"In meinem Himmel" – Kitschpostkarte aus dem Jenseits

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Der großartige Peter Jackson kommt mit großen, bombastischen Bildern. Anstatt sich sensibel in die Figuren einzuarbeiten, drückt er den Film lang vor sich hin. Geschlagene 135 Minuten. IN MEINEM HIMMEL ist lang, kunterbunt und verschenkt. Schnell wird klar warum: Peter hat das überaus sensible, tiefgründige und nachdenkliche Werk nicht verstanden. Er hat es groß, im Sinne der Kosten und pompösen Landschaften verfilmt, aber nicht annähernd richtig. Er sucht seine „Herr der Ringe“-Bilder, mischt diese mit Splatter-Atmosphäre und Suspense und knallt dann noch Sepiafarben und Hippiemütter in das Ganze.

Ein Cocktail, der nicht schmeckt, nicht schmecken kann, wenn man das Buch kennt. Er hat adaptiert. Bilder hinzugedichtet, und gestrafft an falschen Stellen. Wichtige Szenen des Buches müssen dem Kitsch weichen, so wird aus der Feinfühligkeit der Geschichte eine Kitschpostkarte. Verlassen kann sich Jackson auf sein Gespür für Bilder und Emotionen, auf Stanley Tucci und die zärtliche Ronan. Das ist unterm Strich dann doch zu wenig, für einen Mann, der göttlichen Sphären entstammt.

Bewertung: 4/10 Sternen