"Der Mann, der niemals lebte" (USA 2008) Kritik – Kampf um Leben und Tod

„You Americans, you are incapable of secrecy because you are a democracy.“

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Meisterregisseur Ridley Scott, der Filmgeschichte mit Filmen wie ‚Alien‘, ‚Blade Runner‘ und ‚Gladiator‘ geschrieben hat, bringt nach drei zusammenarbeiten mit Russel Crowe, einen neuen Film, wieder mit Crowe in der Besetzungsliste. ‚Der Mann, der niemals lebte‘ ist eine Romanverfilmung mit Superstar Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle. Zwar ist der Film spannend und durchgehend unterhaltsam, hat aber eine große Schwäche in Sachen Glaubwürdigkeit.

Der Film sieht, wie alles von Ridley Scott, hervorragend aus. Die klaren und düsteren Bilder sind ein Hochgenuss und der geniale Sound macht den Film zu einem absolutem Highlight.

Leonardo DiCaprio, einer der besten Schauspieler unserer Zeit, spielt den eiskalten und harten CIA-Agenten, der aber im Herzen ein guter Mensch ist. DiCpario ist die perfekte Besetzung und meistert seine Rolle zwischen gnadenloser Brutalität und ruhigen Handlungen. Russel Crowe, der sich wieder einige Kilos für die Rolle des Ed Hoffman anfutterte, kann da nicht mithalten. Was aber enzig und allen daran liegt, dass ihm keine Chance gegeben wird. Meistens läuft er eben durchs Haus und gibt DiCaprio Anweisungen. Mark Strong als undurchsichtiger jordanischer Geheimdienstchef glänzt mit seiner unterkühlten Darstellung und stiehlt so manchen die Show. Golshifteh Farahani als Krankenschwester ist der größte Schwachpunkt. Ihre Rolle dient nur zur Liebesgeschichte, die völlig unglaubwürdig in Ferris‘ Situation erscheint.

In Scott’s exzellenter Inszenierung gibt es kaum Schwachpunkte. Der Film ist durchgehend spannend und liefert einen interessanten, natürlich fiktiven, Einblick in das Leben eines CIA-Agenten, der jeden Tag einen Kampf um Leben und Tod führt. Doch die sich langsam anbandelnde Liebesbeziehung zwischen DiCaprio und Farahani wirkt völlig aufgesetzt, öde, unpassend und bremst den Zuschauer oft aus. Der zweite Schwachpunkt, nicht so störend wie die Beziehung, sondern eher schade, ist die Rolle von Crowe. Seine interessante Figur kriegt viel zu wenig Zeit, um sich zu entfalten und bleibt immer nur eine Randfigur. Trotzdem bleibt der Film spannend und punktet auch, weil Scott völlig auf die Veredelung des amerikanischen Helden verzichtet und auf Kompromisslosigkeit setzt. Auch die Folterszenen sind sehr intensiv dargestellt und könnten für zartbesaitete Zuschauer vielleicht etwas zu hart sein.

Fazit: ‚Der Mann, der niemals lebte‘ ist ein spannender und düsterer Polit-Thriller, mit starkem Leonardo DiCaprio und Mark Strong. Crowe wird leider verheizt und Farahani dient als Mittel zum Zweck. Schade. Sehenswert ist der Film aber trotzdem allemal und unterhält zwei Stunden auf höchstem Niveau.

Bewertung: 7/10 Sternen