"Men in Black 3" (USA 2012) Kritik – Die Männer in Schwarz kehren zurück

„Wo der Tod ist, wird immer der Tod sein.“

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Die „Men in Black“-Reihe hat in der Filmwelt längst einen gewissen Stand gewinnen können und auch eine nicht unerhebliche Fanbase aufgebaut, die sich den Abenteuern von Agent K und Agent J nur zu gerne anschließt. Als Barry Sonnenfeld 1997 „Men in Black“ in die Kinos brachte und damit auch einen der erfolgreichsten Filme aller Zeiten inszenierte, war der Jubel um die Sci-Fi-Komödie durchaus gerechtfertigt, schließlich strotzte sie von Anfang bis Ende nur so vor Kreativität, Spaß und Spannung. Unterhaltungskino in ihrer lockersten Form. 5 Jahre später ereilte allerdings auch „Men in Black II“ das Übel aller Fortsetzungen und Barry Sonnenfeld, der doch gerade durch seine kurzweilige Erzählstruktur und den Unmengen an spritzten Einfällen gepunktet hatte, fiel mit ganzer Kraft auf die Nase, in dem er „Men in Black II“ jeden Pluspunkt des Vorgängers entzog und sich zuweilen sogar schon schrecklich prätentiös offenbarte. 10 Jahre später wollte es der Filmemacher aus New York allerdings noch einmal wissen und ließ die Männer im schwarzen Anzug zum dritten Mal auf Alienjagd gehen. Das Ergebnis ist eindeutig besser als der miese zweite Teil, doch an den herrlichen Sommer-Blockbuster „Men in Black“ reicht auch „Men in Black 3“ nicht heran.

Die Men in Black führen alles andere als ein normales Arbeitsleben. Tagtäglich bestreiten sie den Kampf gegen die außerirdische Spezies, die sich unbemerkt unter die Menschheit geschlichen hat und so manches großes Übel plant. Als es zu einem seltsamen Vorfall kommt und Agent J seinen langjährigen Kollegen Agent K, mit dem er am Vorabend noch telefoniert hat, nicht mehr auffinden kann, weiht ihn Agent 0 in ein geheimes Kapitel der Men in Black ein, in dem sich alles um die Zeitreise dreht. Sie erzählt J, dass K vor 40 Jahren gestorben sei und der äußerst fiese Außerirdische Boris dabei eine erhebliche Rolle gespielt hat. Der Plan ist schnell klar: J muss in die Vergangenheit reisen, genauer gesagt, in die 60er Jahre und nicht nur K vor dem Tode bewahren, sondern auch die Invasion der Aliens verhindern. J hat 24 Stunden Zeit die Welt zu retten, sollte er es nicht schaffen, kann er nie wieder in die Gegenwart zurückkommen und alles geht den Bach runter…

Natürlich sind unsere beiden Hauptdarsteller Will Smith und Tommy Lee Jones auch wieder mit von der Partie, denn, und das kann man an dieser Stelle durchaus behaupten, ohne die beiden gegensätzlichen Charaktere würden die „Men in Black“-Filme nicht halb so gut funktionieren. Will Smith zeigt sich als Agent J gewohnt gut gelaunt, aber ihm fehlt die spitzzüngige Schlagfertigkeit, die ihn in den beiden vorherigen Teilen ausgezeichnet hat. Das liegt vor allem daran, dass Tommy Lee Jones als Agent K nicht im Ansatz die Screentime geschenkt bekommt, wie er sie zweimal zuvor genießen durfte. Jones wird zum Nebendarsteller, mit dem wir uns gut 20 Minuten des Films beschäftigen dürfen, dann ist seine Rolle allerdings auch schon vorerst ihrem Ende geweiht. Jones muss Platz machen, allerdings nicht für einen unscheinbaren Newcomer, sondern für einen sicher ebenbürtigen Darsteller: Josh Brolin. Brolin gibt das jüngere Modell von Agent K und beweist nicht nur, dass er der bessere Schauspieler ist als Will Smith, sondern auch durchaus in einem Blockbuster routiniert fungieren kann. Die Chemie zwischen Smith und Brolin stimmt, nur fallen die verbalen Streitereien in diesem Fall tragischerweise aus.

