Klassiker-Tipp der Woche "Heat" (USA 1995) – Kampf der Giganten

„Du weißt nicht was hier läuft? Du hast Besuch vom Sensenmann!“

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1995 war es soweit. Zwei absolute Größen des Filmgeschäftes standen endlich gemeinsam vor der Kamera. Zwar spielten Al Pacino und Robert De Niro schon in ‚Der Pate 2‘ mit, hatten aber keine gemeinsame Szene. Michael Manns ‚Heat‘ ist ein perfekt inszenierter Kampf der beiden Giganten.

Die grandiose Kameraarbeit von Dante Spinotti, der starke Score von Elliot Goldenthal und das unterkühlte Blau, welches den ganzen Film durchzieht machen ihn zu einem visionären und optisch einmaligen Meisterwerk. Selten wurde ein Film so Stilsicher in Szene gesetzt.

Die Besetzung ist die absolute Spitzenklasse und bis in die kleinsten Rollen blendend besetzt. Robert De Niro als Bandenchef Neil McCauly bringt wieder eine hervorragende Leistung und überzeugt in den ruhigen Szenen mit Eady oder auch als kaltblütiger Mörder. Al Pacino als Vincent Hannah kann De Niros Leistung sogar noch um ein kleines Stück schlagen. Pacino bringt eine seiner besten Leistungen und überzeugt ebenfalls in jeder Szene. Auch die Nebenrolle sind Namenhaft besetzt mit Val Kilmer, Jon Voight, Tom Sizemore, Ashley Judd, William Fichtner, Amy Brenneman, Kevin Gage, Natalie Portman und Danny Trejo. Eine unglaublich starker Cast bei dem es keine Ausfälle oder Schwächen gibt.

Die an sich recht simple Story vom „Cop jagt Gangster“ wird mehr als genial ausgebaut. Alle Handlungsstränge, ob es nun Pacino ist dessen dritte Ehe zu scheitern droht, Val Kilmers Eheprobleme mit Ashley Judd, De Niros Liebesgeschichte oder auch Natalie Portman die von ihrem Vater vernachlässigt wird und nur noch einen Ausweg sieht, sind grandios inszeniert und nie scheint irgendetwas zu schnell abgegrast zu werden. Die ganz großen Szenen dürfen sich natürlich Al Pacino und Robert De Niro teilen. Zum einen die Szene in der sie im Café sitzen und sich gegenseitig belauern und fast so etwas wie Sympathie für einander aufbauen. Die 10 Minütige Straßenschlacht nach dem missglückten Banküberfall oder der Showdown am Airport. Alles ist perfekt inszeniert und ‚Heat‘ hat so einige der besten Filmszenen überhaupt zu bieten. Vor allem wird dem Zuschauer immer deutlicher, wie ähnlich sich die beiden doch sind. Beide sind innerlich zerrissen, vom Ehrgeiz völlig zerfressen. Sie würden alle tun um an ihr Ziel zu erreichen. Der Unterschied besteht nur darin, dass die beiden auf verschiedenen Seiten des Gesetzes stehen. Der Film ist einfach ein unglaublich spannender Action-Thriller in dem die Action nicht überhandnimmt, sondern perfekt dosiert ist.

Fazit: ‚Heat‘ ist ein einmaliges Gangster-Epos. Die geniale Kameraarbeit, die perfekten Schauspieler und der tolle Score machen ‚Heat‘ zu einem absoluten Meisterwerk und begeistert in lauten sowie in leisen Szenen. Es stimmt einfach alles. Auch die knapp dreistündige Laufzeit vergeht wie im Flug. ‚Heat‘ ist ein Meilenstein und der wohl beste Film des Genres.

„Mitgefühl war gestern, heute verplemperst du nur noch meine scheiß Zeit!“