"Let’s be Cops – Die Party Bullen" (USA 2014) Kritik – Sheriffs mit Plastikmarken

Autor: Pascal Reis

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„I feel like Danny Glover before he got too old for this shit.“

Seitdem Jonah Hill und Channing Tatum in den quickfidelen Meta-Komödien „21 & 22 Jump Street“ die Leinwände als tapsig-liebenswertes Cop-Duo unsicher gemacht haben, ziehen sie sich wieder wie ein trendiger Rattenschwanz durch die Kinolandschaft: Unbedarft-nonchalante Buddy-Movies. Dass allerdings nicht jedes von diesen (Sub-)Genre-Vehikeln in der gleichen Liga wie etwa Phil Lords Überraschungserfolg von 2012 spielen kann und wird, hat zuletzt schon Tim Story mit seinem derben Fehlschlag „Ride Along“ bewiesen, in dem sich Nervsack Kevin Hart und Grummelbacke Ice Cube zum Affen machen ließen. Die Bankkonten der Beiden hat dieser schäbige Schandfleck von Film nicht gestört, ebenso wenig waren finanzielle Verluste zu verzeichnen – Die Fortsetzung ist unlängst bestätigt. Neben „Ride Along“ darf sich „21 Jump Street“ nun noch über einen weiteren, ungemein hässlichen Nachzügler ärgern: „Let’s be Cops – Die Party Bullen“ – schon bei dem Titel schwant einem Übles – geht an den Start.

Und wie es Gang und Gäbe in diesen Gefilden ist, müssen unsere Protagonisten reinrassige Loser sein, die sich über die Laufzeit erst zu richtigen Kerlen entwickeln und dem emotionalen Befreiungsschlag über den aufgefundenen Mut im großen Finale herleiten. Ryan (Jake Johnson) beispielsweise erwartete eine glorreiche Karriere als Footballspieler, bei einer Party und einem Sprung vom Dach in den Pool setzte er dieser Chance auf Weltruhm ein jähes Ende. Die Schuld dafür gibt es dem Schicksal und wenn alte Kumpanen seinen Weg kreuzen, versucht er der Frage „Was machst du so momentan?“ konsequent zu entfliehen. Der feinbesaitete Justin (Damon Wayans Jr.) hingegen darf sich zwar als Spieleentwickler beschreiben, wenn er dann aber mal ein neues Konzept präsentiert, wird es vom Kollegium zerschlagen. „Let’s be Cops – Die Party Bullen“ arbeitet in seiner Charakter-Etablierung also mit ungleich bleichen Schablonen, mit denen dem Zuschauer auf Biegen und Brechen Sympathien abgerugen werden sollen.

Doof ist nur, dass Ryan und Justin in ihrer attitüdenhaft-trivisalisierten Was-bringt-die-Zukuft-Vertretung nicht liebenswürdig erscheinen und erst recht nicht von einem repräsentativen Charakter zehren, der in gewisser Weise die heutige Generation auf der Suche nach sich selbst beschreibt, sondern in ihrem gegenseitigen Anfeuern und Besänftigen einfach nur nervig sind. Durch einen fehlgeleiteten Besuch einer Maskenparty, auf der Ryan und Justin in Polizeimontur erscheinen, stellen sie anschließend auf den Straßen fest, dass Uniformen vor allem beim weiblichen Geschlecht mächtig viel Eindruck schinden. Ein Ventil für die Errichtung von neuem Selbstwertgefühl hat sich also schnell in der gesetzeswidrigen Maskerade gefunden und Ryan und Justin entschließen sich dazu, von nun an zunehmend als Fake-Cops durch Stadt zu düsen. Dazu wird auf eBay mal schnell eine Polizeikarre geordert und ab geht die Post. Ryan steigert sich immer tiefer in seine falsche Autorität, während sich Justins Gewissen zu Wort melden versucht.

Ungeeignet ist diese Prämisse für eine schmissige Komödie mit Sicherheit nicht, die Umsetzung hingegen ist desaströs. Unter quietschendem Dubstep-Geplärre werden Ryan und Justin durch allerhand kuriose Episoden geschleust, bis sie es schließlich mit der albanischen Mafia zu tun bekommen und das Faschingsspiel auf einmal gar nicht mehr so viel Spaß macht, wie noch zu Anfang, als sich die Damenwelt ihnen um den Hals geworfen hat. Als klischeebeladene Nullnummer gibt sich „Let’s be Cop – Die Party Bullen“ jeglichen vorhersehbaren Plattitüden geschlagen und sucht fortwährend den Pfad geringsten Widerstandes: Bloß nicht in pfiffig-spritzigere Sphären fallen, die das obligatorische „Lethal Weapon“-Zitat übersteigen. Unterhaltung respektive Kurzweil findet man ohnehin ob des obsoleten Humorverständnisses wenig bis gar nicht, stattdessen gibt es hysterisches Gekreische und deplatzierte Zugeständnisse an die eigene Männlichkeit. Ein Film zum Wegsperren.