"Master and Commander" (2003) Kritik

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„Eine Seefahrt die ist lustig…“, abenteuerreich, dramatisch und ja, gelegentlich auch musikalisch. Peter Weir hat mit seiner Seefahrergeschichte ‚Master and Commander‘ ein kleines Epos über das Leben an Bord eines Kriegsschiffs zu Zeiten Napoleon Bonapartes und die vielleicht realistischste und spannendste Seefahrersaga aller Zeiten geschaffen.

In der Hauptrolle mit dem großartigen Russel Crowe besetzt, welcher den Kapitän des britisches Kriegsschiffs mit einer unglaublichen Präsenz verkörpert. Aber auch die Nebenbesetzung ist trotz ihrer eher unbekannten Gesichter nicht zu verachten. Billy Boyd dürfte dabei den meisten als Pippin aus ‚der Herr der Ringe‘ bekannt sein.

Was aber zeichnet diesen hervorragenden Film aus?

Dieses Seeabenteuer hat es mir ganz klar durch seine fassbare Authenzität angetan. Eine Geschichte über Mut und das harte Leben auf dem Schiff. Eine Parabel über den Entdeckergeist. Eine Geschichte, welche verinnerlicht, was es wirklich bedeutet, das „kleinere Übel“ zu wählen. Das Schöne an der Geschichte sind dabei nicht nur die ungemein sympathischen Charaktere, sondern dass man sich volle 2 Stunden ins Jahr 1805 zurückversetzt fühlt. Am Ende hofft man, dass die Geschichte gar nicht mehr enden möge, und doch schafft sie es, ein gelungenes Ende zu finden. Eine Seltenheit für sich.

Nochmals zurück zum Realismus. Die Musik, der Schnitt, die Inszenierung, die Kostüme, die Schauspieler und die Kämpfe. Das kann man nicht nur unter „gelungen“ einstufen. Wunderschön bebildert, immer im Gleichgewicht von Tragik und Humor, wie das wahre Leben eben. Danke Mr. Weir für dieses meisterliche Portrait, welches Sie von der damaligen Zeit geschaffen haben. Ob das alles ohne erzählerische Schwächen und zu 100 Prozent historisch korrekt ist, tut hier nichts zur Sache, solange ich fühlen durfte, was es bedeutet haben muss, damals Seefahrer gewesen zu sein.

„In all my years I’ve never seen the like. It has to be more than 100 sea miles and he brings us up on his tail. That’s seamanship, Mr. Pullings. My God, that’s seamanship.“

Bewertung: 8/10 Sternen