Kurzfilm "Zombie in a Penguin Suit" (USA 2011) Kritik – Der einsame Gang eines Untoten

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Zombies sollten inzwischen jedem Menschen, ob Filmfanatiker und treuer Horrorfan, oder normaler Gelegenheitsgucker und Freizeitzapper, ein Begriff sein. Jeder hat schon mal in seinem Leben von den schlurfenden Untoten gehört, die zumeist durch einen bestimmten Virus infiziert worden sind und sich von nun an auf die Jagd nach menschlichen Fleisch begeben und am liebsten das saftige Gehirn bevorzugen. Auf die Idee, einen dieser berüchtigten Zombiefilme aber einmal vollständig aus der Sicht eines Zombies zudrehen, die man fälschlicherweise nicht mit Infizierten verwechseln sollte, wie uns Danny Boyle mit „28 Days Later“ zeigte, kam noch kein Regisseur, weder George A. Romero, noch Lucio Fulci. Chris Russell setzte diese tolle Idee 2011 mit seinem Kurzfilm „Zombie in a Penguin Suit“ jedoch in die Tat um und inszenierte damit eine wahre Perle unter den Kurzfilmen.

Was uns „Zombie in a Penguin Suit“ in seiner 7 minütigen Laufzeit offenbart, ist schon ein wahres Erlebnis. Wir begleiten den Untoten im Pinguinkostüm ab seiner „Geburt“ und erleben die Verwandlung vom Menschen zum Wiedergänger allein durch seine Augen, die jede Menschlichkeit abwerfen. Mit der sensiblen musikalischen Untermalung von Marc Mellits macht sich der Untote dann auf seinen Weg, erliegt seinen Trieben und zehrt von den Menschen, die sich im verzweifelten Kampf gegen die Zombies befinden. Er streift durch die Trümmer der Gegenwart, kann der trostlosen Kälte des neuen Seins nicht ausweichen, wird Zeuge der leblosen Körper eines Massenselbstmordes, fühlt die Blumen und das Gras an seiner kalten Haut und die Blässe der Apokalypse spiegelt sich in seinem entstellten Gesicht wieder. Die letzte Humanität, die dem Zombie noch geblieben ist, befindet sich auf dem Foto, welches nach wie vor angeheftet an seiner blutbefleckten Brust baumelt und die Melancholie dieses traurigen Wesens in atmosphärischer Authentizität verdeutlicht.

Mit diesem Kurzfilm wird man wahrlich nichts falsch machen, denn hier wurde jede einzelne Sekunde genutzt und jeder Moment trägt eine ganz eigene emotionale Traurigkeit in sich, die sich durch den umherstreifenden Untoten entfaltet und die Tragik offen darstellt. „Zombie in a Penguin Suit“ hat es verdient gesehen und gelobt zu werden, denn hier finden Musik, Atmosphäre und Optik einen wunderbaren Einklang, den manche Langfilme vermissen lassen.

Bewertung: 8/10 Sternen