Wenn wir uns einen „Men in Black“-Film ansehen, dann erwarten wir nicht nur das gegensätzliche Duo Smith und Jones, sondern auch irrwitzige Aliens und beeindruckende Effekte. Mit einem üppigen Budget von ganzen 215 Millionen US-Dollar, standen Regisseur Barry Sonnenfeld und Co. natürlich alle Türen offen und „Men in Black 3“ kann in diesem Punkt auch durchaus überzeugen. Die spärlichen Außerirdischen erscheinen in allen Formen und Größen und es sind wirklich Ausnahmefälle, in denen das CGI einen nicht ganz so ausgereiften Eindruck macht. Visuell muss man sich bei einem Sonnenfeld auch nie große Sorgen machen, denn der Filmemacher, der sich selber auch gerne mal um die Kameraaufnahmen kümmert, weiß genau, was der Zuschauer sehen will und wie das Objektiv positioniert werden muss. Wirklich beeindruckende Einstellungen gibt es zwar nur wenige, aber der weitgefilmte Raketenstart und die Aufnahmen über den Dächern von New York machen schon einiges her. Genau wie der Score von Meisterkomponist Danny Elfman, der sein Handwerk einfach versteht und sich, ganz im Gegensatz zur furchtbaren Klassikervergewaltigung von Pitbull und seiner „Back in Time“-Katastrophe, genau der Szenerie anpassen kann.

Die Zeitreisen-Thematik, die auch Barry Sonnenfeld mit „Men in Black 3“ aufgreift, ist sicher keine neue, dafür weiß sie mit ihren ganz eigenen Reizen zu gefallen, auch wenn man dafür den tollen Tommy Lee Jones gänzlich aus den Augen verliert. In den 1960er Jahren angekommen, liegt das Schicksal der Erde allein auf den Schultern von Agent J, der sich so gut wie möglich durch die Vergangenheit schlagen muss, dabei seine wahre Identität nicht preisgeben darf, um die signifikante Mission nicht zu gefährden und dem jungen Agent K so eine Zukunft zu ermöglichen. Ansprechend ist das in erster Linie schon, die beiden Charaktere dabei zu beobachten, wie sie sich in einer anderen Zeit neukennenlernen, doch Sonnenfeld schafft es mit seiner Inszenierung nicht, die nötige Balance aufrecht zu halten. „Men in Black 3“ hat das Problem, dass ihm einfach immer wieder der kurzweilige Spaß fehlt, denn auf große Lacher wartet man vergebens, während man sich hier und da ein nettes Grinsen nicht verkneifen kann. Die kreative Leichtigkeit ging ein stückweit verloren, genau wie die trockenen Wortgefechte zwischen K und J, und die Geschichte plätschert oftmals nur höhepunktlos vor sich her, ohne eine wirkliche Richtung einschlagen zu können. Im Gegensatz zur fehlenden Würze, weiß „Men in Black 3“ aber durchaus in den zwischenmenschlichen und gefühlvollen Momenten zu gefallen, die uns eine neue Seite vom bierernsten K offenbart und den Film aus einem anderen Blickwinkel plötzlich rentabel macht, ihn aber letztlich nicht vor Durchschnittlichkeit rettet.

Fazit: Der große Wurf wurde „Men in Black 3“ schlussendlich dann doch nicht, denn dem Film fehlt es nicht nur an Balance, sondern auch an der nötigen Unterhaltsamkeit. Immer wieder trottet die Geschichte unoriginell vor sich her und sucht schläfrig einen Fluchtweg, um irgendwie wieder in die flotte Bahn zu finden. Die Schauspieler zeigen sich wieder von einer guten Seite, besonders Josh Brolin weiß zu gefallen, und die Geschichte, in Verbindung mit der Zeitreise, hat ihre ganz eigenen Reize, die sich allerdings gerade in den gefühlvollen Augenblicken bezahlt machen. Ein spannender Blockbuster sieht anders aus, aber schlecht ist „Men in Black 3“ sicher nicht, es fehlt nur der nötige inszenatorische Pepp.