"L.A. Confidential" (1997) Kritik

„Come to Los Angeles! The sun shines bright, the beaches are wide and inviting, and the orange groves stretch as far as the eye can see. There are jobs aplenty, and land is cheap. Every working man can have his own house, and inside every house, a happy, all-American family. You can have all this, and who knows… you could even be discovered, become a movie star… or at least see one. Life is good in Los Angeles… it’s paradise on Earth. Ha ha ha ha. That’s what they tell you, anyway.“

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Lügen, Korruption und Polizeigewalt. Schon seit Ewigkeiten ein ebenso heikles, wie auch von der Academy ungern gesehenes Thema. ‚L.A. Confidential‘ ist nicht der erste Vertreter, der sich mit dieser Thematik auseinandersetzte. Bereits Filme wie Sidneys Lumets ‚Serpico‘ (Al Pacino), Brian De Palmas ‚The Untouchables‘ (Kevin Costner, Sean Connery) oder auch Ben Afflecks ‚Gone Baby Gone‘ (Casey Affleck) haben sich mit diesem Komplex auf höchst spannende und einzigartige Weise befasst.

Regisseur Curtis Hanson trieb dieses Spiel 1997 mit seinem ‚L.A. Confidential‘ in unerwartete Gefilde. Mit Hilfe eines brillanten Casts (u.a. Russell Crowe, Guy Pearce, Kevin Spacey, Danny DeVito und James Cromwell) malt uns Hanson ein Potrait vom 50er Jahre Los Angeles, ein düsteres Gemälde über Karrieregedanken, Wahrheit und Lüge, eine Parabel über das Leben/die Anonymität in Großstädten. Der Zuschauer wird unweigerlich Zeuge einer Tour de Force, nichtsahnend, was als Nächstes passieren wird. Die Presse wird hier ebenso unter die Lupe und auseinander genommen, wie Glamour und Politik.

Ich denke, ihr erkennt, auf was ich hinaus möchte. ‚L.A. Confidential‘ ist ein Meisterwerk des Film Noir, wahrscheinlich sogar das letzte große Chef d’Ouevre dieser Filmgattung. Er bietet eine perfekte Inszenierung (die meisterliche Kameraarbeit im Showdown ist hierbei zu betonen), ein bis ins kleinste Detail wunderbar ausgetüffteltes Drehbuch, Jerry Goldsmith musikalische Untermalung, die wie ein Wegweiser das ganze Geschehen zu begleiten scheint und einen exquisiten Cast. ‚L.A. Confidential‘ zeigt uns, warum die 90er Jahre wahrlich das stärkste Jahrzehnt der Filmgeschichte darstellen.

Als kleine negative Kritik sehe ich Kim Basinger, die für mich ihre Rolle nicht herausragend zu füllen vermag. Das ist jedoch meckern auf ganz hohem Niveau. Letztendlich bleibt also nur noch zu erwähnen, dass ‚L.A. Confidential‘ womöglich das größte Vorbild für Erzähler von Crime-Geschichten darstellen sollte. ‚L.A. Confidential‘ ist ein Film, der seine Zuschauer nicht für blöd verkauft, sondern wirklich Anspruch und Komplexität zu bieten hat. Ein Werk, welches nachhaltig zum Nachdenken anregen sollte. Und irgendwie erinnert mich der Film an einen richtig guten Wein, denn er scheint mit jedem Schauen besser zu werden. Daher dürfte die volle Punktzahl wohl nicht mehr in allzu weiter Ferne liegen!

Bewertung: 9/10 Sternen