Kritik: Houses of Terror (USA 2014)

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© Room 101

Das ist kein Spukhaus, wir sind mitten im Nirgendwo in unserem Wohnmobil.

Noch immer herrscht Hochkonjunktur im Subgenre des Found-Footage-Horrorfilms. Und obwohl scheinbar kein Zuschauer mehr wirklich Interesse daran zeigt, überrascht es trotzdem nicht, dass die Anzahl der Produktionen nicht zurückgeht. Aus Produzentensicht scheint das Erfolgsgeheimnis offensichtlich, man muss einen Film lediglich so billig produzieren, dass er sich ungeachtet seiner Zuschauerzahlen einfach lohnen muss. Denn eine gewisse Grundmenge an zahlender Zuschauerschafft lässt sich immer akquirieren, egal ob diese nun zufällig darüber stolpert oder aus purer Genreliebe einfach jeden Vertreter verschlingen. Auch für den Regisseur liegen die Vorteile auf der Hand. Billig produziert braucht man weder teures Equipment noch professionelle Darsteller und so darf sich jeder einmal selbst hinter der Kamera probieren. Dass dabei oftmals Filme entstehen, die die Welt nicht braucht, beweist „Houses of Terror“ eindrucksvoll.

Die Handlung des Films lässt sich knapp zusammenfassen. Fünf Freunde brechen mit dem Wohnmobil auf und suchen ausgerüstet mit jeder Menge Handkameras das schrecklichste Spukhaus in den Vereinigten Staaten. Schon bei der Grundsituation sollte jedem aufgeschlossenen Zuschauer schnell klar werden wohin die Reise geht. Und tatsächlich entwickelt sich die Geschichte genau in die vorhersehbare Richtung, Überraschungen und damit einhergehend Spannung und Nervenkitzel sucht man als Zuschauer vergebens. Überhaupt passiert über weite Strecken des Films so gut wie nichts. Die klischeebeladenen und zu großen Teilen auch sehr unsympathischen Protagonisten tuckern gemütlich durchs Land und wenn es überhaupt zu Problemen kommt, dann liegen diese hauptsächlich darin, dass einer der Gruppe am Vorabend zu viel getrunken hat. Das zieht sich über weite Strecken des Films und wenn es dann endlich zur ohnehin schon längst vorhersehbaren Konfrontation mit dem Bösen kommt, dann hat „Houses of Terror“ seine Zuschauer sowieso schon längst verloren.

Auch handwerklich lässt sich nicht sonderlich viel Positives erwähnen. Zwar scheint der Spielraum für kreative Ideen und visuelle Einfälle ohnehin stark eingeschränkt, doch gibt es dennoch Genrevertreter, die beweisen, dass sich auch durch Kameragewackel Atmosphäre und Intensität erzeugen lässt. Überhaupt suggeriert „Houses of Terror“ zu keinem Zeitpunkt eine Bedrohung oder wirkliches Konfliktpotential. Selbst gegen fehlt es dem Film an Spannung, selbst beim tragischen Ende der Protagonisten zwingt sich dem Zuschauer der Eindruck auf, dass diese es ja auch gar nicht anders verdient haben. „Houses of Terror“ hätte es bei all seiner Belanglosigkeit durchaus verdient als die x-te Found-Footage Katastrophe abgestempelt und anschließend konsequent ignoriert zu werden. Wer auch nur eine Handvoll Filme dieser Machart gesehen hat, wird hier nichts Neues erleben und selbst Fans des Subgenres müssen sich wohl eingestehen, dass Bobby Roes Regiedebüt bestenfalls ein unterdurchschnittlicher Vertreter seiner Zunft ist.

Houses of Terror ist seit dem 22. April im Handel erhältlich.