"Meek’s Cutoff" (2010) Kritik – Der vielleicht langweiligste Film aller Zeiten!

Inhalt: Eine Gruppe von Siedlern zieht durch Amerika auf der Suche nach Wasser. Irgendwo im Nirgendwo von Oregon verlieren sie schließlich die Orientierung.

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Über die Aussage des Films brauche ich keine Worte verlieren, denn eine solche gibt es nicht. Es sei denn, die Regisseurin wollte betonen, dass wir den Ablauf unseres Lebens nicht selbst bestimmen können. Schwachsinn! Getreu dem Motto „Von nichts kommt nichts“ schuf Kelly Reichardt mit „Meek’s Cutoff“ also einen Film, der dem Begriff ‚bedeutunglos‘ eine vollkommen neue Dimension verleiht. Es scheint, als wollte die Dame ihr Projekt möglichst realistisch gestalten. Das geht allerdings ab der ersten Sekunde nach hinten los. Die amateurhaftesten Kameraaufnahmen, die ich jemals im Kino zu Gesicht bekommen habe, schrecklich unterforderte Schauspieler und damit konturlose Figuren. Ich kann gar nicht sagen, was nicht amateurhaft an dem Film ist. Die Dialoge? Rar gesät und wirken aufgesetzt. Der Soundtrack? Unpassend platziert bis grauenhaft komponiert.

Schon einige existenzialistische Western haben ihren Weg auf die Leinwand gefunden. Ob das nun „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Open Range“ ist. Mit ihrem Siedlerdrama versucht Reichardt Neuland zu betreten und scheitert dabei auch storytechnisch in allen erdenklichen Ansätzen. Sie will den Zuschauer die Ödnis, welche die Figuren auf der Suche nach Wasser durchleiden müssen, spüren lassen. Mit dokumentarischer Präzision geschieht das, die ersten 10-15 Minuten besitzen keinen Dialog, kaum Mimik und null Handlung. Die folgenden eineinhalb Stunden muss man sich wie folgt vorstellen: Man verfolgt in Echtzeit einige Menschen, die zwei Stunden durch eine Wüste reiten. Das ist unglaublich minimalistisch, aber auch unglaublich zäh und hat mit dem Medium Film rein gar nichts mehr zu tun. Einen Spannungsbogen sucht man vergebens, ebenso eine Ausarbeitung der Charaktere, welche einem folglich egal sind. Dazu gesellt sich eine der vorhersehbarsten Handlungen der Filmgeschichte.

Um es kurz zu machen: Wer dieser Ödnis etwas abgewinnen kann, den möchte ich nicht daran hindern, sich „Meek’s Cutoff“ anzuschauen. Alle anderen möchte ich davor warnen, dass dies der wahrscheinlich langweiligste Film aller Zeiten ist. Den Gnadenpunkt gibt es für Michelle Williams, die konstant versucht gegen die inhaltliche Leere dieses Machwerks anzukämpfen.

Bewertung: 1/10 Sternen