"Laßt uns töten, Companeros" (1970) Kritik

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Puff, peng, puff, peng,… in ‚Laßt uns töten, Companeros‘ knallt es wirklich an allen Ecken und Enden. Das ist nicht nur verdammt unterhaltsam, sondern, wie für Corbucci typisch, mit einer politischen Note versehen. Franco Nero, Tomas Milian, Jack Palance, José Bódalo und Iris Berben, das ist schon ein verdammt beeindruckender Cast. Beeindruckend sind ebenfalls die tollen Dialoge („alter Schwede“ beispielsweise ist noch heute ein gängiger Begriff), und an den vielen schönen Ideen und Alejandro Ulloas epischen Landschaftsaufnahmen kann man sich nicht satt sehen.

Trotzdem ist der Film von Meisterwerken wie ‚Leichen pflastern seinen Weg‘ oder ‚Django‘ weit entfernt, denn dazu fehlt ihm die nötige Ernsthaftigkeit. Jedoch kann man ‚Laßt uns töten, Companeros‘ wohl ohne Bedenken gemeinsam mit ‚Silverado‘ und ‚The Good, The Bad, The Weird‘ zu den unterhaltsamsten Western der Filmgeschichte zählen. Es gibt viel zu lachen, viel zu bestaunen, die Inszenierung ist aberwitzig und absolut cool. Dabei eröffnet Corbucci dem Zuschauer einen interessanten Ansatz für die Lösung des Revolutionsgedanken. War die Revolution für ihn in ‚Il Mercenario‘ noch zum Scheitern verurteilt, so steht er der Problematik nun sehr optimistisch und offenherzig gegenüber.

Die zwei Stunden Laufzeit hätten etwas gekürzt werden können, da sich immer wieder Langatmigkeit in das peppige Geschehen schleicht, ebenso können die Charaktere, trotz ihrer tollen Schauspieler, nie mit Genre-Legenden wie Django, Locco oder Harmonica gleichziehen. Das macht aber gar nichts, denn Corbucci hatte das Genre bereits revolutioniert und, dass er sich mit ‚Laßt uns töten, Companeros‘ mal so richtig austoben wollte, merkt man ab der ersten überdrehten Szene. Realismus? Egal. Hauptsache der Zuschauer hat seinen Spass.

Schnell baut der Zuschauer Sympathien mit den Figuren auf. Er möchte Teil des Abenteuers sein. Das ist die Stärke dieses Films, der, trotz seiner Schwächen, überragend und einmalig ist und 99% der heutigen Kurzweiler hinter sich lässt. Viel Gefühl, viel Liebe zum Detail, Corbucci hat mich mal wieder voll überzeugt. Und wenn ihr zudem einen der besten Songs der Kinogeschichte, geschrieben vom Meister Morricone, hören möchtet, dann führt wohl kein Weg an dieser Western-Perle vorbei.

„… mein Preis ist der gleiche, ob für Studenten oder für Banditen …“

Bewertung: 8/10 Sternen