"Men in Black II" (USA 2002) Kritik – Die außerirdische Langeweile

„Von Kinderbeinen an, als man uns noch eingetrichtert hat, was wir zu glauben haben, wussten wir schon instinktiv, dass irgendwo da draußen noch was ist.“

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Nach seinem Megaerfolg und Kassengranate ‚Men in Black‘ aus dem Jahr 1997, versuchte sich Barry Sonnenfeld 1999 mit ‚Wild Wild West‘ im Western-Genre, erneut mit Will Smith in der Hauptrolle. Heraus kam ein strohdummes und erschreckend niveauloses Filmchen. Was wäre also der nächst klügste Schritt? Genau! Man versucht einfach den letzten Knüller aufleben zulassen und Sonnenfeld brachte 5 Jahre nach ‚Men in Black‘ seine Fortsetzung raus. Aber konnte Sonnenfeld die Blamage von ‚Wild Wild West‘ wieder wettmachen und an die glorreichen Zeiten anknüpfen? Ganz eindeutig nicht, denn ‚Men in Black II‘ ist furchtbar stumpfes und unlustiges Sci-Fi-Getöse.

Das außerirdische Wesen Serleena landet in New York und nimmt die Form eines Unterwäschemodels an. Der auf der Erde wartende Scrad will ihr dabei helfen, das Licht von Zartha zu sichern und dadurch die Macht über das gesamte Universum zu übernehmen. Agent J schreitet wieder zu Tat und stellt sich dem Problem, doch vorerst muss er seinen früheren Partner Agent K wieder zurückholen, denn nur mit ihm kann er Serleena stoppen.

Rein visuell ist auch ‚Men in Black II‘ wieder überzeugend und die Hochglanzbilder von Greg Gardiner offenbaren in dieser Hinsicht keinerlei Schwächen. Auf die Effekte wurde mehr Wert gelegt und auch die sehen wieder gut aus, drücken aber die eh schon schlechte Story noch weiter runter. Danny Elfman konnte wieder als Komponist gewonnen und das tolle Theme erzeugt zu Anfang wieder die bekannte Stimmung aus dem ersten Teil. Auch Will Smith trug erneut einen Song zum Film bei, der wohl eher Geschmackssache ist, aber zum Glück erst im Abspann eingespielt wird.

Im ersten Teil waren es zwei toll aufgelegte Hauptdarsteller, die dem Film reichlich Schwung und Sympathien einschenken konnten. Will Smith und Tommy Lee Jones als Agent J und Agent K sind auch hier wieder vertreten, allerdings nicht mehr so lockerflockig wie in Teil 1, wobei man sagen muss, das die beiden wirklich die größte Stärke von ‚Men in Black II‘ sind, wenn auch viel Potenzial verschenkt wurde. Richtig mies hingegen ist Johnny Knoxville als doppelköpfiges Alien Scrad/Charlie, der so unlustig ist, wie die letzte Wurzelbehandlung beim Zahnarzt. Ein schmerzhaft fehlgeschlagener Versuch irgendwie witzig zu sein. Dann Laura Flynn Boyle als Serleena, die ebenfalls blass bleibt und nicht wirklich so attraktiv ist, wie der Film sie in manchen Momenten gerne darstellt.

Die Story aus Teil 1 war nun auch nicht gerade der Wahnsinn, aber wenigstens hatte sie noch Abwechslung und Spannung zu bieten. In Teil 2 kriegen wir quasi die gleiche Geschichte aufgetischt, nur viel, viel schlechter inszeniert. Agent J kommt mit seinem neuen Partner nicht klar, nachdem das Gedächtnis von Agent K gelöscht wurde. Ein riesiger U-Bahn-Wurm namens Jeff macht J manche Sorgen und dann kommt auch noch Serleena, die das ganze Universum an sich reißen will. Und Serleena, die natürlich gar keine Spaß versteht, kriegt einen superlustigen Idioten an die Seite gestellt, der eigentlich gar nicht lustig ist, sondern einfach nur peinlich. Und dann noch die Sache mit Agent K, dem das Gedächtnis mit dem Neutralisator gelöscht wurde und jetzt bei der Post arbeitet. Er muss wieder zurückgeholt werden und in seinen alten Job eingeführt werden, denn er hat ein Geheimnis in seinem Kopf gespeichert, was die Alienbande aufhalten wird. Und diese Geschichte, die jetzt schon ziemlich blöde und einfallslos klingt, wird sogar noch dämlicher verkauft und der Einfallsreichtum von ‚Men in Black‘ geht immer weiter verloren.

Barry Sonnenfeld will nochmal die Erfolgswelle von ‚Men in Black‘ reiten, schafft es aber zu keiner Sekunde einen wirklichen Halt zu finden. Das fängt, wie erwähnt, mit der uninspirierten Geschichte an, die einfach nochmal aufgewärmt wurde und an ein paar Ecken und Ende verändert. Was bleibt ist so eintönig und flach, dass man sich manchmal vor Langeweile kneifen muss, um nicht wirklich in den verdienten Schlaf zu versinken. Das nächste Problem des Films ist, das es viel zu lange dauert, bis Tommy Lee Jones endlich wieder richtig im Film austauscht und mitmischen darf. Von dem Zusammenspiel zwischen Smith und Jones hat ‚Men in Black‘ doch damals schon gelebt, deswegen war es ein ziemlich dummer Gedanke, einen wichtigen Grundteil des Films viel zu spät in den Film wieder einzufügen. Bis zu dem Zeitpunkt tölpelt sich Smith allein durch ‚Men in Black II‘ und versucht mit letzten Kräften irgendwie gegen das löchrige Drehbuch anzukämpfen, bleibt aber chancenlos. Die typischen vorgaben einer Fortsetzung wie höher, schneller und weiter treffen auch hier wieder ein. Es kracht andauernd und Sonnenfeld will uns mit dem Effekte-Gewitter regungslos machen. Die Effekte täuschen allerdings in keinem Moment über die grottenschlechte Handlung hinweg. Die Gags selbst zünden auch nicht mehr im Ansatz so gut wie in Teil 1 und sind nicht nur richtig mies, sondern auch schon im Bereich des Fremdschämens angekommen. Kreativität, Spielfreude, Logik und gute Unterhaltung sollte man hier nicht erwarten. ‚Men in Black II‘ ist kurzgesagt eine riesige Enttäuschung die nicht nur extrem banal ist, sondern auch gähnend uninteressant, stellenweise ziemlich nervig und wurde einfach nur lieblos zusammengeschustert.

Fazit: Nee, Herr Sonnenfeld, das hier war mal wieder ein ganz schlimmer Fehltritt. Tommy Lee Jones und Will Smith sind zwar noch das Beste am Film, bleiben aber auch hinter ihrem Talent zurück. Auch die Optik und der Score sind gewohnt gut, doch da hört es auf. ‚Men in Black II‘ wird bestimmt von unnötigen Effekten, furchtbaren Dialogen, grausamen Gags und einer einfallslosen Geschichte, die nicht nur öde ist, sondern auch keine Anzeichen von Qualität vorweisen kann.