mit festem Rand und gefüllt mit Leben – einem Menschen, wenn man so will. Rückblickend ist seine Rolle natürlich übertrieben, doch genau so dosiert, dass er in so eine Art von Film hineinpasst ohne kitschig zu werden. Besonders erfreut war ich über die Tatsache, dass sein Charakter kein totaler Volldepp ist, was man nämlich erwarten könnte, er ist auch keine Klischeefigur á la Nerd oder Streber, er hat andere Gründe, dass es mit Frauen nicht klappt als bloße Unattraktivität oder Blödheit. Die ernsten Momente von „The 40 year old virgin“ passen genau dahin wo sie stehen und halten den Albernheiten mit der richtigen Portion Fäkalhumor die Waage, sodass es nie ins niveaulose abdriftet.

Alles in allem ein spaßig-sympathischer Männerfilm mit einem hervorragenden Steve Carrell und solide umgesetzten Thema. Empfehlenswert.

Bewertung: 7/10 Sternen